Storm Severity Index

Wind und Stürme haben schon immer großen Einfluss auf die Geschichte, Kultur und Ökonomie/Wirtschaft gehabt. Um Stürme besser zu klassifizieren und somit die Wirkung von Stürmen in den atlantischen- und europäischen Regionen genauer zu Erforschen, haben Schriftsteller, Forscher und Wissenschaftler Kategorien über Windstärken und später mit voranschreiten der Naturwissenschaft Windskalen und Tabellen erfunden.

Neben der klassischen Beaufort-Skala (0-12 Bft) die im 18. Jahrhundert von Sir Francis Beaufort erfunden wurde, gibt es eine ehr unbekannte Variante, Sturm- und Orkantief im atlantischen- und europäischen raum zu kategorisieren.

Es handelt sich dabei um den sogenannten „Storm Severity Index“, auf Deutsch etwa: Sturmschwere Grad.

Der Klimatologe Hubert Lamb erforschte neben klimatischen Einflüssen auf die Natur und Geschichte, auch historische Stürme im Nordatlantik, Nordmeer sowie der Nordsee und Europa.

Hubert Lamb hat die Stürme anhand ihrer Stärke, Größe und Zerstörungskraft in einen Storm Severity Index eingeordnet.

Ein Sturm wie der „Capella-Orkan von 1976“ wird von Hubert Lamb in 6000 (SSI eingeordnet. Der „Große Sturm von 1703“ erhält von H. Lamb 9000 (SSI) und der zwei-stärkste Orkan vom 16.12.1986 der im atlantisch-europäischen Raum beobachtet wurde, wird von Hubert Lamb mit 20.000 (SSI) eingestuft.

Während die Beaufort Skala, sowie MS (Meter pro Sekunde), Knoten und Km/h, jeweils die Geschwindigkeit des Windes kategorisiert, kann der „Storm Severity Index“ Stürme von der Stärke, dem meteorologischen Aufbau (Druck/Mittelwinde), und den Schäden, die der Sturm hinterlassen, einordnen.

Bisher gibt es im deutschsprachigen Raum, keinen „Storm Severity Index“ und soweit mir bekannt ist, wurde dieser Storm Index auch nach dem Hubert Lamb im Jahre 1997 verstorben ist, nicht mehr weitergeführt, so dass neuere Forschungen über historische Stürme den Index Wert nicht mehr verändern konnten und auch neue Stürme nach 1997 dann nicht mehr anhand des Storm Index kategorisiert worden sind.

Darum habe ich nun einen neuen „Storm Severity Index“ entworfen um einerseits die historischen Stürme wie z.B. „Der Große Sturm von 1703“ neu zu klassifizieren und andererseits die großen Stürme von 1990, 1993 und 1999 (Daria/Lothar), sowie die Stürme Jeanette 2002, Kyrill 2007, Christian 2013 und Friederike 2018 dem Storm Index zuzuteilen.

Der Storm Index wird wie von Hubert Lamb in Index Werte bzw. Punkte aufgeteilt. Nur das in diesem Storm Index; historische, ökonomisch-/wirtschaftliche und klimatologische-/meteorologische Parameter mit einfließen.

Nach neueren Forschungen zum „Großen Sturm von 1703“ würde dieser Orkan von mir mindestens 16.000 (SSI) Indexwerte/Punkte erhalten, da damals sogar Weidetiere in Bäume geweht wurden, was auf extreme Orkanböen von weit über 200 Km/h hindeutet!

Der Orkan Lothar vom 26.12.1999, der sämtliche neue meteorologische Rekorde brachte, erhält einen Indexwert von 8500 (SSI).

Die Sturm-Index Werte werden jeweils in 6 Sturmgrade aufgeteilt (siehe Tabelle), so dass ein Orkan wie 1703 den Sturmgrad 6 mit ca. 16.000 bis 20.000 (SSI) zugeordnet wird.

Stürme wie Daria 1990, Lothar 1999 oder Kyrill 2007 werden dem Sturm Grad 3, eventuell Sturm Grad 4 mit ca. 4000 bis 9000 Indexwerten zugeteilt.

So wird nachfolgend eine große Liste bzw. eine Tabelle/Diagramm mit allen größeren bekannten Stürmen vom frühen Mittelalter, also beginnend mit der 1. Marcellus-Flut bis zu aktuellen Stürmen veröffentlicht, so dass man deutlich frühere Stürme wie z.B. 1703 oder 1839 mit den Stürmen der vergangen Jahre und Jahrzehnte besser einordnen kann, somit auch die Kausalität von Stürmen besser erforscht und auch die Wirkung der Klima-Erwärmung auf Stürme mit einbeziehen kann.

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Sturmwetterblog, den 31.12.2020