Rückblick auf Orkan „Lothar“ vom Dezember 1999 im Kontext mit anderen Stürmen

Orkan Lothar vom 26.12.1999 hat sich im Jet südlich von Orkantief Kurt gebildet. Das Tief Kurt lag damals bei Island mit 955 hpa, Lothar war als Welle auf dem Atlantik zu sehen, der Jet stark mit 300 Km/h war damals ähnlich wie in den nächsten Tagen.

Kurz nach Mitternacht erreichte Lothar die französische Atlantikküste mit Böen von 200 Km/h und vertiefte sich innerhalb von 3 Stunden um 27 hpa und einen Rückseitigen Druckanstieg von 29 hpa, damit hat Lothar einen neuen europäischen Rekord erreicht, bei Kyrill 2007 waren es 13 hpa in 3 Stunden und bei Friederike 15 hpa in 3 Stunden. Mit einem Mittelwind von 100 bis 120 Km/h zog Lothar über Nordfrankreich in Böen erreichte der Orkan bis 180 Km/h im Flachland und erreichte am Vormittag des 26.12.1999 Deutschland und die Schweiz.

Auf den Alpenbergen gab es Orkanböen bis 272 Km/h, sonst auch bis 180 Km/h, in Deutschland wurden in Karlsruhe 153 Km/h gemessen, auf dem Wendelstein 259 Km/h. Am Mittag zog Lothar weiter Richtung Österreich/Tschechien hier gab es noch oft schwere Sturm/orkanartige Böen und örtlich Orkanböen. Über Osteuropa löste sich der Orkan auf.

Der Orkan Lothar brachte von Frankreich/Schweiz und Deutschland neue Windrekorde. Der Sturm brachte über 180 Mio. fm Sturmholz, bei Kyrill waren es europaweit ca. 60 Mio. fm Sturmholz und bei der Sturmserie 1990 (Daria, Vivian/Wiebke) 120 Mio. fm Sturmholz. Zusammen mit dem zweiten Orkantief Martin das am 28.12.1999 über Südfrankreich/Italien zog und dem Orkan Anatol vom 3/4.12.1999 wurden ca. 200 Mio. fm Sturmholz in Europa geerntet.

Lothar verursachte einen Gesamtschaden von 11,6 Mrd. Euro, zusammen mit Martin und Anatol sind es knapp 18. Mrd. Euro Sturmschaden! Die Sturm-/Orkantiefs vom Januar-März 1990 verursachten einen Gesamtschaden von 16. Mrd. Euro. Die Stürme aus dem Winter 2006/2007 (u.a. Per/Kyrill) ca. 12. Mrd. Euro Sturmschaden. Und die Stürme der Sturmsaison 2017/2018 (Xavier, Herwart, Burglind und Friederike) einen Schaden von insgesamt 5 Mrd. Euro. Damit gehören 1990 und 1999 zu den schwersten Stürmen in Europa, zuvor waren es die Jahre bzw. die Winter 1975/1976, 1972 (Quimburga), die Sturmserie vom Februar/März 1967 und die Stürme aus dem Januar/Februar 1962 (Orkan Vincinette mit Sturmflut).

In der Chronik gibt viele Berichte zu Stürmen die noch viel stärker waren als Lothar, Anatol, Daria, Vivian/Wiebke, Quimburga oder Kyrill. Zum Beispiel der Orkan von 1839 „Night of the Big Wind“ der mit einem Kerndruck von 918 hpa und Böen über 250 Km/h über besonders über Irland zog. Und der „Große Sturm von 1703“ der in ganz West- und Mitteleuropa Wälder und Häuser zerstörte, Hubert Lamb geht von Böen bis 270 Km/h in Süd-England/Ärmelkanal, Benelux bis Norddeutschland/Dänemark aus. Forscher bezeichnen Orkan Lothar im Vergleich zu den Stürmen vom Dezember 1703 als harmlos. Irgendwann kommen wieder solche Stürme wie 1839 oder 1703 nach Europa.

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Sturmwetterblog, den 14.02.2022

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