Rückblick auf den kältesten April (2021) seit über 40 Jahren!

Der April 2021 war der kälteste April-Monat seit 1977 in Deutschland. Grund für die starke negative Abweichung waren langanhalten Nordlagen, obwohl wir Ende März noch neue Rekord-Temperaturen von 27,2°C in Deutschland gemessen haben.

In den letzten 20 Jahren konnte man im April wegen der Klima-Erwärmung zunehmend sommerliche Temperaturen beobachten, so wurden 2007, 2009 und 2011 mit einer positiven Abweichung von ca. +4k (1961-1990) Rekord-warm. Doch 2018 übertraf selbst die oben genannten warmen April Monate und Monat erreichte mit +5k einen neuen Rekord, damals gefolgt von einem ebenso rekordwarmen Mai mit +4k (1961-1990).

Dieses Jahr erlebten wir in West- und Mitteleuropa nun zumindest von den Temperaturen das Gegenteil zu 2018, wenngleich die Wetterlage über Europa ebenso meridional aufgebaut war, wie im Frühjahr/Sommer 2018, mit dem Unterschied, das die Druckgebilde anders positioniert waren als 2018, was im April 2021 zu kalten Nordwest- und Nordlagen führte.

Nach dem ungewöhnlichen Rekord-warmen Tagen in der letzten März-Dekade , wurde der 1. April 2021 noch sehr warm. Doch es entwickelte sich langsam eine Nordlage, ab dem 5. April, das Ostermontag strömte mit einem Sturmtief über Skandinavien sehr kalte Luft mit ca. 10°C in 1,5 km Höhe und -40°C in 3 km Höhe nach Deutschland/Mitteleuropa, in der Meteorologie spricht man dann von einem sogenannten „Arctic Outbreak“, es zu kräftigen Schneeregen-, Schnee-, und Graupelschauern mit Gewittern und teils stürmischen Böen oder Sturmböen. Nachts gab es teils mäßigen Frost. Kleine Randtiefs/Randwellen brachten regional nochmals länger anhaltende Schneefälle mit einer Schneedecke und Glätte.

Die kalte Nordlage hielt in verschiedener Stärke und Position bis Ende April an, auch wenn es zwischendurch etwas wärmer wurde.

Der April 2021 war nach dem neuen Klimamittel 1990-2020 ca. -2,9k zu kalt!

Nach dem alten Klimamittel 1961-1990 war es -1,6k zu kalt.

Temperatur-Abweichung April 2021 (1990-2020):

http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

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Zudem gab es im April 2021 im vergleich der letzten 140 Jahre ungewöhnlich viele Frosttage:

https://mtwetter.de/

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Das Monatsmittel vom April 2021 lag ebenfalls deutlich unter Mittelwerten der letzten Jahre:

https://mtwetter.de/

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Aber nicht nur viele Tage mit Frost gab es im April 2021, sondern auch einige Tage mit einer Schneedecke, besonders im Bergland gab es in manchen Regionen über 5 Tage mit einer Schneedecke, aber auch im Flachland waren es meist 1 bis 5 Tage mit einer Schneedecke:

https://mtwetter.de/

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Temperatur-Abweichung ( Langjähriges Mittel 1961-1990 / 1990-2020 ):

Sehr kalt ( -3 bis -7 Grad )

Kalt ( -1,5 bis -3 Grad )

Leicht zu kühl ( -0,5 bis -1,5 Grad )

Normale Monats-Abweichung ( +/- = bis 0,5 Grad )

Leicht zu warm ( +0,5 bis +1 Grad ) 

Warm ( +1 bis +2 Grad )

Zu warm ( +2 bis +3,0 Grad )

Sehr warm ( +3,0 Grad bis +5 Grad )

Extrem zu warm ( +5 Grad und mehr )

In den letzten Jahren gab es aufgrund der Klima-Erwärmung fast unzählige Tages-, Monats- und Jahres-Rekord bei den Höchst-Temperaturen. Monate und insbesondere Jahreszeiten und Jahre sind kaum noch zu kalt, die letzte zu kalte Jahreszeit gab es im Frühling 2013, das letzte zu kalte Jahr 2010.

Doch auch in Zeiten der Klima-Erwärmung gibt es wenn auch immer seltener, kalte oder sogar sehr kalte Monate wie der April 2021, Februar 2018 oder März 2013.

Wenn wir uns die Wetterlage vom April 2021 ansehen, gab es, wie oben schon beschrieben, ebenso wie 2018 eine meridionale Wetterstruktur über Europa. Durch die Klima-Erwärmung schwächt sich der Jetstream ab, da die Gegensätze (kalter Nordpol/Eisschmelze und Wärme Äquator/Mittelmeer) geringer werden, so haben wir in den letzten Jahren öfter Nord- bzw. Südlagen beobachten können, als West- oder Ostlagen, wie sie noch vor 20/30 Jahren oft das Wetter in Europa bestimmten.

Durch die Abnahme der Gegensätze (Kalter Nordpol), nehmen Wetterlagen bzw. meridionale Wetterlage zu, wie bsp. die Rekord-Sommer 2018 und 2019 sind ein deutliches Zeichen dieser meridionalen Wetterlagen die teilweise eine Persistenz über Monate erreichen können und so zu Hitze/Dürre 2018/2019 oder Unwetter/Starkregen (2014/2016, 2017) Phänomenen führen. So gesehen könnte auch der kalte April 2021 durch die fehlenden West-/Ostlagen im Kontext mit der Globalen Klima-Erwärmung zu sehen sein, nur das die aufgrund der Jahreszeit nach Süden abfließende Kaltluft (Final Warming), durch die andauernde Wetterlage immer, anstatt auf den Atlantik, immer nach Europa strömte mit einem winterlichen Wettercharakter im gesamten April 2021.

Der Mai 2021 startete zwar zu kalt, aber in den Modellen wird Richtung Mitte des Monats deutlich zu warme Luft von Süden nach Mittel- und Osteuropa berechnet, auch hier sehen wir wieder den starken Kontrast der meridionalen Wetterlagen, diese starken Temperatur-Kontraste gab es besonders im Februar 2021 mit 40k innerhalb von 1 Woche und dann von Ende März 2021 mit sommerlichen Rekord-Temperaturen von oft 23 bis 27 Grad und nur eine Woche später gab es den oben angesprochenen „Arctic Outbreak“ mit Schnee- und Graupelschauern, Wintergewittern und Frost, das sind neben Hitze/Dürre und Gewitter/Starkregen auch Auswirkung der Klima-Erwärmung.

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Sturmwetterblog, den 3.05.2021

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