Pfingstunwetter (ELA) 2014 – Erlebnis-Bericht einer historischen Unwetterserie

Die ungewöhnliche Gewitterserie vom 7. bis zum 11. Juni 2014 hinterließ in West-/Mitteleuropa ca. 1. Mrd. Euro Schaden, davon allein 650 Mio. Euro durch den Unwettercluster am Pfingstmontag in NRW!

Inhalt:

  • Hitze aus Südwesten und erste Gewitter über Westeuropa
  • 15 km Hohe Wolkentops – Es geht los über Frankreich/Benelux
  • Grelles Wetterleuchten und doch 200 km entfernt
  • Die ersten Gewitter erreichen Westdeutschland
  • Konvergenz mit Gewittern im Norden/Nordosten
  • Neue Unwetter über Frankreich/Benelux
  • Unwetter erreichen früh-morgens NRW
  • Superzelle bei Köln und im Sauerland
  • Bei Paris braut sich nun richtig was zusammen
  • Gewittercluster „ELA“ explodiert über Belgien
  • Weltuntergang in NRW
  • Grünlich-schwarzer Himmel – Blitzinferno mit Orkanböen
  • An so ein Unwetter konnten sich die Menschen in NRW nicht erinnern
  • Pfingstunwetter „ELA“ verwüstet NRW
  • Neuer Gewittercluster über Belgien
  • Es war dann nur eine Wallcloud
  • Erst am Tag danach sieht man das Unwetter-Chos
  • Größere Schäden als nach Orkan Kyrill
  • Letzte Gewitter ziehen nach Südosten/Alpen – Unwetterserie Juni 2014 im Vergleich mit älteren und anderen Gewitterserien
  • Klima-Erwärmung und Gewitter-Unwetter
  • Videos
  • Links

Hitze aus Südwesten und erste Gewitter über Westeuropa

Nach einer mäßig-warmen ersten Juniwoche, stellte sich die Wetterlage am 6.06.2014 auf antizyklonal-Südwest um. Mit einem Tief auf dem Atlantik in Kombination mit mehreren Hochdruckgebieten von Süd- bis Osteuropa, strömte sehr warme Luft von Südwesteuropa nach Mkitteleuropa.

Die Temperaturen stiegen vom 7 bis zum 11. Juni 2014 in Mitteleuropa deutlich über 30 Grad. In Deutschland wurden im Südwesten am Pfingstmontag 38,6 Grad erreicht, so heiß war es an Pfingsten noch nie.

Bereits am 7. Juni 2014, es war ein Samstag wurde es mit schwül-heiß, Warmfront-Bewölkung verhinderte jedoch die Vorhergesagten 34 bis 35 Grad in Westdeutschland, es waren meist 30 bis 33 Grad. Doch die Warmfront-Bewölkung markierte einen leichtgräulichen-sandig-gelblichen Farbton am Himmel, der im Kontext mit der schwül-heißen Luftmasse bereits ersehen ließ, das es zu schweren Gewittern kommen konnte.

15 km Hohe Wolkentops – Es geht los über Frankreich/Benelux

So richtete sich der Blick Richtung Frankreich/Benelux. Das Tief „ELA“ auf dem Atlantik brachte mehrere Konvergenzen nach Westeuropa. Über Frankreich/Benelux bildeten sich in der Nacht vom 7 auf den 8. Juni 2014 mächtige Gewittersysteme. Von Westdeutschland aus konnte man sehr gut das Wetterleuchten der doch sehr weit-entfernten Gewitter sehen. Zum erstaunen, sah es so aus, als wären die Gewitter nur 20 / 30 km entfernt. Diese optische Täuschung lag daran, das durch die enormen hohen Cape-Werte und Taupunkte, die Wolkentops der Gewitter teilweise über 15 km Höhe erreichten, das ist eine beachtliche Höhe für Mitteleuropa!

Grelles Wetterleuchten und doch 200 km entfernt

Bei herkömmlichen sommerlichen Gewittern und Unwettern sind es meist immer 7 bis 11 km Höhe. Doch diesmal waren die Gewitterwolken deutlich höher, so dass die Gewitter über Frankreich/Benelux von Westdeutschland gut beobachtet werden konnten, obwohl zu dem Zeitpunkt noch keine Gewitter die Grenze zu Deutschland überquert hatten.

SAT 8.06.2014: Gewittercluster

Die ersten Gewitter erreichen Westdeutschland

In den frühen Morgenstunden des 8. Juni 2014 erreichten die ersten Gewitter aus Benelux nun den Niederrhein und das westliche Münsterland. Hier gab es auch Starkregen und Hagel, vereinzelt mit stürmischen Böen und Sturmböen. Die Feuerwehr rückte dort zu einigen Einsätzen aus.

Vom Ruhrgebiet konnte man die Gewitter gut beobachten, es blitze sekündlich und auch der Donner war nun zu hören.

Konvergenz mit Gewittern im Norden/Nordosten

Die Gewitter zogen weiter Richtung Westniedersachsen und schwächten sich dort etwas ab, nachfolgend drehte in Benelux/NRW der Wind am Nachmittag vorübergehend auf nordwestliche Richtungen. Das lag daran, das nun die Konvergenz (Luftmassengrenze) weiter nach Osten gezogen ist und ca. vom Saarland bis zur Lübecker Bucht lag. So bildeten sich am Nachmittag des 8. Juni 2014 in dem genannten Streifen Saarland-Ostsee häufig kräftige Schauer und Gewitter, teils mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Besonders im Nordosten gab es auch Schäden durch die Gewitter. Im Westen, also von Nordfrankreich/Benelux bis NRW/Niedersachsen wehte vorübergehend stabilere Luft aus Nordwesten reis, da wie schon geschrieben, die Konvergenz südöstlich lag. Somit blieb es im Westen auch meist trocken bei leichter Schwüle und heißen Temperaturen. Das änderte sich jedoch sehr rasch zum Abend hin.

SAT 8.06.2014: Gewittercluster

In NRW gab es bis ca. 1900 / 20:00 Uhr noch leichten Nordwestwind, dieser Wind ließ schnell nach und von 21:00 Uhr an war es wieder Windstill, der Taupunkt stieg kräftig an. Die Konvergenz hatte sich nun wieder in nordwestliche Richtung verschoben und lag am späten Abend des 8. Juni 2014 vom nordwestlichen Frankreich über den Ärmelkanal bis zur holländischen Küste. So konnten sich in der Nacht zum 9. Juni 2014 von Nord-Spanien, Frankreich/Benelux bis Westdeutschland und auch über den Alpen wieder kräftige Schauer und Gewitter bilden, abermals waren die Wolkentops, wie in der Nacht zuvor, wieder teils um 15 km hoch, diesmal waren einige meteorologische Parameter noch höher als in der Nacht zuvor. Der Taupunkt blieb von Benelux bis Westdeutschland bei 17 bis 21 Grad, die Cape-Werte sanken teils nicht unter 2000 (J/kg), hatten sie am Nachmittag des 8. Juni über Deutschland 1000 bis 2000 (J/kg), wurden die gleichen Werte in der Nacht zum 9. Juni von Benelux bis in den Westen von Deutschland beobachtet. Für gewöhnlich fallen bei sommerlichen Gewitter-/Unwetterlagen die Cape-Werte Nachts meist unter 1000 (J/kg) und erreichen oft 200 bis 800 J/kg. Diesmal konnte die Luft die ca. 18 bis 21 Grad in 1,5 km Höhe erreichte durch die Konvergenz gehalten werden, so dass genügend Feuchte verhinderte, das Vorderseitig der Konvergenz der Taupunkt sowie die Cape-Werte sinken konnten, wie es sonst eigentlich bei sommerlichen Gewitterlagen der Fall ist.

Neue Unwetter über Frankreich/Benelux

Nach Mittenacht, so ca. zwischen 2:00/3:00 Uhr wuchsen einige kräftige Gewitter zu einem MCS zusammen. Es gab mehrere Meldung über Riesenhagel zwischen Nordfrankreich und Belgien. Das Wetterleuchten der Gewittersysteme konnten wie schon in der Nacht zuvor, sehr gut beobachtet werden. Die Gewitter erreichten gegen 3:00 / 4:00 Uhr NRW. Im Raum Aachen gab es Starkregen und Hagel, dieses Gewitter fiel aber relativ schnell wieder zusammen, möglicherweise hatte sich durch die leichte Südwestströmung Eifellee gebildet, das eine weiter Verstärkung des Gewitters verhinderte. Weitere Gewitter zogen von Belgien/Holland Richtung Niederrhein/Münsterland und verstärkten sich teilweise noch bzw. konnten sich diese Gewitter zu einem Multizellencluster verbinden.

SAT 9.06.2014: Gewittercluster

Die Gewitterreste der Aachener Zelle, die in Belgien großen Hagel brachte, wie schon beschrieben, zerfiel zwischen Aachen und Köln, bis ins südliche Ruhrgebiet gab es aus den Resten des Gewitters noch Schauer. Kurz nach dem die restlichen Schauer Hagen überquert hatten, verstärkte sich der Schauer und entwickelte sich wieder zu einem Gewitter. Im Kreis Unna gab es bereits heftige Blitze und Starkregen. Das Gewitter zog auch über Hamm bis nach Ostwestfalen. Es blitze teilweise mehrmals pro Sekunde, daran konnte man sehen, welche enormen Luftmassen in 1,5 km Höhe zugegen waren!

Das andere Gewittersystem, das von Holland Richtung Münsterland zog verstärkte sich ebenfalls, und von dort wurden Starkregen und Hagel gemeldet. Es war im Münsterland nun das 2. Gewitter mit Starkregen und Hagel. Das erste Gewitter zog, wie oben weiter beschrieben, in der Nacht vom 7 auf den 8. Juni 2014 von Holland nach Westdeutschland und das zweite Gewitter in den früh-Stunden des 9. Juni 2014. Die Schäden hielten sich, wie schon die Nacht zuvor aber deutlich in Grenzen. der Starkregen war meist nur sehr kurz und bleib meist unter 20 l/m², der Hagel erreichte eine Größe von 2 bis 3 cm, sowie einzelne Böen um 70 Km/h.

Auch das Gewitter, das sich aus den Überresten der Aachener Superzelle, bei Hagen/Unna neu bildete, richtete nur geringe Schäden an. Bis ca. 8:00 / 9:00 Uhr zogen die meisten Gewitter nach Nordosten aus NRW raus, Richtung Bremen/Hamburg.

Wie schon angesprochen lagen die Cape-Werte die ganze Nacht über bei 1000 bis 2000 J/kg, so dass sich über Frankreich und Benelux rasch neue heftige Gewitter bildeten. Ein Gewittersystem das sich nordwestlich von Belgien bzw. im südlichen teil von Holland zu einem kleineren MCS zusammenbraute zog während des Vormittags am 9.06.2014 vom Niederrhein über das Münsterland Richtung Bremen/Hamburg bis zur Nordsee/Ostsee.

Es gab vor allem im Münsterland teils heftigen Starkregen, Hagel und teils schwere Sturmböen. Es gab Überflutungen und abgebrochene Äste, sowie umgestürzte Bäume, der Hagel hatte einen Durchmesser von 1 bis 3 cm und verursachte nur geringe Schäden.

Am Vormittag bzw. Pfingstmontag wurde es dann noch schwüler, als in der vorherigen Nacht, teilweise lag der Taupunkt von Nordfrankreich über Benelux bis in den Nordwesten bei 18 bis 23 Grad. Also gab es schon tropische Temperaturverhältnisse. Die Cape Werte stiegen dabei bis zur Mittagszeit weiter rasant an und erreichten am Nachmittag von West- bis Mitteleuropa verbreitet 2000 bis über 3500 J/kg bei 2 m Temperaturen von 28 Grad Richtung Holland/Nordsee und bis zu 39 Grad am Oberrhein!

Superzelle bei Köln und im Sauerland

Nach dem der Gewittercluster vom Niederrhein/Münsterland weiter Richtung Norddeutschland zog und sich dabei etwas abschwächte, bildeten sich von Spanien bis Frankreich/Belgien neue heftige Gewitter. Um die Mittagszeit erreichte ein Gewitter den Westen von Deutschland und es gab in der Region Köln/Düsseldorf großen Hagel und stürmische Böen. Die Schauer und Gewitter zogen weiter Richtung Sauerland/Ostwestfalen.

Eines der Gewitter entwickelte sich kurz nach 13:00 Uhr im nördliche Hochsauerland Kreis/Kreis Soest zu einer Superzelle und brachte dort teils großen Hagel der ganze Gewächshausscheiben zerstörte, hinzu kamen teils schwere Sturmböen. In Meschede gab es bei dem Unwetter entweder eine Downburst (Gewitterfallböe) oder einen F1 Tornado, dort wurde an einem Baumarkt alle Gartenhäuschen Hochgewirbel und zerstört, alleine dort gab es einen Schaden von ca. 50.000 Euro. Das Unwetter verursachte im Sauerland größere Hagelschäden und auch Überflutungen.

Nach dem das Sauerland-Unwetter am Nachmittag des 9. Juni 2014, also Pfingstmontag, weiter Richtung Südniedersachsen zog und sich dabei abschwächte, wurde es von Benelux bis NRW/West-Niedersachsen sonnig, der Himmel war aber von einer weißlichen Dunstschicht überzogen, wegen der hohen Luftfeuchte und Schwüle, so wie der Himmel öfters an Gewitter-/Unwettertagen milchig-gräulich wirkt. Es gab zwischendurch dünne Stratuswolken mit Cumuluswolken.

SAT 9.06.2014: Gewittercluster, Gewittercluster ELA, Gewitterzone (Linie)

Bei Paris braut sich nun richtig was zusammen

Über Frankreich in der Region Paris bildeten sich jedoch neue heftige Gewitter- und Unwetter. Dort wurde kurz nach 16:00 Uhr schon Superzellen mit Hagel von 10 cm Durchmesser beobachtet.

In Wetterforen wurde damals schon diskutiert, das sich die Neugebildeten Superzellen bei Paris, auf dem Weg nach Nordosten als Benelux/Deutschland, eventuell zu einem großen Gewittercluster zusammenbrauen könnten, da die meteorologischen Parameter allesamt teils extreme Werte hatten. Wie schon weiter oben beschrieben, lagen die Temperaturen oft zwischen 28 und 39 Grad, der Taupunkt erreichte 18 bis 25 Grad und es gab Cape Werte die besonders zwischen Nordfrankreich/Benelux und Westdeutschland über 3000 J/kg erreichten, da ist sehr hoch für Mitteleuropäische Unwetterlagen und kommt selten vor, auch wenn solche Wetterlagen wegen der Klima-Erwärmung zugenommen haben.

So diskutierten viele Menschen z.B. im Wetterzentrale Form, welche Auswirkungen die Gewitter um 16:00 bei Paris haben, wenn diese Gewitter in die hoch-explosive Luftmasse hereinziehen werden:

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?2,2877100

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?2,2878193

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Gewittercluster „ELA“ explodiert über Belgien

Noch während man in den Wetterforen diskutierte, beobachten auch anderen Meteorologen und Wetterforscher Aufmerksam die Gewitter-/Unwetter über Nordfrankreich. Diese zogen, wie erwartet, unter Verstärkung Richtung Benelux. Um ca. 17:00 / 18:00 Uhr erreichten die Gewitter, die fast allesamt Superzellen waren, nun als MCS verclustert, den Südwesten von Belgien und verstärkten sich dort weiter. Berichten zufolge gab es dann Bereits nach 18:00 Uhr in Belgien Starkregen/Hagel und schwere Sturmböen, sowie eine teils extrem hohe Blitzrate!

SAT 9.06.2014: Gewittercluster, Gewittercluster ELA, Gewitterzone (Linie)

Meteorologen schauten mit Brisanz und Spannung auf den neuen MCS, der nun in die hoch-energetische Luftmasse zwischen Ost-Belgien/Holland und Ostsee, weiter nach Nordosten zog. Auch in Wetterforen diskutierten die Leute darüber, nun nur wie stark der neue MCS werden könnte und das es wohl eines der heftigsten Unwetter der letzten Jahre werden könnte.

Das ungewöhnliche war, als der MCS (Gewittercluster „Pfingstunwetter“ ELA), Westdeutschland und Holland erreichte, sich von der Größe her fast verdoppelte, die Wolkenbasis reichten vom Ärmelkanal/Nordsee im Westen/Nordwesten bis NRW/Hessen im Osten und Süd-Belgien im Süden, so das der Unwettercluster einen Durchmesser von fast 500 km hatte.

Die ersten Bilder aus Westdeutschland wurden dann damals in den sozialen Medien und Wetterforen gepostet und zeigten eine gräulichen Himmel mit ungewöhnlichen Mammatuswolken. Mammatuswolken sind in Europa meist nur selten und kommen dagegen in Nordamerika vor den großen Superzellen und MCC’s vor und sind oft ein Zeichen für schwere Unwetter.

Der Unwettercluster hatte nun die Grenze zu Deutschland überquert, mittlerweile hatte auch der Deutsche Wetterdienst und die Unwetterzentrale für ganz NRW ROT/VIOLETT herausgegeben, die UWZ auch für ganz Belgien und teile von Holland ROT.

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Es ist ehr selten das selbst der DWD seine höchste Warnstufe herausgibt, und das auch noch für größere Gebiete.

Weltuntergang in NRW

Der Unwettercluster bildete an seiner Vorderseite nun eine Squallline aus, die mit schwere Sturm- und Orkanböen die Eifel und die Region um Aachen erreichte, über Belgien wurde schon Böen von 100 Km/h beobachtet. In der Eifel gab es dann Böen zwischen 100 und 120 Km/h. Der Unwettercluster ELA vergrößerte sich sogar noch etwas mehr auf seinem Weg Richtung Nordosten.

Gespenstische dunkle schwarz-grüne Wolkenformationen zogen an der Vorderseite des Unwetterclusters auf und die Menschen in der Eifel und am Niederrhein hatten solch einen „Weltuntergangshimmel“ noch nie gesehen, mit erstaunen filmten und fotografierten viele Menschen die ungewöhnlichen Wolkenstrukturen, bevor das gigantische Unwetter mit extremen Orkanböen über sie hereinbrach. In den Wetterzentralen und Wetterforen wurden die Kommentare deutlich ernster und Menschen aus der Eifel und am westlichen Niederrhein sprachen davon, das sie so ein Unwetter noch nie gesehen hatten: „Es sei ein dunkler schwarz grünlich-gelblicher Himmel mit mit Wolken einer Böenwalze und sowie einer dahinterliegenden riesigen tiefschwarzen Wolkenwand mit unzähligen Blitzen und das so ein Gewitter kein Spaß mehr sei und die Menschen weiter östlich in NRW sich jetzt auf ein extremes Unwetter vorbereiten sollten“. So ähnlich beschrieben die Leute das Unwetter vom Eifel/Niederrhein. Da das Unwetter, wie schon beschrieben, eine Wolkenfläche von fast 500 km erreichte, gab es auch noch nachdem Starkregen und Orkanböen als Squallline bzw. Bowecho vorüber zogen, noch für mehrere Stunden viele Wolkenblitze unter dem riesigen Wolkenschirm zu beobachten.

In Hamm wurde konnten man gegen 18:00 / 19:00 Uhr den sich rasant vergrößernden Wolkenschirm beobachten, so war es um 19:00 Uhr nur noch weit in Richtung östlichen Horizont etwas bläulich-hell, sonst überdeckte der Wolkenschirm des Unwetterclusters ELA den gesamten Himmel bei einer dichten Schwüle und Windstille, die Vögel waren mittlerweile auch alle still, als wenn sie wüssten das ein großes Unwetter käme.

SAT 9.06.2014: Gewittercluster, Gewittercluster ELA, Gewitterzone (Linie)

Grünlich-schwarzer Himmel – Blitzinferno mit Orkanböen

Richtung Westen wurde das Grau immer dunkler und um 20:00 Uhr schrieben die Leute in den Wetterforen, dass der enorme Unwettercluster nun auch das Rehinland und das Bergische Land erreichen würde. Das regen- und Blitzradar sahen gigantisch aus, zeitweise fiel das Regenradar aus, bzw. war nicht in der Lage die extremen Regensummen des Unwetterclusters genau wiederzugeben. Unzählige Blitze im Sekundentakt wurde auf dem Blitzradar zwischen Belgien/Ost-Holland und NRW registriert, so etwas hatte man selten beobachtet. Im Wetterzentrale Forum, in dem jedes Bundeland bei Gewitterlagen einen eigenen Thread erhält, diskutierten nun auch Menschen aus anderen Bundesländern im „Thread NRW“ mit, da sie ebenfalls mit erstaunen und Spannung dieses ungewöhnliche Unwetter beobachteten. Kurz nach 20:00 Uhr wurde das komplette Rheinland und Bergische Land, etwa vom Kleve bis Bonn von dem eigentlichen Unwetter, das ja wie schon beschrieben, vorab seine mächtigen dunklen Wolkenstrukturen voran schob, erreicht. Besonders heftig tobte die Squalllinie von westlichen Duisburg bis Köln, hier wurden verbreitet orkanartige Böen und Orkanböen zwischen 105 und 150 Km/h beobachtet. In Düsseldorf wo die Wolkentops eine Obergrenze von ungewöhnlichen -72°C erreichten wurde am Düsseldorfer Flughafen ca. 143 Km/h erreicht. In Neuss waren es zuvor 133 Km/h und in der Region um Köln ca. 115 Km/h.

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Im gesamten Gebiet wurde diese ungewöhnlichen grünlich-schwarzen Wolkenformationen beobachten, die quasi die gesamte westliche und auch nördliche Hemisphäre vom Beobachtungs-Standort überdeckten. Sämtliche Wolkenarten durchzogen von vielen Blitzen und der dahinterliegenden Regenwand, haben viele Menschen auch im Rehinland und bergischen Land noch nie gesehen und filmten den herannahenden Weltuntergang.

Nachdem die Wolkenstrukturen mit ersten orkanartigen Böen und einer nächtlichen Dunkelheit über das Rheinland und bergische Land zogen, wie z.b. in Düsseldorf, brach das Unwetter-Inferno über sie los, wie zuvor schon in der Eifel und am Niederrhein. Die Orkanböen waren noch stärker, auch wenn am Düsseldorfer Flughafen 143 Km/h gemessen wurden, so dürften Beispielsweise an der Rheinbrücke und nach einige Schadensanalysen durchaus Böen von 150 oder 160 Km/h dabei gewesen sein. Es wurden Ost-Belgien ausgehend über die Eifel/Niederrhein und nun mit voller Wucht im Rheinland unzählige Bäume durch die schwere Sturm- und Orkanböen entwurzelt. Äste flogen durch die Luft, Dächer wurden abgedeckt, Stromleiten rissen ab. Straßen waren übersät mit Zweigen und Ästen. Ampel wurden umgeweht, die Menschen in den Regionen konnten sich an so ein Unwetter nicht erinnern.

Meteorologen und Wetterforscher hatten über die Sozialen Medien versucht die Leute zu warnen vor dem Unwetter. Es gab in vielen Städten noch Pfingstfeste, wie Beispielsweise in Köln, das aber dann rechtzeitig abgebrochen wurde, ehe die dunklen Wolken und orkanartigen Böen des Unwetterclusters ELA die Bühne völlig zerstörte.

In Düsseldorf wo es nun tiefdunkle Nacht wurde durch die Wolken des Unwetters, wehten extreme Orkanböen mit Starkregengischt und einem Blitzinferno sämtliche Bäume, Ampeln und Kontainer auf Straßen und Wege. Nichts ging Straßen und Wege waren im Rheinland unpassierbar geworden und noch immer leuchten die Wolkenblitze über den grünlich-dunklen Gewitterhimmel, während man nach 21:00 Uhr in Düsseldorf weit gen Westen am Ende des Wolkenschirms nun in rötlich leuchtenden Farben den Sonnenuntergang etwas sehen konnte.

Der Unwettercluster zog nun Richtung Ruhrgebiet/Sauerland. Hier wurde es genauso, wie zuvor in der Eifel/Rheinland Stunden vorher durch den Wolkenschirm des Unwetterclusters dunkelgrau, bevor dann die riesige Böenwalze von ELA zu sehen war. In Hamm verdunkelte sich der Himmel nach 21:00 Uhr, der graue Wolkenschirm der gegen 19:00 Uhr Hamm und ca. 30 Minuten später auch das Münsterland und Ostwestfalen erreichte, wurde nach 21:00 Uhr immer dunkler. Richtung Westen konnte man nun ein Dauergrummeln hören, das sich fast anhörte, als wenn weiter entfernt ein Träcker auf dem Acker Heu erntet. Doch war es das nun über dem Bergischen Land/Ruhrgebiet ziehende Unwetter. Erste Blitze waren am westlichen Horizont zu sehen.

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Im Wetterzentrale Form beschrieben die Leute aus dem Westen von NRW das gigantische Unwetter, das Düsseldorf die umliegenden Städte durch abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume quasi verwüstet seien. Der DWD und die UWZ hatten für ganz NRW, das südliche Niedersachsen und das nördliche Hessen verbreitet Warnstufe ROT und vom Rheinland bis OWL VIOLETT vor schweren Unwettern mit extremen Orkanböen über 140 Km/h nun nochmals erweitert.

Im Ruhrgebiet und Bergischen Land gab es durch das Unwetter verbreitet Orkanböen bis ca. um 150 Km/h!

An so ein Unwetter konnten sich die Menschen in NRW nicht erinnern

Die Menschen konnten sich im Ruhrgebiet/Münsterland, ebenso wie zuvor in der Eifel/Rheinland an ein solch heftiges Unwetter nicht erinnern. Es wurde an der Vorderseite des Bowechos tiefschwarz mit einer Wand aus unzähligen Blitzen, bevor das Sturm- und Blitzinferno auch das Ruhrgebiet und das Bergische Land überquerten. In Bochum und Essen waren die Orkanböen wohl ähnlich stark wie in Düsseldorf, also wohl auch zwischen 140 und 150 Km/h!

Straßen waren auch hier übersät mit Zweigen und Ästen, sämtliche Autos wurden unter Bäumen begraben. Stromleitungen gekappt. Der Bahnverkehr wurde komplett unterbrochen. In Essen gab es ein großes Pfingstfest, die Besucher mussten nach dem der DWD die eine Unwetterwarnung herausgegeben hatte und aus Westen die schwarze Wolkenschirm aufzog, schnell das Pfingstfest-Gelände verlassen und gerieten so in das Unwetter mit Orkanböen. Da sämtliche Straßen und Wege durch abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume, sowie Überflutungen unpassierbar waren und auch Straßen und U-Bahnen, sowie die Bahn nicht mehr fuhren, teilweise zu Fuß nach Hause gehen, selbst Menschen aus Essen brauchten für ihren Rückweg, der sonst eventuell nur 30 Minuten dauerte, mehrere Stunden.

Es gab zudem Zahlreiche Stromausfälle, auch regionale Radio-Sender konnte nicht mehr senden. Die Feuerwehren kamen mit den Einsätzen kaum nach und mussten sich erst zu den eigentlichen Sturmeinsätzen, zu denen sie gerufen wurden, hinarbeiten, da sämtliche Straßen voller Äste und Bäume lagen und stellenweise auch überflutetet waren.

Der Wolkenschirm des Unwettercluster ELA hatte immer noch die Größe von West-Holland über die deutsche Nordseeküste bis Hessen und Belgien. Die eigentliche Sturmwalze erreichte dann gegen 21:30 / 21:45 vom westlichen Münsterland über das östliche Ruhrgebiet bis ins Hochsauerland.

In Hamm wurde der Himmel um 21:00 Uhr sehr dunkel und ca. 20 Minuten später Richtung Südwesten Schwarz. Die enorme Böenwalze, auch Bogenecho genannt, tobte zu der Zeit vom Bergischen Land/Sauerland über Bochum/Dortmund bis nach Münster/Coesfeld. Während der zwischen 18:00 und 21:45 Uhr bin immer zwischen dem Feld, von dem ich Richtung Westen den aufziehenden Unwettercluster beobachtete und dann zwischen News aus dem Wetterforen ect. hin und her gegangen. Der Himmel wurde dann um 21:30 Uhr gelblich-orange Schwarz mit unzähligen Blitzen. So einen Himmel hatte ich auch noch nicht gesehen weiter östlich waren es tiefe Stratus-Cumulswolken zwischen denen es auch gelegentlich blitze, obwohl das Unwetter noch 40 Km weiter westlich von Hamm lag.

Die gelblich-leicht orange-bräunlich leuchtende Sturm-/Unwetterwalze erreichte zwischen 21:45 und 22:00 Uhr Hamm.

Die Sturmwalze kam sogar etwas schneller als ich sie berechnete, auf dem Rückweg wurde immer stürmischer, als ich in meiner Wohnung war, rauschte wie eine Druckwelle aus orkanartigen Böen, Starkregengischt und örtlich auch Hagel, den man nicht sehen konnte, vom Sturm aber gegen die Fensterscheiben geflogen ist, das Blitzinferno des Pfingstunwetters ELA auch über Hamm. Man hörte wie Gegenstände von den Balkonen geflogen sind, z.B. Blumenkästen die auf den Balkonen standen. Von meinem Mülleimer wurde der Deckel weggeweht. Auf einem Nachbar-Balkon wurde die Satelliten-Schüssel gegen die Fensterscheibe geweht. Und immer wieder drückten die orkanartigen Böen samt Starkregen und Hagel gegen die Fensterscheiben, so das die Scheiben durch den Wind knackten.

Die Bäume bogen sich enorm, bei keinem anderen Unwetter habe ich gesehen, das sich die Bäume so dermaßen gebogen haben, selbst bei den schweren Gewittern von Ende Mai 2008 oder anderen früheren Gewitterstürmen!

Es war ein lautes Rauschen und Brummen durch den Sturm, begleitet von Blitzen im Sekundentakt ließ der Starkregen und Hagel, nach ca. 10 bis 15 Minuten der rötlich-schwarze Himmel ging in nun gemäß der Tageszeit in Nacht über. Es ohne Ende weiter. Der Sturm hatte sich ebenfalls gelegt, leichter Regen fiel vom Himmel, gelegentlich gab es noch die ein oder andere starke Windböe. Ich ging nach draußen um zu sehen, welche Schäden das Unwetter hinterlassen hatte. Den Deckel von meinem Mülleimer fand ich auf dem Garagenhof wieder, auch einige Blumenkästen von den Balkonen. Es blitze noch immer alle paar Sekunden. Weiter Richtung Feld, wo viele Pappeln stehen, waren die Wege übersät mit Zweigen und Ästen. Im Wetterform und in den Sozialen Medien machte der riesige Unwettercluster die Runde, immer mehr Leute sprachen über die teils katastrophalen Unwetter-Ereignisse in NRW. Mittlerweile wurde selbst aus den regionalen Radio- und Zeitungen schon ein erstes Update zu dem Unwetter gegeben. Ein gespenstische Ruhe war draußen nach dem Unwetter und es blitze noch immer, da der Wolkenschirm des Unwetterclusters über 400 km Durchmesser hatte.

Man hörte die Feuerwehrsirenen in Hamm, ein paar Straßen weiter hatte es aus einer alten großen Pappel, riesige Äste herausgerissen, die auf kleinere Bäume stürzten und diese dann ebenfalls umstürzten, sowie auf ein Straßenschild. Es gab auch in Hamm überall abgebrochen Äste und Zweige, umgestürzte Bäume und abgerissen Stromleitungen, sowie durch den Wind eingedrückte Fensterscheiben und auch Autoanhänger die auf die Straße geweht wurden. Zudem sind in vielen Kirchen und Gebäuden Blitze eingeschlagen und haben teilweise inklusive mit dem Sturm Dächer abgedeckt. Örtlich liefen Keller voll.

Die Feuerwehr in Hamm war im Dauereinsatz wegen dem Unwetter!

Einige Parks und Grünanlagen wurden für mehrere Tage gesperrt, weil dort Äste und Bäume lagen oder noch umstürzen/abbrechen konnten.

Das Unwetter erreichte nun auch das gesamte Münsterland und Ostwestfalen, in Münster wurden 120 Km/h an einer privaten Wetterstation gemessen. Auch im östlichen Münsterland bis Ostwestfalen gab es verbreitet noch Sturm- und schwere Sturmböen, örtlich auch orkanartige Böen, sowie Starkregen und viele Blitze.

SAT 9.06.2014: Gewittercluster ELA, Gewitterzone (Linie)

Um 23:00 / 23:30 Uhr lag die Squallline von ELA etwa vom Raum Osnabrück bis zur Grenze Ostwestfalen/Niedersachsen. Es gab dort immer noch Stürmische Böen und Sturmböen, mit örtlichen Schäden. Der riesige Unwettercluster schwächte sich nun langsam ab, die letzten stürmischen Böen/Sturmböen von ELA wurden in der Region um Hannover beobachtet mit leichten Schäden. Weiter östlich Richtung Berlin/Brandenburg war der Unwettercluster ELA, der zeitweise die Größe und Formation eines MCC’s und MCV erreichte, aber immer noch ein gewöhnlicher MCS und brachte dort zwar keinen Sturm mehr, dann aber Regional Starkregen mit Überflutungen!

SAT 9.06.2014: Gewittercluster, Gewittercluster ELA

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Pfingstunwetter „ELA“ verwüstet NRW

Erst am Vormittag des 10. Juni 2014 löste sich das Pfingstunwetter über West-Polen auf. Damit ist der Unwettercluster von Pfingstmontag den 9.06.2014, einer der größten und heftigsten Gewittersysteme die über Mitteleuropa beobachtet wurden und hatte zudem auch eine erstaunliche Länge (Nordfrankreich – West-Polen) erreicht auf seinem Weg.

Nach dem um ca. 2:00 Uhr Nachts des 10. Juni 2014 der Himmel blass gelblich im Mondschein wirkte und nach Nordosten noch immer Wetterleuchten zu sehen war, war am frühen Morgen auf vielen Fernsehkanälen wie z.B. dem ARD/ZDF Morgenmagazin, oder den NEWS auf Sat.1 und RTL, das Unwetter der vom Vorabend/vergangene Nacht das Thema des Tages. Auch im Radio wurde den ganzes Tag über die Folgen des Unwetters berichtet. Feuerwehrleute aus Hamm wurden im Radio interviewt und es wurde auch über die dann erst ersichtlichen und schlimmen Folgen des Unwetters in der Eifel/Rheinland /Ruhrgebiet berichtet. Alle Zugstrecken in NRW sind ausgefallen, weil Zweige, Äste und Bäume die Oberleitungen blockierten oder abrissen.

Bei dem Unwetterereignis, das zu Gewitterfronten mit Sturmböen, Regen und teils auch Hagel führte, kamen am 9. Juni zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben; in Nordrhein-Westfalen wurden zudem 30 Menschen schwer und 37 leicht verletzt.

Die versicherten Schäden wurden zunächst auf mindestens 100 Millionen Euro eingeschätzt. Einen Tag später korrigierten befragte Versicherungsunternehmen ihre Schätzungen bereits deutlich nach oben. Anfang Juli 2014 bezifferten Versicherer den Schaden schließlich auf etwa 650 Millionen Euro.

Pfingstunwetter ELA Wetterdaten:

  • MCS/MCC Wolkenschirm 300 /500 Km Durchmesser
  • Über 100.000 Blitze
  • Orkanböen über 150 Km/h (Düsseldorf 145 Km/h, Neuss 133 Km/h, Aachen 130 Km/h, Essen 125 Km/h, Castrop-Rauxel 124 Km/h, Münster 120 Km/h, Wuppertal 115 Km/h)
  • Starkregen 20 bis 45 l/m²
  • Hagel 1 bis 9 cm

Der DWD schreibt zu der Gewitterserie 2019 und dem Unwettercluster ELA:

Was ereignete sich an diesem Tag? Eine extreme Hitzewelle erreichte am Pfingstmontag ihren Höhepunkt. Der Tag begann bundesweit mit viel Sonnenschein. Doch schon gegen Mittag entstand in der Jülicher Börde und der Kölner Bucht eine sehr heftige isolierte und rotierende Gewitterzelle, eine sogenannte Superzelle, die in Bonn Hagel bis 3 cm Durchmesser hervorbrachte. Zwei weitere ähnliche Superzellen bildeten sich am Nachmittag vom Niederrhein bis zum Münsterland sowie zwischen Arnsberg und Brilon. Sie sollten nur die Vorboten der eigentlichen Unwetterfront sein, zeigten aber bereits frühzeitig, welch hohes Unwetterpotential in der Atmosphäre vorhanden war. Am frühen Abend entwickelten sich nun über Nordfrankreich und Belgien neue Gewitter, die sich schnell zu einem mächtigen Gewitterkomplex vereinten. Es entstand ein sogenannter „mesoscale convective complex“ (MCC). Dabei handelt es sich um ein riesiges Gewittersystem, dessen Wolkenschirm einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern aufweist (siehe linke Abbildung). Zuerst zog die bedrohlich schwarze Wolkenwand dieses MCCs auf den Westen von NRW zu. Dabei zuckten im Sekundentakt Blitze am Himmel und boten eine donnernde Lichtershow. Gegen 20 Uhr erreichte nun die eigentliche Gewitterlinie des MCCs den Großraum Aachen. Orkanböen um 130 km/h peitschten den Starkregen horizontal vor sich her, zahlreiche Bäume wurden entwurzelt oder knickten wie Streichhölzer um. Schon eine Stunde später (21 Uhr) erreichten die Unwetter mit zum Teil extremen Orkanböen den Rhein und zogen im Eiltempo ostwärts über das Ruhrgebiet und das Sauerland hinweg, bis sie gegen 23 Uhr eine Linie Osnabrück – Bielefeld erreichten. Erst als die Gewitterfront nach Niedersachsen weiterzog, ging ihr ganz allmählich im wahrsten Sinne des Wortes die Puste aus.

Mit Ausnahme des Niederrheins und des nördlichen Münsterlands sorgten (schwere) Sturmböen in ganz NRW für beträchtliche Schäden. Besonders schlimm traf es neben dem Raum Aachen allerdings den Raum Düsseldorf und das Ruhrgebiet, wo eine Böenwalze mit extremen Orkanböen bis zu 150 km/h oder mehr immense Verwüstungen anrichtete. Am Düsseldorfer Flughafen wurde eine Böe von 144 km/h gemessen, wenig später erreichte die Böenwalze Essen, wo die Station Essen-Bredeney immerhin 125 km/h registrierte, was ebenso Orkanstärke (12 Beaufort) entspricht. Die in Aachen, Düsseldorf und Essen gemessenen (extremen) Orkanböen waren einmalig in den Sommermonaten Mai bis September seit Beginn der Aufzeichnungen für Windböen (siehe Diagramme). Verfolgt man die Zugbahn der Gewitterlinie anhand von Radarbildern, kann man die genannte Orkanspur (lila Bereich in rechter Abbildung) leicht erklären. Bei besonders intensiven Gewitterkomplexen wie dem hier beschriebenen Pfingstmontags-Unwetter kann ein sogenanntes Bogenecho („bow echo“) entstehen. Orkanböen lassen im Zentrum des Unwetterkomplexes die Gewitter schneller verlagern als an den weniger intensiven Rändern der Linie. Dadurch nimmt die zunächst geradlinige Gewitterfront mehr und mehr die Form eines Bogens oder gar eines Bumerangs an (siehe linke Abbildung). Im Bereich des Scheitels dieses Bogenechos treten demnach die höchsten Windgeschwindigkeiten auf.

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https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/6/7.html

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https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/6/9.html

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Neuer Gewittercluster über Belgien

Und während in NRW gerade erst das Ausmaß des verheerenden Pfingstunwetters sichtlich wurde, braute sich in den Frühstunden des 10.06.2014 über Nordfrankreich/Belgien ein MCS zusammen. In den Wetterforen war man eh über die extreme Wettersituation sehr unruhig, als man den neuen MCS in Belgien beobachtet hat, schrieben viele Leute z.B. aus dem Wetterzentrale Forum, das noch so ein Unwetter eine schlimme Katastrophe für die Natur wäre.

Am Aachener Berg wurden wieder 130 Km/h gemessen, der neue Unwettercluster konnte sich jedoch wegen fehlender Energie, nicht zu einem schweren Unwettercluster entwickeln und zerfiel weiter auf dem Weg Richtung Münsterland/Ruhrgebiet, brachte aber örtlich noch bzw. wieder stürmische Böen oder Sturmböen, so das es wieder zu leichten Schäden kam, es sind dann viele Zweige und Äste die vom Pfingstunwetter noch in den Bäumen hingen heruntergefallen.

Es war dann nur eine Wallcloud

Am imposantesten dürfte aber die Wallcloud aus dem sich abschwächenden Gewittersystem am Morgen vom 10.06.2014 gewesen sein. Die Stimmung in NRW war durch das Unwetter ELA eh aufgebracht, es fuhren keine Züge, Straßen waren teils unpassierbar und es gab noch Stromausfälle, da brauste von Westen aus dem zerfallenen neuen Gewittersystem, das wie schon beschrieben in Aachen erneut Orkanböen bis 130 Km/h brachte und im Ruhrgebiet/Münsterland stürmische Böen/Sturmböen, eine Wallcloud vom östlichen Münsterland bis ins Nördliche/östliche Ruhrgebiet, sie lag sehr tief und und überrollte mit den angesprochenen Böen von 7 bis 9 Bft auch Hamm um 7:00 Uhr am 10.06.2014, diese wirklich beeindruckende Wallcloud, gab der ganzen eh schon angespannten Stimmung durch das Pfingstunwetter am Vorabend/Nacht eine mysteriöse Stimmung. Wie gesagt das neue Gewittersystem am frühen Morgen vom 10.06.2104 das von Frankreich/Belgien wieder nach NRW zog, zerfiel dann aber recht schnell. Nach den Böen an der Wallcloud und einem kurzen Platzregen mit etwas Blitz/Donner, gab es in NRW kein neues schweres Unwetter, zum Vorteil der ohnehin geschädigten Wälder, Bahnen und Straßen, sowie Parks an denen das ganze Ausmaß des Unwetters vom Vorabend/Nacht erst am im Laufe des Tages am 10.06.2014 ersichtlich wurde. Viele Feuerwehren die, nun daheim ihre Sturmschäden beseitigt hatten, bzw. wo nun noch das Grünflächenamt in Parks Äste/Bäume, sowie die Überreste zersägter Äste und Bäume an Straßen beseitigen musste, haben sich viele Feuerwehren aus dem Münsterland, östlich Ruhrgebiet und Sauerland dann aufgemacht um im Ruhrgebiet und im Rheinland mitzuhelfen die enormen Schäden zu beseitigen, da dort die örtlichen Feuerwehren und THW an ihren Grenzen kamen und die riesigen Schäden alleine nicht mehr zeitgemäß abarbeiten konnten.

Erst am Tag danach sieht man das Unwetter-Chos

In Düsseldorf wo das Pfingstunwetter am stärksten getobt hatte, wurde die Bundeswehr eingesetzt um die Sturmschäden zu beseitigen, viele Feuerwehrleute berichten, das sie so ein Unwetter noch nie erlebt hatten und auch noch nie solche extremen Sturmschäden gesehen haben.

Sehr schlimm waren auch das Ruhrgebiet und der Niederrhein betroffen! Die Bahn fuhr hier teilweise 1 Woche nicht. Aber auch im Münsterland, Ostwestfalen und dem Sauerland richtete das Unwetter ELA große Schäden an.
Im meiner Stadt Hamm fuhr die Feuerwehr über 100 Einsätze, überwiegend durch umgestürzte Bäume, abgerissene Stromleitungen und Blitzeinschläge.

In Düsseldorf und dem Ruhrgebiet dauerten die Aufräumarbeiten mehrere Tage. Die Feuerwehr in Düsseldorf rückte 5000 mal aus !!!

Größere Schäden als nach Orkan Kyrill

In NRW wurden über 31.000 Feuerwehreinsätze durch das Unwetter ELA registriert. Solch ein Unwetter gab es in NRW Jahrzehnte nicht, teilweise waren die Schäden größer als nach Winter-Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007.

Es kam zu schweren Zerstörungen und mehrere Tage anhaltenden Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Deutsche Bahn erklärte, dass die Sturmschäden am Schienennetz durch Ela deutlich stärker wären als beim Orkan Kyrill im Jahr 2007. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW registrierte landesweit fast 80.000 Festmeter Baumholz in den Wäldern als Schadholz, 61.000 davon in den Bezirken der Regionalforstämter Ruhr und Niederrhein, insgesamt deutlich weniger als beim Orkan Kyrill. In den betroffenen Stadtgebieten sei jeder vierte Baum entwurzelt oder abgeknickt. Dadurch sei dort die Erholungsfunktion erheblich beeinträchtigt.

Das Unwetter ELA zog weiter nach Niedersachsen und Brandenburg, selbst hier gab es noch Starkregen und Sturmböen, erst über Polen löste sich der MCS/MCC (Gewittercluster) auf.

Letzte Gewitter ziehen nach Südosten/Alpen – Unwetterserie Juni 2014 im Vergleich mit älteren und anderen Gewitterserien

Am Nachmittag des 10.06.2014 bildeten sich, mit Ausnahme des äußersten Nordwestens, neue teils unwetterartige Gewitter über Deutschland. Es gab zwar keinen Gewittercluster mehr, aber örtlich gab es Starkregen von über 100 l/m², in der Nacht zum 11. Juni 2014, bildeten sich auch in NRW neue Gewitter, teils gab es wieder Starkregen und Hagel, auch im Kreis Unna/Soest und Hamm mussten die Feuerwehren erneut wegen vollgelaufener Keller ausrücken. Gegen Morgen des 11.06.2014 zog die Kaltfront des des eigentlichen Tiefs ELA, das auf dem Atlantik lag, über Deutschland, im Westen gingen die Gewitter in Dauerregen über, der langsam nach Osten zog. Am Nachmittag des 11.06.2014 bilden sich noch Gewitter Richtung Südosten/Alpen, vereinzelt gab es noch Unwetter, sonst setzten sich stabilere Luftmassen aus Nordwesten durch und beendeten die schwere Gewitter-/Unwetterserie über West-/Mitteleuropa!

SAT 9.06.2014: Gewittercluster, Gewitterzone (Linie)

Die Unwetterserie dauerte Europaweit ca. 5 Tage an und ist von der Länger her mit der Gewitter-/Unwetterserie Mai/Juni 2008 zu vergleichen, aber nicht von der Wetterlage, da wir es im Juni 2014 mit einer starken-meridionalen Südwestlage mit deutlich höheren Parametern zu tun hatten, als Mai/Juni 2008. Und auch die Stärke und Dauer der Gewittercluster übertraf jene vom Frühsommer 2008. Alleine der Pfingstmontags-Unwettercluster, verursachte mehr Schäden, als die Gewitter/Unwetter im Mai/Juni 2008. Der Sommer 1992 war einer der größten Gewitter-/Unwetter-Sommer des 20. Jh. Am 21. August 1992 entwickelte sich von Ostfrankreich ein MCS und zog über Südwestdeutschland bis in den Osten mit oft schweren Sturm-/orkanartigen Böen und teils extremen Orkanböen von teils über 160 Km/h, es gab große Schäden. Schwere Gewitter- und Unwetter gab es vor allem in den 50er Jahren des 20. Jh., aber auch aus der europäischen Renaissance gibt es Aufzeichnungen von gigantischen Unwetter-Clustern, die noch größer waren, als das Pfingstunwetter 2014, da wären die extremen Gewitter-Cluster aus dem Sommer 1788, als zwei MCS/MCC von Nord-Portugal/Spanien über Frankreich/Schweiz, Benelux Deutschland hinweg zogen. Die Gewitter entstanden in der Nacht und befanden sich tagsüber etwa von Nordfrankreich/Benelux, West-Deutschland, es wurde finster wie Nacht und es gab verbreitet großen Hagel und extremen Starkregen, erst über der Ostsee lösten sich die Gewittercluster auf. Die Unwetter von 1788 werden als die größte europäische Hagelkatastrophe seit dem Mittelalter angesehen. Ein weiteres extremes Unwetter soll es am 24. Juni 1693 gegeben haben. In Westdeutschland besonders der Raum Köln wurde von riesigen Hagel berichtet, es sollen Hagelkörner von 4 kg dabei gewesen sein.

Im Frühjahr 2016 gab es über Deutschland bzw. Mitteleuropa eine noch längere Gewitterlage, wohl die bis Dato längste, wo täglich über 3 Wochen lang zu schweren Gewittern/Unwettern kam, es gab auch im Frühsommer MCS mit extremen Überflutungen. Ein MCC wie das Pfingstunwetter ELA, wurde aber nicht beobachtet.

Klima-Erwärmung und Gewitter-Unwetter

Aufgrund der Klima-Erwärmung steigt die Tendenz zu schweren Gewittern der Sommer-Halbjahre, so sind in Zukunft von April bis Oktober öfter schwere Gewitter-/Unwetterlagen mit Starkregen/Orkanböen und Hagel/Tornados möglich, als noch vor 20/30 Jahren!

Dabei können auch Gewittersystem entstehen, also Gewittercluster wie das Pfingstunwetter (MCS/MCC), die aber durchaus noch stärkere und größere Erscheinungen als das ohnehin schon große Gewittersystem vom 9/10. Juni 2014. Denkbar wäre ein riesiger MCC von Nordfrankreich, über Benelux und den ganzen Westen/Norden von Deutschland überdeckt, einhergehend mit extremen Orkanböen über 150 Km/h, Wolkenbrüchen mit über 100 l/m² und Hagel so groß wie Orangen. Auch in früheren Jahrhunderten sind Aufzeichnungen bekannt, an denen es teils unvorstellbare Gewitter über Europa gab, wie z.B. im Sommer 1788 oder 1693. Mit dem Klima-Erwärmung steigt die Tendenz schwere Gewitter- und Unwettercluster in den Frühjahr- und Sommermonaten an, Gewitter gab es immer schon, rechtzeitige Wetterinformationen vor Gewittern/Starkregen könnten dann größere Schäden verhindern. So kann sich der Mensch in einem wärmeren Klima auf Dürre, Hitze und Gewitter-/Unwetter vorbereiten.

Videos

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Links

https://de.wikipedia.org/wiki/Ela_(Tiefdruckgebiet)

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https://www.huertgenwaldwetter.de/chasing-und-berichte/sommer/265-09062014-das-nrw-unwetter-am-pfingstmontag

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http://www.unwetterzentrale.de/uwz/955.html

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Unwetter Sommer 2014 : Ein Rückblick ( Pfingstunwetter „ELA“ und Sturzflut NRW )

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Sturmwetterblog, 12.12.2020

4 Antworten auf “Pfingstunwetter (ELA) 2014 – Erlebnis-Bericht einer historischen Unwetterserie”

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