Ab Freitag viele Tiefs mit Regen/Dauerregen und Wind über Mitteleuropa!

Nach der langen sonnigen und vor allem trockenen Wetterphase, stellt sich die Wetterlage am Mittwoch/Donnerstag um. Von Nordwesten zieht erst noch meist leichter Regen auf, die Temperaturen steigen im Osten am Mittwoch noch bis auf örtlich 28 Grad, sonst schon deutlich kühler als in den Tagen zuvor.

Ab Freitag und dem Wochenende ziehen mehrere Tiefs teils verstärkende Tiefs von der Nordsee Richtung Mittel-/Osteuropa, dabei auch Randtief-Entwicklungen mit viel Wind/Sturm möglich!

ECMWF 12z Wetterkarte 500 hpa Geop.:

https://www.wetterzentrale.de/

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Bis Dienstag gibt es fast überall in Mitteleuropa kräftigen Regen und Dauerregen, es werden verbreitet 35 bis 90 Liter Regen gerechnet, am Alpenrand/Alpen über 100 Liter Regen möglich, bis Ende September/Anfang Oktober auch über all teils 70 bis 100 Liter Regen möglich, in den Alpen auch über 200 Liter.

Es besteht Hochwassergefahr!

In den Alpen sinkt die Schneefallgrenze teils unter 1500 Meter!

Wo genau der meiste Regen fällt und es eventuell zu Sturm durch Randiefs kommt, ist zur Zeit noch unklar.

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Sturmwetterblog, den 22.09.2020

Rückblick August 2020: Hitzewelle und Gewitter-/Unwetter Serie, erstes Sturmtief!

Der August 2020 war der von allen Sommer-Monaten der wärmste mit einer positiven Abweichung von +3,51 k (1961-1990).

Die Gewittersaison 2020 startete recht langsam. Im Mai gab es nur selten Gewitterlagen, im Juni gab es mit schwül-warmen Wetterlagen vor allem im Süden/Osten häufig Gewitter-/Unwetter, im Norden und Westen kaum Gewitter. Im Juli gab es, bis auf das Alpenvorland, kaum Gewitterlagen, es war einer der Blitzärmsten Juli-Monate die aufgezeichnet wurden.

Doch ab Ende Juli stellte sich die Wetterlage um, mit einem Hoch über Nordost-Europa kam schwül-heiße Luft aus Afrika/Mittelmeer-Raum nach West-/Mitteleuropa.

Im Alpenraum und in Süd-Deutschland gab es Anfang August Starkregen/Dauerregen mit teils über 150 l/m2 in 24 Stunden und großen Überschwemmungen und Hochwasser.

Mehrere kleine Höhen-Tiefs brachten zuerst von Spanien/Frankreich über die Alpen bis Süd-Deutschland Gewitter. Ab dem 8/9. August bildeten sich auch über West-Deutschland vermehrt heftige Gewitter.

So kam es ab den Mittags-Stunden am Sonntag des 9. August zu heftigen Gewittern über den westlichen Mittelgebirgen, durch einen sogenannten Outflow Boundary konnten sich auch weiter nördlich, also vom Münsterland bis OWL Konvergenzen entwickeln, so dass es vom nördlichen Ruhrgebiet bis nach Ostwestfalen am Nachmittag zu teils schweren Unwettern mit Starkregen und Hagel kam. Besonders betroffen waren der nördliche Kreis Unna, Hamm und der Kreis Gütersloh. Hier fielen in nur einer Stunde örtlich über 70 l/m² Starkregen/Hagel, vereinzelt gab es stürmische Böen. Die Feuerwehren mussten zahlreiche Keller leerpumpen, Straßen wurden überflutet. In Hamm standen einige Straßen komplett unter Wasser und überflutete zahlreiche Keller und Wohnungen!

Etwa gegen 16:00 Uhr entwickelten sich zwischen Bergkamen und direkt über Hamm jeweils Gewitterzellen. Das Gewitter zwischen Bergkamen und Hamm entwickelte sich rasch zu einem Unwetter, es gab Angangs erst leichten Regen/Wind, als der Haupt-Niederschlag Hamm-Herringen/Bockum-Hövel erreichte, gab es heftigen Platzregen und stürmische Böen, der Starkregen wurde mit der sich verstärkenden Gewitterzelle immer stärker und es gab auch Hagel, gleichzeitig wurde auch die Gewitterzelle über Hamm Mitte/Norden immer stärker und die beiden Gewitter verbanden sich zu einem großen Gewitter. Das Gewitter über Hamm Westen war dabei am stärksten, die Wolkentops erreichten teilweise bis zu 12 km Höhe! Nach dem es ca. 15 Minuten Starkregen und Hagel mit stürmischen Böen gab konnte man Richtung Norden sehen, wie sich der Starkregen nochmals verstärkte, es war Richtung Osten komplett Dunkel, über meinem Standort Gelb-dunkel und Richtung Westen/Süden durch den dichten Regen leicht gelb-gräulich, da dort die Sonne durch den Regen/Hagel schien. Der regen verstärkte sich aus Norden mit der Gewitterzelle weiter, dann gab es einen Downburst mit ca. 7/8 Bft und sintflutartigen Regen/Hagel, die Sicht fiel für 5 Minuten unter 20 Meter. Da es schon zuvor ca. 20 Minuten heftigen Starkregen gab, standen Straßen und Vorgärten unter Wasser, nach dem der Downburst sich legte, gab es ca. weiter 20 Minuten heftigen Starkregen/Platzregen. In Hamm-Lerche fielen in einer Stunde 57 Liter Regen! Zwischen Hamm-Herringen und Hamm Bockum-Hövel sogar um 70 Liter Starkregen!

Vor allem nach Hamm Osten war es dann sehr dunkel, es gab alle paar Sekunden heftige Blitze, über dem Westen/Norden gab es neben große Cumulus-Wolken mit einigen Lücken, das Unwetter , das in einer Reihe von Gewittern zwischen Recklinghausen und Gütersloh stand, löste sich etwas auf, es regnete und blitzte aber bis ca. 20:00 Uhr weiter, dazu färbte sich der Himmel mit der langsam untergehenden Sonne zwischen Braun-Dunkel und Rot-gelb, dazu gab es am nördlich Rand des auflösenden Gewitters seltene Wolkenstrukturen zu sehen. Es war eines der schwersten und beeindruckensten Unwetter die ich erlebte.

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Die schweren Gewitter hielten sich teilweise bis zum Abend, in Hamm gab es über 4 Stunden Gewitter, die Feuerwehr rückte über 100 mal aus. Es war dort das stärkste Unwetter seit dem 28/29. Juli 2014 und 18/19. September 2014!

In der Nacht zum 10. August lösten sich die Gewitter auf, am Montag den 10. August gab es im Südwesten/Mittelgebirge erneut teils schwere Gewitter mit Überschwemmungen. Nördlich der Mittelgebirge bleib es aber meist trocken. Die Gewitter-/Unwetter-Serie setzte sich am Dienstag fort, es kam wieder im Südwesten von Deutschland zu heftigen Gewitter mit Schäden, am Mittwoch war neben dem Südwesten auch der Osten von Unwettern betroffen.

Am Donnerstag den 13. August verlagerte sich die schwül-warme Luft wieder weiter nach Norden. Am Nachmittag kam es erst in den westlichen Mittelgebirgen zu kräftigen Schauern und Gewittern. Am Abend zogen vom Niederrhein bis ins Münsterland und teilweise bis OWL heftige Gewitter aus Süden/Südwesten nach Norden bis zur Nordsee.

Auch die Region Unna/Hamm war wieder von schweren Gewittern betroffen. Das erste kleinere Gewitter bildete sich am Nachmittag/Abend zwischen dem Kreis Soest/Hamm/Unna. Bevor sich an der angesprochenen Gewitter-Linie vom Niederrhein/Münsterland, sich eine kräftige Gewitterzelle nördlich von Dortmund bildete und weiter nach Nordosten zog. Im nördlichen Kreis Unna gab es schon Starkregen und teils schwere Sturmböen, ab ca. 20:00 Uhr erreichte das Unwetter auch den Westen von Hamm mit schweren Sturmböen um 90 Km/h, Starkregen von 20 bis 35 l/m² in 20 Minuten und örtlich Hagel, dazu heftige Blitze!

Die Sichtweite fiel durch Starkregen kurz unter 50 Meter. Es wurden zahlreiche Äste abgerissen, Bäume entwurzelt, wieder liefen Keller voll Wasser, teilweise die selben Keller die bei dem Unwetter am Sonntag den 9. August schon unter Wasser standen. Es gab auch Schäden durch Blitze. Im nördlichen Münsterland gab es teilweise über 70 l/m² Regen. Die Feuerwehren hatten jede Menge Arbeit durch die Gewitter-/Unwetter. Allein in Hamm wurden 70 Gewitter-Einsätze gezählt.

Die Hitzewelle die am 5. August begonnen hatte, brachte bis zum 14. August jeden Tag ca. 30 bis 38 Grad in Deutschland. Und ist von der Ausdauer und Stärke mit den Hitzewellen 2003/2018 vergleichbar.

Am Freitag verstärkte sich die Konvergenz über Deutschland/Mitteleuropa, zwischen einem Tief über Frankreich und dem Hoch über Nordost-Europa.

Es war zwar nicht mehr ganz so heiß, aber die Luft war noch schwüler. Am Nachmittag kam es vom Emsland über NRW bis Bayern zu heftigen Gewittern, die sich durch den schwachen Höhenwind in 1,5 Km Höhe kaum bewegten. Gegen Abend des 14. August wuchsen einige Gewitter vom nördlichen Ruhrgebiet/Münsterland bis OWL zu Multizellen-Clustern/MCS zusammen.

Es kam besonders wieder vom Kreis Unna/Hamm, Warendorf bis Gütersloh zu schweren Unwettern mit Wolkenbrüchen und Überschwemmungen. Das heftigste Gewitter bildete sich zwischen Hamm und Drensteinfurt, hier fielen innerhalb von ca. 3 Stunden fast 130 l/m² Starkregen! Das übertrifft sogar den Jahrhundert-Rekord vom 28/29. Juli 2014, wo es in der Region um 100 l/m² in 3 Stunden gab.

Im nördlichen Kreis Hamm gab es wieder zahlreiche überflutete Keller und Straßen. Die Feuerwehr musste dort 40 mal wegen des Unwetters ausrücken. Im bewohnten Gebiet im nördlichen Kreis Hamm fielen nach DWD Radar Auswertungen ca. 30 bis 50 Liter regen, etwa 5 Km weiter nördlich, Grenze Hamm/Drensteinfurt(Kreis Warendorf) waren es 130 l/m² Starkregen!

In Walstedde einem Stadtteil von Drensteinfurt war komplett Landunter, dort führte der Jahrhundert-Regen zu zahlreichen Überflutungen. Auch die Bauernschaften zwischen Hamm-Heessen und Drensteinfurt waren teilweise überflutet. Ich bin vom Hammer-Westen mit dem Fahrrad in das Unwetter gefahren. In Heessen gab es heftigen Starkregen, die Felder waren teils voll Wasser, die Sichtweite lag teils unter 50 Meter, es war ähnlich wie am 28/29. Juli 2014 bei schweren Münsterland Unwetter, als zwischen Soest/Hamm und Münster 100 bis knapp 300 Liter Regen fielen!

Es gab zahlreiche Naheinschläge (Blitze mit Erdkontakt) Das Gewitter hielt sich ca. 4 bis 5 Stunden, auch im südlichen Stadtteil von Hamm gab es heftige Blitze mit teils über 100 kA!

Nach dem ich, es wurde schon Dunkel, Richtung aus den teils überfluteten Bauernschaften in Hamm Norden Richtung Westen gefahren bin, gab es immer wieder Starkregen und heftige Blitze. Mehrmals sah ich Feuerwehr Autos, die von oder zu Unwetter-Einsätzen fuhren.

Ich war wegen des Starkregens komplett nass. Gegen 23:00 ließ das Gewitter, das sich mit anderen Gewittern vom nördlichen Ruhrgebiet/Münsterland bis OWL zu einem Multizellen-Cluster mit Landregen entwickelte, langsam nach. Es regnete aber noch etwas weiter.

Es war das dritte schwere Gewitter-/Unwetter innerhalb von einer Woche in der Region Unna/Hamm, südlicher Kreis Warendorf/Soest/Gütersloh!

Auch in Beckum (Kreis Warendorf) gab es durch das schwere Gewitter-/Unwetter am Freitag Abend den 14. August, zahlreiche Überflutungen, dort musste die Feuerwehr ca. 200 mal wegen des Starkregens ausrücken.

In Hamm gab es seit 18 Jahren nicht mehr so viele Gewitter-/Unwetter innerhalb von 1 Woche, das letzte mal im August 2002!

Zwar gab es im schweren Unwetter-Sommer 2014 noch mehrere Gewitter-/Unwetter in Hamm mit insgesamt 1000 Unwetter-Einsätzen der Feuerwehr, davon allein 700 beim Starkregen Unwetter vom 28/29. Juli 2014, aber die Unwetter aus dem Sommer 2014 waren über den ganzen Sommer verteilt. Diesmal im August 2020 gab es 3 schwere Unwetter innerhalb einer Woche. Die Feuerwehr musste in Hamm über 200 mal ausrücken, hauptsächlich waren bei den Unwettern vom 9, 13 und 14 August der Westen/Norden betroffen, während im Süden von Hamm kaum Regen fiel.

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https://sturmwetterblog.wordpress.com/2018/10/16/unwetter-sommer-2014-ein-rueckblick-unwetter-ela-und-regenflut-nrw/

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Am Samstag den 15. August kam es im Ruhrgebiet zu heftigen Gewittern mit Starkregen und Überschwemmungen, in Dortmund fielen teilweise über 70 l/m2 Starkregen.

Und auch am 16/17. August gab es besonders in West-Deutschland wieder heftige Gewitter!

Zwischen dem 18 und 23. August wurde es nochmals sehr heiß in Deutschland mit teils über 35 Grad. Gewitter-/Unwetter gab es allerdings kaum noch, da sie Luft trockener war. Nach dem 24. August baute sich langsam die erste windige Westlage auf, was für die Jahreszeit sehr früh ist. So kam es am 26. August zu der Entwicklung eines ersten Sturmtiefs über Europa. Es gab von Großbritannien bis West-/Mitte-Deutschland oft stürmische Böen/Sturmböen, vereinzelt schweren Sturmböen um 90 Km/h ( Beispiel Unna mit 91 Km/h)!

Es gab durch Sturmtief Kirsten einige Sturmschäden durch abgerissene Äste und vereinzelt entwurzelten Bäumen, sowie Schäden an Dächern.

Auch in Hamm musste die Feuerwehr 14 Sturm-Einsätze fahren, meist wegen abgerissener Äste die auf den Straßen lagen. Damit gab es in Hamm zusammen mit der Gewitter-/Unwetter Serie im August an 4 Tagen Schäden durch Unwetter/Sturm, damit übertrifft der August 2020 sogar den August 2002, da es diesmal sogar einen ungewöhnlich frühen Herbst-Sturm gab.

In den letzten Jahren bzw. seit 2017 konnten sehr früh Sturm-/Orkantiefs auf dem Atlantik/Westeuropa beobachtet werden. fast immer, wenn sich zwischen dem 20 August und 10. Oktober eine windige Westlage aufbaut, gibt es im nachfolgenden Winter oft milde und stürmische Westlagen. Diese Theorie habe ich 2017 das erste mal entdeckt. Auch 2018 und 2019 gab es frühe Sturmtiefs, so dass in der Sturmsaison 2018/2019 der stürmischste März seit 25 Jahren folgte. Die Sturmsaison 2019/2020 war zwar nicht so stark wie 2017/2018, aber es gab von Ende Januar bis Anfang März 2020 zahlreiche Stürme, darunter Orkan Sabine und der drittschwerste Orkan „Victoria“ der auf dem Atlantik seit 1881 beobachtet wurde.

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https://sturmwetterblog.wordpress.com/2017/09/18/stuermischer-september-als-indiz-fuer-einen-westlagen-und-sturmwinter/

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Nun gab es wieder Ende August 2020 eine Westlage mit Sturm, ich werde Mitte Oktober die Auswertung schreiben.

Somit war der August nicht nur der 2. wärmste Monat mit +3,51 k (1961-1990), sondern es gab auch ungewöhnlich viele schwere Gewitter-/Unwetterlagen, auch wenn die Gewittersaison 2020 in Deutschland insgesamt schwächer war, so gab es im August neue Rekorde von der Anzahl der Starkregenlagen und diesmal gab es besonders vom nördlichen Ruhrgebiet bis OWL immer wieder Gewitter/Unwetter, siehe etwa Unna/Hamm! Ebenso begann die Sturmsaison 2010/2021 sehr früh mit Sturmtief Kirsten am 26. August 2020.

http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

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Der DWD schreibt zu der Gewittersaison 2020:

https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/8/22.html

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Mit dem deutlich zu warmen August 2020, gibt es nun einen weiteren Monat der im Jahr 2020 zu warm wurde. Damit könnte das Jahr 2020 nach 2018 (+2,25 k) und 2019 (+2,08k) wieder deutlich zu warm werden.

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