Rückblick auf die Sturm-/Orkansaison 2019/2020

Es ist interessant zu Beobachten, das in den letzten Jahren bzw. seit 2017  Herbst-/Winterstürme bzw. die Sturmsaisons früh beginnen.

Inhalt:

  • Sturmsaison 2019/2020 beginnt wieder sehr früh im September 2019
  • Windige Westlage Mitte Dezember 2019
  • Westlage mit Sturmtiefs Ende Januar
  • Ab 8. Februar 2020 schwere Westlage und extreme Orkantiefs in Europa
  • Der Orkan Sabine
  • Orkan Victoria mit 920 hpa drittstärkster Sturm seit 1881
  • Weitere Stürme bis Anfang März
  • Januar – März 2020 hatte die stärkste Westlage seit 2002, 1999, 1993 und 1990
  • Wieder mehrere Mio. fm Sturmholz
  • Sehr milder Winter 2019/2020
  • Zunahme von Stürmen seit 2013
  • Links: DWD, Naturgewalten, Meyerthole Siems Kohlruss, EUWID-HOLZ

Eine neue These, ob Westlagen/Sturmtiefs im September ein Hinweis sind, das der nachfolgende Winter oft mild und stürmisch wird, habe ich 2017 entwickelt und diese These wird jedes Jahr weiter erforscht.

Sturmsaison 2019/2020 beginnt wieder sehr früh im September 2019

Auch 2019 begann die Sturmsaison in Europa wieder sehr früh im September.

Als erstes zog das Sturmtief Ignaz über die Nord-/Ostsee und brachte in Norddeutschland verbreitet stürmische Böen/Sturmböen, an den Küsten gab es auch schwere Sturmböen. Es kam besonders durch abgebrochene Äste oder entwurzelte Bäume zu Sturmschäden, da die Bäume noch voller Laub waren, reichen schon stürmischen Böen aus, um kleinere Laub-Bäume zu entwurzeln.

Das zweite Sturmtief Mortimer zog am 30.092019 ebenfalls von der Nordsee zur Ostsee und brachte in Norddeutschland/Osten und im Bergland verbreitet Sturm. Die lagen meist zwischen 65 bis 100 Km/h, auf den Bergen wurden auch orkanartige Böen oder Orkanböen erreicht, wie auf dem Brocken mit 143 Km/h. Vor allem im Norden und Osten gab es größere Sturmschäden durch abgebrochene Äste, entwurzelte Bäume oder beschädigten Hausdächern.

Am 1. Oktober 2019 zog ein weiteres Tief über Deutschland mit kräftigen Regenfällen, Gewittern und teils starken Windböen, örtlich gab es Überflutungen.

Der Oktober und November brachten aber dann meist ruhiges Herbstwetter, größere Stürme gab es nicht.  Erst Ende November entwickelte sich auf dem Atlantik eine Westlage und brachte teils windiges Wetter mit regen nach Europa, danach gab es kurz kühleres Wetter mit einem Hochdruckgebiet.

Windige Westlage Mitte Dezember 2019

Doch um Mitte Dezember entwickelte sich erneut eine stärkere Westlage einige Sturmtiefs und Randtiefs (Toni und Veiko) zogen meist vom Westeuropa zur Nordsee und brachten auch in Deutschland stürmisches Wetter.

Richtung Ende Dezember entwickelte sich eine antizyklonale Westlage, Sturmtiefs zogen meist vom Atlantik zur nördlichen Nordsee/Nordmeer bis nach Nord-Skandinavien, über Südost-Europa lag ein Hoch und zusammen mit den Sturmtiefs auf dem Atlantik baute sich eine trockene Südwestlage über West-/Mitteleuropa auf, die bis nach Mitte Januar mit kurzen Hoch-Mitteleuropa/Nordwestlage wechselte.

Westlage mit Sturmtiefs Ende Januar

Am 27/28. Januar 2020 zog das Sturmtief Lolita vom Ärmelkanal zur Nordsee und brachte besonders in Süd-Deutschland Sturm. Es gab aber meist nur leichte Schäden.

Die stürmische Westlage hielt weiter an und am 3/4. Februar 2020 zog das Sturmtief/Randtief Petra von Frankreich über Süd-Deutschland mit teils schweren Sturm- und orkanartigen Böen, örtlich Orkanböen, auf den Bergen gab es verbreitet Orkanböen!

Es gab einige größere Sturmschäden durch abgebrochene Äste, entwurzelte Bäume und angedeckten Dächern.

Ab 8. Februar 2020 schwere Westlage und extreme Orkantiefs in Europa

Mit einem kurzen Zwischen-Hoch beruhigte sich die Westlage vorübergehend, doch ab dem 7/8. Februar 2020 entwickelte sich auf dem Atlantik eine sehr starke Westlage und Sturmserie. Ein Orkantief mit unter 940 hpa zog Richtung Island und der Wind nahm vor allem in Westeuropa schon deutlich zu.

Der Jetstream erreichte zeitweise über 350 Km/h und es bildete sich südlich von dem Orkantief ein weiteres Orkantief mit dem Namen Sabine, dieses Orkantief zog am 10. Februar 2020 vom Atlantik über Großbritannien nach Skandinavien und erreichte dabei einen Luftdruck von unter 945 hpa! Das große Sturmfeld überquerte dabei ganz West- und Mitteleuropa. Der Jetstream lag dabei genau von Westeuropa bis nach Mitteleuropa/Deutschland. Eine solche extreme West-Wetterlage gab zuletzt 1999, 1993 und 1990. Die starke Westlage im Januar 2007 Franz/Kyrill und Januar 2018 Burglind/Friederike war zwar ähnlich, aber die Tiefs erreichten nicht so einen niedrigen Luftdruck und auch der Jetstream war 2007 und 2018 deutlich schwächer.

Der Orkan Sabine

Wetterkarte 500 hpa vom 9. Februar 2020:

http://www.meteociel.fr/

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Da das Orkantief Sabine sehr weit nördlich zog und die Isobaren nicht so stark gedrängt waren, als bei den Orkantiefs Kyrill 2007 und Friederike 2018, obwohl ein deutlich stärkerer Jetstream am 9. Februar 2020 über West-/Mitteleuropa lag und der 850 hpa Wind auch stärker war, als bei den Stürmen Kyrill und Friederike, wurden im Flachland aber nur örtlich Orkanböen bei Sabine gemessen, dafür aber verbreitet über 12 Stunden schwere Sturm- und orkanartige Böen von 90 bis 115 Km/h.

Wäre das Orkantief Sabine südlicher gezogen hätte wäre die Dynamik in der Atmosphäre noch stärker gewesen und die Kaltfront wäre mit einer konvektiven Schauer-/Gewitter-Linie über West-/Mitteleuropa gezogen und es hätte dann wohl verbreitet Orkanböen zwischen 120 und 150 Km/h gegeben.

So blieb es meist bei Böen von 10 bis 11 Bft und örtlich 12 Bft. Trotzdem war Orkantief Sabine ein Wetter-Ereignis was von seiner Stärker her ca. alle 2 bis 5 Jahre zu beobachten ist. Orkan Friederike, welches zwar als Tief etwas schwächer war, aber südlicher gezogen ist mit einer anderen Isobaren-Dichte, führte in West-/Mitteleuropa zu höheren Windböen von 115 bis 145 Km/h, als Orkantief Sabine ca. 85 bis 120 km/h.

Der Wind nahm am 9. Februar 2020 in ganz West-/Mitteleuropa deutlich zu  und am Nachmittag/Abend gab es verbreitet Sturm- und schwere Sturmböen, in Westeuropa auch orkanartige Böen/Orkanböen. Am Abend verstärkte sich der Wind in weiter und in Nordwest-Deutschland gab es vor und an der Kaltfront verbreitet schwere Sturm- und orkanartige Böen, örtlich Orkanböen. In der Nacht zum 10. Februar 2020 breitete sich der Sturm weiter nach Süden aus, hier gab es noch stärkere Windböen als in West-/Nord-Deutschland, südlich des Mainz wurden oft Böen von 100 bis 130 Km/h gemessen, vereinzelt sogar über 150 Km/h wie in Fürstenzell (153 Km/h), auf den Bergen gab es im Süden verbreitet Orkanböen. Im Nordosten von Deutschland gab es nur Sturm- oder schwere Sturmböen.

In West-/Nord-Deutschland zogen am 10. Februar 2020 kräftige Schauer und Gewitter mit Sturm-, schwere Sturm und vereinzelt orkanartigen Böen über das Land, auch zwischen den Schauern und Gewittern war es sehr windig mit Sturmböen. Schauer und Gewitter teils mit Graupel gab es noch bis zum 13. Februar 2020, es war sehr windig mit Sturmböen, in Schauer und Gewittern auch schweren Sturmböen.

Auf Kachelmannwetter gab es zu dem Orkan Sabine einen Live-Ticker:

+++ Live-Ticker zu Orkan SABINE +++

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Das Orkantief Sabine verursachte große Sturmschäden, es gab verbreitet abgebrochene Äste, entwurzelte Bäume und abgedeckte Dächer, auch Baukräne wurde umgeweht.

Vor allem in Süd-Deutschland wurden auch größere Flächen Sturmholz geworfen:

1,6 Mio. Fm Sturmholz durch „Sabine“ im Südwesten

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Große Flächen von ganzen entwurzelten Wäldern wie nach Friederike 2018, Kyrill 2007, Lothar 1999 oder Daria, Vivian/Wiebke 1990, bleiben aber aus.

Das gesamte Sturmholz von Sabine könnte bei 5. Mio fm liegen. Dazu im Sommer/Herbst 2020 genauere Zahlen.

Die Schäden von Sabine werden in Deutschland auf ca. 700 Mio. Euro in Deutschland, und auf ca. 2 Mrd. Euro in Europa geschätzt.

Meyerthole Siems Kohlruss:

https://aktuare.de/index.php/de/unternehmen/pressespiegel/1907-sabine-artemis3.html

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Windböen von Orkan Sabine 9/10. Februar 2020 Deutschland:

Windböen 9. Februar 2020:

https://www.mtwetter.de/

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Windböen 10. Februar 2020:

https://www.mtwetter.de/

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Die stürmische Westlage/Sturmserie hielt weiter an und es entwickelten sich Richtung Mitte Februar erneute teils extreme Orkantiefs auf dem Atlantik.

Orkan Victoria mit 920 hpa drittstärkster Sturm seit 1881

Am 14/15. Februar 2020 zog das große Orkantief Victoria mit mit ca 920 hpa vom Atlantik Richtung Island über die Nordsee bis nach Skandinavien/Baltikum.

Der Orkan Victoria gehört zu den Top 3 der stärksten beobachteten Stürme auf dem europäischen Atlantik seit 1881.

Der Stärkste Orkan (Braer-Storm) zog am 8 bis 11 . Januar über den Atlantik südlich von Island zum Nordmeer mit 914 hpa. Der zweitstärkste Orkan zog am 14/15. Dezember 1986 westlich von Island zum Nordmeer. Der Orkan Victoria war mit 920 hpa der drittstärkste Orkan auf dem europäischen Atlantik!

In ganz West-, Nord und Mitteleuropa kam es erneut zu einer schweren Sturmlage.

Wetterkarte 500 hpa Orkan Victoria:

http://www.meteociel.fr/

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Die Windstärken waren ähnlich, wie die von Orkan Sabine, nur das der Sturm etwas weiter nördlicher zog. Von Benelux bis Nordwest-Deutschland gab es verbreitet schwere Sturm- und orkanartige Böen, sonst oft stürmische Böen/Sturmböen, vereinzelt schwere Sturmböen. Vor allem in NRW gab es verbreitet Sturmschäden durch abgebrochene Äste, entwurzelten Bäumen und abgedeckten Dächern, auch bei der bahn kam es zu langen Beeinträchtigungen durch das Orkantief.

Das Orkantief Victoria verursachte in Deutschland ca. 100 Mio. Euro Schaden, eventuell auch mehr. Für Europa müssen genaue Zahlen der Schäden von Victoria noch abgewartet werden.

Weitere Stürme bis Anfang März

Die Sturmlage ging nach Mitte Februar in Europa weiter Tiefs und Sturmtiefs zog vom Atlantik nach Skandinavien und es gab oft viel Regen/Graupelgewitter, dazu war es windig mit Sturmböen.

Am 20/21. Februar 2020 zog die Kaltfront von Sturmtief Xanthippe über Benelux und Deutschland. Es gab oft stürmische Böen/Sturmböen, örtlich auch schwere Sturm- oder orkanartige Böen. Es waren aber nur leichte Sturmschäden zu verzeichnen.

Am 22. Februar 2020 zog ein Sturmtief über Skandinavien und verursachte im äußersten Norden teils schwere Sturm- und orkanartige Böen.

Bereits wenige Tage später am 23/24. Februar 2020 zog ein weiteres Sturmtief Yulia über West- und Mitteleuropa. Es wurden erneut verbreitet, bis auf den Norden, erneut Sturm- und schwere Sturmböen, örtlich orkanartige Böen gemessen, auf den Bergen örtlich Orkanböen.

Das Sturmtief Yulia führte zu Sturmschäden durch abgebrochene Äste, entwurzelten Bäumen, abgedeckten Dächern, auch Utensilien flogen herum. In einigen Städten fielen die Karnevals-Sonntags Umzüge wegen des Sturmtiefs aus.

Die stürmische Westlage brachte durch ein weiteres Sturmtief über Skandinavien an der Nordsee/Norden wieder teils schwere Sturm- und orkanartige Böen mit Sturmschäden.

Am 26/27. Februar 2020 entwickelte in der Westlage das Randtief/Sturmtief Bianca, das von Frankreich über Süd-Deutschland/Alpen zog. Es gab verbreitet schwere Sturm- und orkanartige Böen, örtlich Orkanböen, auf den Bergen Orkanböen.

Das Sturmtief Bianca verursachte größere Sturmschäden durch abgebrochene Ästen, entwurzelten Bäumen und abgedeckten Dächern, sowie Sturmschäden bei der Bahn.

Am 29. Februar/1. März 2020 zog eine Kaltfront eines Sturmtiefs bei Schottland, über Deutschland hinweg. Es gab an der Kaltfront verbreitet Sturm- schwere Sturm und teils orkanartige Böen, auf einige Bergen sogar Orkanböen. Örtlich waren auch Gewitter dabei. Und wieder gab es einige Sturmschäden.

Es gab weiter eine Westlage und am mit viel Wind und teils starken Dauerregen, der zu Hochwasser und Überschwemmungen führte. Viele Flüsse in Deutschland traten über die Ufer.

Am 12/13. März 2020 zog das letzte Sturmtief Hanna vom Atlantik nach Europa. In Deutschland gab es vor allem im Westen/Norden und der Mitte verbreitet Sturmböen, örtlich schwere Sturmböen. Ganz im Norden und an Nord-/Ostsee verbreitet orkanartige Böen, örtlich auch Orkanböen mit größere Sturmschäden.

Ab dem 14. März 2020 schwächte sich die lange und starke Westlage und Sturmserie nun ab und von Süden baute sich ein großes Hochdruckgebiet auf, so dass ab ca. dem 18. März 2020 in Europa eine meridionale Hochdruck-Wetterlage herrschte. Eine Westlage mit Tiefs/Sturmtiefs gab es bis Ende April nicht mehr, wo dann auch die Sturmsaison 2019/2020 endete.

Januar – März 2020 hatte die stärkste Westlage seit 2002, 1999, 1993 und 1990

Man kann sagen das die Sturmsaison 2019/2020, wie auch schon die Sturmsaison 2017/2018 und 2018/2019, zu den stärksten der letzten 30 Jahre gezählt werden kann. In Europa ist die markante Sturmserie Januar – März mit den beiden schweren Orkantiefs Sabine und Victoria sogar aus meteorologischer Sicht mit 1990, 1993 und 1990 zu vergleichen.

Die Sturmsaison 2017/2018 brachte zwar noch stärkere Stürme von September 2017 bis Ende Januar 2018, darunter das Sturmtief Xavier vom 5. Oktober 2017 und der Orkan Friederike vom 18. Januar 2018, welcher der stärkste Sturm seit Kyrill 2007 in Deutschland war.

In der Sturmsaison 2018/2019 fokussierte sich fast alle stärkere Stürme auf den März 2019, so dass der März 2019 der stürmischste März seit 25 Jahren war.

Die Sturmsaison 2019/2020 fing, wie oben schon beschrieben, ähnlich wie 2017 und 2018 besonders früh an, und brachte dann von Ende Januar bis Anfang März eine sehr starke Westlage mit teils schweren Orkantiefs in Europa.

In Deutschland war es die stärkste Westlage seit Dezember 2017/Januar 2018 (Burglind/Friederike) und Januar 2007 (Kyrill). Wenn wir die Westlage aus europäischer Sicht betrachten, ist sie mit dem Dezember 2013/Januar 2014 und dem Dezember 1999 (Anatol, Lothar/Martin) und ebenfalls Januar – März 1990 (Daria, Vivian/Wiebke) zu vergleichen. Nur das 1990 fast alle Sturm-/Orkantiefs etwas südlicher gezogen sind, und das europäische Festland mit stärkeren Böen treffen konnten.

Wieder mehrere Mio. fm Sturmholz

Betrachten wird die Westlage nun fokussiert auf den Februar 2020, also mit den Sturm-/Orkantiefs Sabine, Victoria, Yulia und Bianca. War es der stürmischste Februar seit 2002 und 1990, nur das 1990 die Stürme etwas südlicher gezogen sind und so ihren Höhepunkt über Westeuropa erreichten und damit stärkere Windböen auf dem Binnenland entwickelten, was zu den katastrophalen Waldschäden von über 120 Mio. fm Sturmholz vor allem durch Vivian/Wiebke in Süd-Deutschland/Alpen führte.

In Europa/Deutschland hat die Sturmserie ca. 7 bis 8 Mio fm Sturmholz geworfen:

Die Orkantiefs „Petra“, „Sabine“ und „Victoria“, die Anfang und Mitte Februar 2020 über weite Teile Europas gezogen sind, haben nach den bislang bekannt gegebenen, vorläufigen Zahlen in Mitteleuropa zu einem Sturmholzanfall von schätzungsweise 7-8 Mio fm geführt. Deutschland ist demnach mit insgesamt rund 5,3 Mio fm am stärksten betroffen, gefolgt von Tschechien, wo allein im Staatswald von etwa 1 Mio fm Sturmholz ausgegangen wird. Laut den bisherigen Angaben summieren sich die Schäden in Österreich, Frankreich und Belgien auf jeweils einige 100.000 fm. Über überschaubare Schäden wird aus Schweden berichtet.

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https://www.euwid-holz.de/news/rundholzschnittholz/einzelansicht/Artikel/orkantiefs-verursachen-mindestens-7-8-mio-fm-sturmholz.html

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Die Sturmsaison 2017/2018 welche zu den stärksten Saisons der letzten 50 Jahre zählt, warf in Europa dagegen über 33 Mio. fm Sturmholz.

Die markantesten Stürme von Januar bis März 2020 waren:

  • Orkan Sabine (Februar)
  • Orkan Victoria (Februar)
  • Sturmtief Yulia (Februar)
  • Randtief Bianca (Februar)
  • Sturmtief Hanna (März)

Sehr milder Winter 2019/2020

Die Westlagen und besonders die stürmische Westlage/Sturmserie von Januar – März brachte sehr milde Temperaturen nach Europa. In Deutschland war der Winter 2019/2020 mit +3,9k (1961-1990)der zweitwärmste Winter seit 1881.

In Deutschland können die Schäden von allen Tiefs von Januar bis März auf ca. 1 bis 1,3 Mrd. Euro geschätzt werden, in Europa auf eventuell 5 Mrd. Euro. Auch sind genaue Zahlen erst im Sommer/Herbst 2020 verfügbar. 

In den letzten Jahren bzw. seit 2013 sind wieder mehr Sturmtiefs über Europa zu beobachten. Die Jahre von September 2017 bis März 2020 brachten viele schwere Stürme in Europa mit großen Schäden in Wäldern, hier sind vor allem Sturmtief Xavier/Herwart Oktober 2017 und Burglind/Friederike Januar 2018 zu nennen. Das Sturmtief Vaia vom Oktober 2018, das ungewöhnlich vom Mittelmeer über die Alpen zur Nordsee zog, warf vor allem in den Alpen viel Sturmholz. Aber auch der stürmischste März 2019 seit 25 Jahren brachte mit Sturmtief Eberhard am 10. März 2019 teils größere Waldschäden in Mitteleuropa.

Die Stürme Sabine und Victoria haben erneut teils größere Waldschäden in Deutschland/Alpen verursacht, wenn auch nicht so stark wie 2018, 2007, 1999 oder 1990.

Zunahme von Stürmen seit 2013

Die Westlage mit den teils extremen Orkantiefs (Sabine 942 hpa und Victoria ca. 920 hpa) von Januar bis März 2020 gehören zu den schwersten beobachteten Stürme der letzten 50 Jahre auf dem Atlantik. Die Sturmsaison 2019/2020 bestätigt den Trend, das seit 2013 bzw. 2017 wieder in Herbst- und Wintermonaten vermehrt Westlagen mit schweren Stürmen zu beobachten sind. Auch die Winter waren seit 8 Jahren, bis auf 2012/2013, alle deutlich zu warm.

Ausschnitt eines Berichtes vom DWD von 2018 zur Sturmsaison 2017/2018 und Zunahme von Winterstürmen seit ca. 2013:

Die aktuelle Sturmsaison wurde am 14. September 2017 mit Sturm Sebastian ungewöhnlich früh eröffnet. Am 05. Oktober folgte Sturm Xavier und am 31. Oktober bereits der nächste schwere Sturm namens Herwart, der regional eng begrenzt sogar an die Windgeschwindigkeiten von Kyrill heran reichte. Am 2. Januar sorgte Sturm Burglind für Schäden in der Südhälfte Deutschlands und nun folgte mit Friederike einer der schwersten Stürme des vergangenen Jahrzehnts. Die Häufung von schweren Stürmen ist in dieser Saison schon auffällig. Doch was ist der Grund dafür?

Die Ursache dafür ist, dass seit dem Herbst eine Westwetterlage vorherrschend war. Dabei ziehen Tiefdruckgebiete in rascher Abfolge vom Nordatlantik meist von Island kommend über die Nordsee nach Südskandinavien und beeinflussen mit ihren Ausläufern Mitteleuropa. An der Südflanke dieser Tiefdruckgebiete bilden sich bei großen Temperaturgegensätzen immer wieder Randtiefs. Diese können sich dann zu Sturmtiefs entwickeln. Voraussetzung für eine aktive Sturmsaison ist also eine Westwetterlage, die über einen längeren Zeitraum stabil bleibt. Dies war auch Anfang der 90er Jahre der Fall, wo es in diesem Zeitraum ebenfalls zahlreiche große Stürme gab. Mit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Zahl der Westwetterlagen und damit auch die Anzahl der Stürme deutlich abgenommen. Erst in der jüngeren Vergangenheit ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, oder ob es sich dabei nur um eine kurze Episode handelt, ist allerdings noch ungewiss.

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https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/1/19.html

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Somit könnte es sein, das auch im nächsten herbst-/Winter bzw. die Sturmsaison 2020/2021 wieder sehr schwere Stürme bringt, eventuell mit einer südlicheren Zugbahn, da in den letzten Jahren, wie schon beschrieben, Westlagen in Herbst/Wintermonaten seit 2013 wieder zugenommen haben.

Links: DWD, Naturgewalten, Meyerthole Siems Kohlruss, EUWID-HOLZ

DWD:

Orkan Sabine

https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/stuerme/20200213_orkantief_sabine_europa.html

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Orkan Victoria

https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/2/17.html

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Naturgwalten (Seite von Thomas Sävert)

Winterstürme:

http://www.naturgewalten.de/wintersturm.htm

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Meyerthole Siems Kohlruss:

https://aktuare.de/index.php/de/unternehmen/pressespiegel/1911-sabine-bocquel-2.html

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EUWID:

https://www.euwid-holz.de/

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-anno 8 bis 13 Mai 2020

Bericht zur Sturmsaison 2019/2020 geschrieben von Sturmwetterblog.

4 Antworten auf “Rückblick auf die Sturm-/Orkansaison 2019/2020”

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