Der Hochwasser und Sturm Oktober 1998

Der Herbst 1998 fing teilweise im September windig und nass an. Der Oktober 1998 brachte dann teils extreme Regenfälle und Sturm!

Ich kann mich noch erinnern, das es ca. vom 10 bis zum 15. Oktober 1998 oft kräftigen Dauerregen gab, kleine Bäche und Flüsse schwollen schon etwas an, auch wenn es noch keine signifikanten Überschwemmungen gab.

Dann stellte sich kurz etwas ruhigeres Wetter ein, doch bereits am 23/24. Oktober 1998 zogen Sturmtiefs vom Atlantik nach Mitteleuropa, diese hatten neben Wind/Sturm auch sehr viel Dauerregen dabei. Das Sturmtief „Winnie“ vom 24/25. Oktober 1998 brachte sehr viel Regen, da die Böden vom Regen um Mitte Oktober schon gesättigt waren, konnten sie den regen kaum noch aufnehmen, es kam im Münsterland, also da wo ich früher wohnte, zu ersten Überflutungen.

Neben dem starken Dauerregen, der durch eine Kaltfront mit Graupelgewittern abgelöst wurde, gab es auch starken Wind und Sturmböen, die Böen hielten sich aber in Grenzen meist waren es 7 bis 9 Bft, örtlich 10 Bft, die Schäden die der Wind anrichtete, waren gering, dafür brachte der Regen kleine Bäche zum Überlaufen. Ca. 30 bis 45 Liter Regen brachte das Sturmtief mit.

Am 26. Oktober 1998 gab es das typische Rückseiten-Wetter bei Tiefs die nach Osten abziehen. Die Nordwestlage brachte Schauer, teils mit Graupel und Wind.

Doch schon am 27.10.1998 zog das nächste Sturmtief von Westen nach Mitteleuropa/Deutschland. der Wind drehte auf Südwest und es gab erneut zeitweise Regen, in den Wetterberichten wurde vor Sturmböen und schweren Sturmböen zwischen 80 und 100 Km/h gewarnt, dazu auch vor Dauerregen.

In der Nacht zum 28.10.1998 legte der Wind deutlich zu, es war stürmischer als beim Sturmtief „Winnie“ drei Tage zuvor, oft waren Böen von 70 bis 90 Km/h dabei, auch der Mittelwind war mit ca. 60 Km/h stark.

Am Mittwoch-Früh den 28.10.1998 schaute ich dann die ersten Wetterberichte im ARD/ZDF Morgen-Magazin, dort wurde schon den teils schweren Sturmböen erzählt und das über Norddeutschland zu heftigen Regenfällen mit starken Überschwemmungen kam die nach Süden ziehen.

Als ich zur Schule fuhr gab es weiter starken Wind mit Sturmböen, die Bäche und kleinere Flüsse, waren durch den regen wieder sehr stark gestiegen.

Um ca. 10 Uhr setzte dann heftiger Starkregen ein, der Wind ließ nach, es war fast wie im Sommer bei einem schweren Gewitter, nur das es diesmal kein Gewitter gab und der Regen durch die nach Süden ziehende Okklusion des Sturmtiefs „Xylia“ verursacht wurde, der heftige Regen hielt ca. 2 Stunden lang an.

Als ich Mittags dann von der Schule nach Hause fuhr, konnte ich kurz nach der Schule nicht weiter fahren, da eine Unterführung vollständig überflutete war, als ich einen Umweg über eine Straße nahm, sah ich von weiten, das ein Bach eine Wiese überflutet hatte und mir war klar, das auch die anderen Bäche und der Fluss Werse, starkes Hochwasser führten, auf dem Weg nach Hause sah ich, das die Werse starkes Hochwasser führte und anliegende Kleingärten überschwemmt hatte, so ein starkes Hochwasser hatte ich bis dahin noch nicht gesehen.

Auch ein Bach in der Nähe unseres damaligen Hauses führte starkes Hochwasser und überschwemmte Felder und Wiese, sowie Fahrradwege die direkt am Bach entlang führen.

Mein Regenmesser hatte ca. 45 Liter Wasser in 48 h und war bis oben hin voll, in anderen Regionen fielen teilweise zwischen 50 bis 150 Liter Regen in 48 h. Der Erdboden konnten nach dem Regen Mitte Oktober und dem Regen von Sturmtief „Winnie“ die Wassermassen von Sturmtief „Xylia“ nicht mehr aufnehmen. Die Sturmschäden hielten sich in Grenzen, es gab örtlich abgerissene Äste und entwurzelte Bäume, sowie heruntergefallene Dachziegel. Der regen überflutete ganze Straßen und es liefen viele Keller voll Wasser. Feuerwehr und THW waren im Dauereinsatz. 

Es gab in ganz Deutschland teils schwere Regenfälle mit großen Überschwemmungen.

Die enormen Regen-Mengen vom 27/28.Oktober 1998!

27.10.1998:

http://www.mtwetter.de/

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28.10.1998:

http://www.mtwetter.de/

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Auch der 29/30. Oktober 1998 brachte wieder Regen, aber diesmal nicht so heftig, das änderte sich jedoch am 31. Oktober 1998 ein neues Tief zog aus Westen nach Mitteleuropa und brachte wieder verbreitet 30 bis 50 Liter Regen. Am 1. November gab es wieder große Überschwemmungen, die Werse hatte zum Teil noch höhere Pegelstände als 3/4 Tage zuvor!

Sämtliche Wiesen und Felder hatten sich in Seen verwandelt. Nach dem das Tief am 1. November 1998 abgezogen war, stellte sich die Wetterlage bis Anfang Dezember 1998 auf eine trocken-kalte meridionale Wetterlage um und es gab kaum noch Regen. Die großen Überschwemmungen auf den Wiesen und Feldern waren aber bis in den Dezember 1998 zu sehen, das Wasser konnte nur langsam versickern.

Mit einer Niederschlags-Abweichung von 298% war der Oktober 1998 der nasseste Monat den es je in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 gab.

Link:

Oktober 1998 – Niederschlagsrekorde, Überflutungen und Hochwasser

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-anno 7.12.2019

Sturmwetterblog

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