Nächste Woche stürmische Westlage ?

Aktuell befindet sich West- und Mitteleuropa in einer schwachen westlichen Strömung, auf der Rückseite wird es am Wochenende und Anfang nächster Woche vorübergehend etwas kühler. Nachts kann es leichten Frost geben und durch überfrierende Nässe Glatt auf den Straßen werden, die Schauer fallen im Bergland auch als Schneeregen oder Schnee.

Doch bereits ab Dienstag/Mittwoch nächster Woche stellt sich die Großwetterlage in Europa um. Richtung Kanada/Grönland wird es sehr kalt, dadurch baut sich eine kräftige Westlage auf. Das Hoch auf dem Atlantik zieht Richtung Azoren/Mittelmeer.

Sturm- und Orkantiefs ziehen dann vom nördlichen Atlantik Richtung Nordmeer/Skandinavien. Am Mittwoch/Donnerstag nächster Woche wird es dann auch in West-/Mitteleuropa zunehmend milder und es gibt zeitweise Regen, dazu frischt der Wind immer weiter auf.

Das ECMWF ENS Mittel 00z zeigt deutlich eine starke Westlage mit einem Orkantief über Skandinavien:

Wetterkarte ECMWF ENS 00z 500 hpa:

http://www.meteociel.fr/

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Einige Modell-Läufe und Varianten vom ECMWF, GFS und GEM sehen um den 6/7. Dezember 2019 südlich der Orkantiefs über Skandinavien eine Sturmtief-Entwicklung, noch ist aber unklar ob sich ein Sturm- oder sogar Orkantief entwickelt. Am Mittwoch/Donnerstag gibt es ein Update zur kommenden Wetterlage, wie stark sich die Westlage aufbaut und ob es zu einer schweren Sturmlage kommt.

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anno 28.11.2019

Sturmwetterblog

Tabelle: Anzahl von Tagen mit mindestens 8 Bft (Stürmischer Wind) in Düsseldorf 1969 – 1999

In dieser Tabelle sehen wir in den Jahren von 1969 bis 1999 die Anzahl von Tagen mit mindestens 8 Bft ( = Stürmischer Wind/Sturmwarnung ) in Düsseldorf. Dabei ist deutlich zu erkennen, das besonders die Jahre von 1990 bis 1995 eine hohe Anzahl von stürmischen Tagen aufweist. Anfang der 90er Jahre gab es in Europa ein erhöhtes aufkommen von Westwetterlagen, die, wie z.B. 1989/1990, 1992/1993, 1993/1994 und 1994/1995 zu schweren Stürmen und starken Hochwasser führten. Die meisten Tage mit 8 Bft gab es 1993, das gleiche Jahr in dem auch die meisten nordatlantischen Orkantiefs beobachtet wurden.

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Sturmwetterblog, anno 24.11.2019

Nächste Woche milde und windige West-/Südwestlage

Nach einer kühlen Phase stellt sich die Groß-Wetterlage ab dem Wochenende über Europa erstmal um.

Tiefs vom Atlantik ziehen Richtung West- und Mitteleuropa, dabei wird es vor allem Nachts deutlich milder.

Immer wieder kann es zeitweise Regen geben oder Schauer. Dabei wird auch windig, im Bergland und an der Nordsee örtlich stürmische Böen oder Sturmböen.

Einige Wettermodelle wie das ICON 12z rechnen auch ab Mitte nächster Woche ein Sturmtief vom Atlantik Richtung Großbritannien/Nordsee.

http://www.meteociel.fr/

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Andere Wettermodelle wie das ECMWF 12z sehen lediglich nur ein schwaches Tief mit Wind und Regen.

Von der daher abwarten, ob auch die anderen Wettermodelle eventuell Sturm rechnen oder es nur windig bleibt.

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Sturmwetterblog, anno 21.11.2019

Tabelle: Anzahl von Sturm-/Orkantief unter 950 hPa Atlantik/Europa von 1956 bis 2001

Wir sehen auf der Tabelle, das die Anzahl der Sturm- und Orkantiefs im Nordatlantik und Europa seit 1988 deutlich zugenommen hat. Insbesondere die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts brachten große Orkane mit schweren Schäden hervor. Die windigsten Sturmsaisons in Europa waren 1989/1990, 1992/1993 und 1993/1994, wobei das die Sturmsaison 1999/2000 noch größere Schäden anrichtete, als der Sturmwinter 1989/1990, wenn auch 1999/2000 nicht so viele Orkantiefs auf dem Atlantik beobachtet wurden. Im Sturmwinter 1992/1993 wurden 18 Orkantiefs mit unter 950 hPa beobachtet, die höchste Anzahl von Starktiefs (<950 hPa) im Atlantik/Europa.

Der Deutsche Wetterdienst zählte im sehr milden und stürmischen Winter 2013/2014 ebenfalls 17 Orkantiefs mit unter 950 hPa auf dem Nordatlantik und Westeuropa.

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-anno 10.11.2019

Sturmwetterblog

Wetter-Entwicklung bis Dezember

Nachdem es in der letzten Oktober-Woche frisch wurde mit Nachtfrost, hat sich nun Anfang November eine milde Südwestlage aufgebaut. Die Wetterlage über Europa wird sich mit einer schwachen Südwestlage bis ca. Mitte November halten.

Die Großwetterlage wird sich voraussichtlich ab Mitte November umstellen. Wir bekommen es mit einer eher meridionalen Wetterlage zu tun, dabei ist es entscheidend, ob westlich ein Tief über den Britischen Inseln liegt oder ein Tief über den Alpen inklusive einem Hoch über dem Nordmeer/Skandinavien.

Eine meridionale meist östliche Strömung rechnen viele Wettermodelle um Mitte November wie etwa das ECMWF oder GFS, es ist noch nicht ganz klar, ob es dann ehr mild oder auch kalt werden könnte.

Wetterkarte ECMWF 12z 850 hpa Temp.:

https://www.wetterzentrale.de/

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Das ECMWF Modell rechnet im 12z Lauf sehr warme Luft die durch TM (Tief Mitteleuropa) nach Ost-/Nordost-Europa gelangt, die warme Luft würde dann von Osten nach Mitteleuropa strömen. Das wäre die milde Variante,  je nach Verteilung der Druckgebilde würde es wie oben schon erwähnt, mild oder kalt werden. 

Eine Westlage ist in der erweiterten Mittelfrist erstmal nicht zu sehen.

Diese meridionale Wetterlage würde sich eventuell bis Anfang Dezember halten, wenn aus Nordosten kalte Luftmassen nach Mitteleuropa fließen, ist Ende November/Anfang Dezember eine winterliche Wetterlage möglich mit Schnee bis ins Flachland.

Wird der Dezember winterliches Wetter bringen ?

Die meridionale Großwetterlage über Europa wird sich höchsten 2 bis 3 Wochen eventuell 4 Wochen halten. 

Der Polarwirbel kommt nach Mitte November richtig in Fahrt.

Die Temperaturen für den Polarwirbel werden in ca. 25/30 Km Höhe erreicht, also 10 hpa Bodendruck:

Aktuell ist der Polarwirbel noch sehr schwach mit meist gemäßigten Temperaturen.

Wetterkarte GFS 12z 10 hpa Temp.:

https://www.wetterzentrale.de/

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Es wird aber nach Mitte November in 10 hpa am Nordpol deutlich kälter werden, wie wir auf der folgenden Wetterkarte sehen.

Wetterkarte GFS 1z 10 hpa Temp.:

https://www.wetterzentrale.de/

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Durch die Abkühlung wird auch  Rotation des Polarwirbels zunehmen und der Wind in 10 hpa wird mit starker westlicher Strömung in ca. 25/30 Km Höhe über den Atlantik/Europa ziehen.

Denn aktuell haben wir es noch mit einem meist schwachen 10 hpa Wind um den Polarwirbel zu tun, wie wir auf der folgenden Wetterkarte sehen.

https://www.wetterzentrale.de/

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Wie schon geschrieben, wird sich durch die markante Abkühlung am Nordpol in ca. 25 Km Höhe, der Wind um den Polarwirbel deutlich verstärken.

Wetterkarte GFS 12z Wind 10 hpa:

https://www.wetterzentrale.de/

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Die Großwetterlage bleibt aber erstmal meridional bis ca. Anfang/Mitte Dezember. 

Denn bis sich die Zirkulation in der Nordhemisphäre vom Polarwirbel 10 hpa (= 25/30 Km Höhe) Wind bis zum zur Troposphäre, also da wo das Wetter entsteht, durchsetzt, dauert es meist 2 bis 3 oder 4 Wochen. 

Ab Anfang/Mitte Dezember kann sich dann der starke Wind aus 10 hpa, der sich wie schon beschrieben, ab Mitte November in 25 Km Höhe aufbaut, bis zur Troposphäre/Erdboden durchsetzten und wir bekommen spätestens ab Mitte Dezember eine positive NAO (Nordatlantische Oszillation) mit einer milden und stürmischen Westlage, die dann eventuell bis weit in den Januar bestehen bleibt.

Zur genauen Wetter-Entwicklung wird es aber dann noch Updates geben.

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Beitragbild: https://www.wetterzentrale.de/

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-anno 3.11.2019

Sturmwetterblog, Hans

Sturmholz in Europa von 1860 bis 2000

In dieser Tabelle wurde das Sturmholz aus Herbst- und Winterstürmen von 1860 bis 2000 nochmals in einem Abschnitt von jeweils 30 Jahren (Ausnahme 1980 bis 2000) akkumuliert, wir sehen das der letzte Abschnitt von 1980 bis 2000, also nur in einem Zeitraum von 20 Jahren, eine extrem hohe Menge von ca. 335 Mio. fm Sturmholz aufweist.

Das liegt in erster Linie an den extremen Stürmen der Winter 1989/1990 mit ca. 120 Mio. fm und 1999/2000 mit 197 Mio. fm. Besonders die Jahrhundert-Orkane LOTHAR und MARTIN Ende Dezember 1999 haben in Westeuropa allein über 190 Mio. fm Sturmholz hinterlassen und übertreffen die Stürme (DARIA, HERTHA, VIVIAN/WIEBKE) aus dem Winter 1989/1990 um ein vielfaches an Schadholzmengen. Den meisten Schaden richtete LOTHAR mit 140 Mio. fm in Frankreich an. Der erste Jahrhundertsturm ANATOL aus dem Dezember 1999 brachte in Dänemark aufgrund des geringen Forstbestandes aber nur geringe Sturmholz-Mengen.

  • 1860 – 1890 ca. 40 Mio. fm Sturmholz
  • 1890 – 1920 ca. 15 Mio. fm Sturmholz
  • 1920 – 1950 ca. 35 Mio. fm Sturmholz
  • 1950 – 1980 ca. 140 Mio. fm Sturmholz
  • 1980 – 2000 ca. 335 Mio. fm Sturmholz

Sieht man noch das sich in den Jahren von 1860 bis 1950 das Sturmholz meist in Werten von 15 bis 40 Mio. fm in jeweils 30 Jahren akkumulierte, erkenne wir von 1950 bis 1980 einen markanten Anstieg von 140. Mio fm Sturmholz in 30 Jahren, die Sturmholzmengen von 1950 bis 1980 gehen vor allem auf die Sturmserie von Februar/März 1967 und die schweren Stürme (QUIMBURGA und CAPELLA-ORKAN) der 70er Jahre zurück. In den 20 Jahren von 1980 bis 2000 hat sich das Sturmholz im vergleich zum Abschnitt 1950 bis 1980, sogar fast verdoppelt mit ca. 335 Mio. fm und ist damit eine Höchstmarke seit 1860.

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-anno 2.11.2019 bei Sturmwetterblog

Daten der Sturmholzmengen: Münchener Rück zu den Stürmen 1999

Zeichnung ©Sturmwetterblog