Ungewöhnliche Sturm-/Orkanserie im Winter 1989/1990

Der Winter 1989/1990 gehört nicht nur zu den wärmsten Wintern (+3,6k 1961-1990) im 20. Jahrhundert, sondern brachte auch schwere Sturm- uns Orkantiefs, wie es ca. seit knapp 300 Jahren (Sturmserie November/Dezember 1703) in Europa nicht zu beobachten war.

Inhalt:

  • Erster Sturm im August 1989
  • Dezember 1989 bringt Stürme in Westeuropa und Wärme nach Mitteleuropa!
  • Die große Orkan-Serie ab Januar bis März 1990 (DARIA, HERTHA und VIVIAN/WIEBKE)
  • Die Müncherner Rück zu den Schäden/Waldschäden der Orkane 1990 im Vergleich zu den Stürmen 1999 ( Tabellen zu Windstärken und Marktschäden/Sturmholz in Europa )
  • Ein Bericht von 1990 aus NRW zu der Sturmserie 1989/1990:
  • Die Windböen der Stürme DARIA, HERTHA und VIVIAN/WIEBKE
  • Die Stürme 1990 im Vergleich zu anderen Stürmen
  • Ein wärmeres Klima könnte starke Stürme begüstigen
  • Wann wird es wieder zu einer extremen Sturmserie in Europa kommen ?
  • Links zu der Sturmserie 1990 von Kachelmannwetter und Naturgewalten:

 

Erster Sturm im August 1989

Das Jahr 1989 brachte schon Ende August einen Sommersturm, vor allem an Nord- und Ostsee mit Böen über 100 Km/h, dazu gab es heftigen Regen, so das es schon an einen tropischen Sturm erinnerte, es gab viele Schäden.

Dezember 1989 bringt Stürme in Westeuropa und Wärme nach Mitteleuropa!

Des weiteren war der Herbst 1989 meist von Westlagen geprägt und es gab oft Wind und Regen, der Dezember 1989 brachte dann das erste Orkantief hervor, das Westeuropa traf, es starben bei Orkanböen über 20 Menschen und es gab große Schäden.

Sturmtief 17.12.1989

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Auf der Vorderseite des Orkantiefs wurde sehr warme subtropische Luft nach West- und Mitteleuropa transportiert und in Deutschland wurden sogar neue Rekorde Temperatur-Rekorde für Dezember erreicht verbreitet waren es 10 bis 15 Grad und mehr, in Süd-Deutschland wurden mit Föhn sogar 24 Grad erreicht, ab 25°C spricht man von einem Sommertag, dazu gab es zum teil auch heftige Schauer und Gewitter.

Um den Jahreswechsel 1989/1990 gab es über Europa relativ ruhiges Wetter ein Hochdruckgebiet brachte eine Inversionswetterlage und es war Nachts auch teils frostig, die Westlage wurde vorerst unterbrochen, war aber auf dem westlichen Atlantik weiter aktiv.

Diese Westlage konnte sich im Laufe der ersten und zweiten Januar-Woche weiter verstärken, Europa bleib aber meist noch auf der Vorderseite der Tiefdruckgebiete, so das meist eine antizyklonale Südwest-Strömung milde Temperaturen, Wind und leichten Regen brachte. Das änderte sich langsam nachdem 20. Januar 1990 die Tiefs zogen weiter Richtung Europa und brachten schon Sturm in Westeuropa und teilweise auch Richtung West-Skandinavien.

Die große Orkan-Serie ab Januar bis März 1990 (DARIA, HERTHA und VIVIAN/WIEBKE)

Bei Island hatte sich ein großes Orkantief entwickelt und südlich davon im Warm-Sektor hatte sich schon ein neues Tief gebildet, diese neue Tief zog schnell Richtung Europa und verstärkte sich rasch zu einem Orkantief, es lag gegen es am 25.01.1990 gegen 00:00 Uhr südlich des Island-Orkantiefs und westlich von Irland und verstärkte sich noch weiter.

Das neue Orkantief mit dem Namen DARIA erreichte am Mittag/Nachmittag ganz Westeuropa. Es gab von den Britischen Inseln, über Nordfrankreich und Benelux bis nach Deutschland/Dänemark verbreitet schwere Sturm- und Orkanböen mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten, dabei wurden auch neue Rekorde aufgestellt.

An der Nordsee gab es eine Sturmflut.

Vor allem der Süden von England, Belgien und Holland waren von dem Orkan DARIA am stärksten betroffen, hier gab es oft Orkanböen von 120 bis teilweise 170 Km/h, am Ärmelkanal sogar um 190 Km/h!

Orkan DARIA 25. Januar 1990 12 UTC

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In Deutschland traf der Orkan DARIA besonders den Nordwesten, wo verbreitet Böen der Stärke 12 Bft gemessen wurden mit neuen Rekorden, in ganz Westeuropa wurden teilweise Mittelwinde von 8 bis 10, an den Küsten bis 11 Bft gemessen.

In NRW wurden bis heute (2019) nicht mehr solche Windgeschwindigkeiten erreicht, wie beim Orkan DARIA, auch KYRILL (2007) und FRIEDERIKE (2018) kamen nur teilweise an die Stärke von DARIA heran.

Auf dem Kahlen Asten erreichten die Orkanböen 157 Km/h, in Aachen 150 Km/h und in Essen 148 Km/h!

Auf dem Brocken erreichten die Orkanböen bis 230 Km/h!

Der Orkan DARIA verursachte enorme Schäden und brachte in Europa bis dahin sogar den höchsten versicherten Schaden von 4,4 Mrd. Euro. Dazu gab es 94 Tote und viele Verletzte Menschen durch den Orkan. Auch größere Waldgebiete hatte starken Windbruch, so dass zu mehreren Mio. fm Sturmholz in Europa kam.

Im Südosten von Deutschland war der Orkan DARIA nicht so stark hier gab es meist stürmische Böen, Sturmböen oder schwere Sturmböen, nur auf den Bergen orkanartige Böen/Orkanböen!

Der Orkan DARIA zog weiter Richtung Baltikum und schwächte sich dann ab, die stürmische Westlage hielt auf dem Atlantik und in Europa jedoch weiter an. Südlich von Grönland hatte sich ein neues großes Orkantief mit ca. 950 hpa gebildet.

Nur zweit Tage nach dem Orkan DARIA zog ein weiteres Sturmtief vom Ärmelkanal nach Dänemark und brachte in Benelux und Nordwest-Deutschland wieder teils schwere Sturm- und orkanartige Böen.

Die Schäden waren im Vergleich zu DARIA jedoch gering.

Das große Orkantief bei Grönland/Island verstärkte die Westlage in Europa sogar noch, es war mild und stürmisch auf den Britischen Inseln fast durchgehend Sturm!

Am 1. Februar 1990 zog südlich des großen Sturm-/Orkantief, das mittlerweile zwischen Island und Schottland lag, südlich ein neues Sturmtief Richtung Irland und brachte dort neuen Sturm, doch auch südlich des neuen Sturmtiefs über Irland bildete sich ein kleines Sturm- bzw. Orkantief vor der Atlantik-Küste von Frankreich/Ärmelkanal, zog weiter über Benelux bis zur Ostsee, südlich im Warm-Sektor entwickelte sich dabei ein starkes Windfeld mit verbreiteten orkanartigen Böen und Orkanböen teils über 150 Km/h!

Der Orkan HERTHA brachte von Frankreich bis in den Südwesten/Mitte von Deutschland verbreitet Orkanböen und große Schäden, in den Gebieten war es teilweise der stärkste Sturm seit Jahrzehnten!

Mindesten 30 Menschen starben durch den Orkan in Europa und es war nun der zweite große Sturm innerhalb von 10 Tagen.

Auch dem Atlantik bzw. südlich von Grönland entwickelte sich durch den starken Jetstream ein neues großes Orkantief mit 950 hpa. Während über Südost-Europa ein kräftige Hoch lag, dadurch bleib die stürmische West-/Südwestlage erhalten und es war sehr mild.

Am 7/8. Februar 1990 zog dabei in der kräftigen Südwest-Strömung eine sogenannte Randwelle ( Tief ohne Kern ) vom Atlantik zum Ärmelkanal weiter nach Dänemark, diese Randwelle , kann man als Sturmwelle/Orkanwelle bezeichnen, den südwestlich dieser Welle im Warmluft-Sektor gab es verbreitet schwere Sturm- und Orkanböen, auf dem Brocken wurden wieder 230 km/h erreicht, trotz der hohen Windgeschwindigkeiten bleiben die Schäden, im Gegensatz zu den Stürmen DARIA und HERTHA meist gering, umgestürzte Bäume und beschädigte Dächer gab es natürlich dennoch.

Die Westlage auf dem Atlantik formierte sich immer wieder neu durch den starken Jetstream, dieser wurde durch sehr kalte Luft bei Grönland/Kanada und Nordamerika sowie warme Subtropen und mildes Osteuropa immer wieder aktiviert.

Mehrere Sturm- und Orkantiefs zogen vom 9. bis zum 16. Februar 1990 nach West- und Mitteleuropa und brachten Sturm- und auch Orkanböen, es gab auch größere Schäden durch abgerissene Äste umgestürzte Bäume und auch beschädigte Dächer.

Die Westlage löste sich um den 16. Februar etwas auf, kam jedoch nicht ganz zum erliegen, der ostwärts ziehende Trog der Stürme erreichte Russland, auf der Rückseite konnte kurzzeitig kühle Luft aus Norden nach Mitteleuropa gelangen, da sich jedoch der Jetstream auf dem Atlantik erneut verstärkte, bildete sich wieder ein Orkantief bei Grönland ( positive NAO ) und es West- und Mitteleuropa lagen auf der Vorderseite der Tiefdruckgebiete, so dass es zu außergewöhnlich milden/warmen Temperaturen zwischen dem 18. und 25. Februar 1990, am 23/24.02.1990 wurden im Westen/Südwesten von Deutschland sogar verbreitet 18 bis 22 Grad gemessen!

Dazu war es zwar windig aber meist sonnig und trocken.

Die Sturm- und Orkantiefs zogen meist vom Atlantik Richtung Nordmeer und haben von 17. bis zum 25 Februar nur Großbritannien Sturm gebracht, nur am 21. Februar 1990 gab es im Norden teils Sturm- und schwere Sturmböen.

Die positive NAO verstärkte sich jedoch am 24/25. Februar erneut und ein sehr großes Orkantief lag bei Grönland, südlich davon in der Isobaren-Dichte war bereits südlich von Grönland/Island eine neue Welle entstanden, diese entwickelte sich rasch zu einem neuen Orkantief das Richtung Westeuropa zog und am 26. Februar ca. Irland/Schottland und die nördliche Nordsee mit einem minimalen Kerndruck von ca. 940 hpa erreichte!

Der neue Orkan mit dem Namen VIVIAN brachte am Montag ( In Deutschland Rosenmontag ) den 26. Februar 1990 verbreitet in West- und Mitteleuropa verbreitet orkanartige Böen/Orkanböen von 115 bis ca. 160 Km/h, auf dem Brocken wurden wieder 230 km/h gemessen, das dritte mal innerhalb von nur vier Wochen.

Orkan Vivian 26. Februar 1990 12 UTC

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In Deutschland fielen die meisten Rosenmontags-Züge aus, oder fanden mit großen Vorkehrungen wegen des Orkan statt.

Es gab verbreitet große Sturmschäden, diesmal wurde auch der Süden und der Alpenraum von dem Windfeld des Orkans erfasst und große Waldgebiete wurde entwurzelt besonders in Baden-Württemberg/Bayern der Schweiz/Lichtenstein und Österreich!

Nördlich von Orkan VIVIAN hatte sich am Nordmeer ein zweiter Kern des Orkans gebildet und zog mit dem Jet weiter Richtung Osteuropa/Russland so das die es in West- und Mitteleuropa auch noch am 27. Februar 1990 zu schweren Sturm- und Orkanböen kam, somit könnte man, aus meteorologischer Sicht VIVIAN als Orkantief mit Doppel-Kern in Einstufen.

Im Trog-Sektor von VIVIAN kam es zur sogenannten herabmischen der kalten Luft aus Nordwesten, der sogenannte Vertikale Impuls-Transport brachte neben den Sturm-/Orkanböen am 26/27. Februar 1990 auch zu kräftigen Regen-, Schnee-, und Graupelschauern in Süddeutschland sank die Schneefallgrenze bis ins Flachland und Orkanböen und Schneefall ließen Millionen Bäume umknicken, auf den Autobahnen kam es zu Kilometer-langen Staus, die Autofahrer standen teilweise Stunden im Sturm und Schnee!

In ganz West- und Mitteleuropa wurden große Schäden an Häusern und in Wäldern durch VIVIAN verursacht. Insgesamt starben durch VIVIAN 64 Menschen. Der Schaden lag bei 1,820 Mrd. Euro es gab zu dem erneut mehrere Millionen fm. Sturmholz.

Es war der 3. Große Orkan innerhalb von 4 Wochen!

Doch im starken Jetstream auf der Rückseite von VIVIAN entwickelte sich auf dem Atlantik ein weiteres Tief, dieses zog schnell nach West-und Mitteleuropa und verstärkte sich zu einem Orkantief.

Der Orkan WIEBKE zog dabei von England, über Holland/Norddeutschland nach Osteuropa und brachte auf seiner Südseite vom 28. Februar bis zum 1. März 1990 verbreitet orkanartige Böen und Orkanböen, so hatten die Windböen von VIVIAN noch nicht nachgelassen, da kamen schon die neuen Windböen von WIEBKE und erreichten Westdeutschland am Abend des 28. Februar 1990.

In NRW wurden bis zu 140/150 Km/h erreicht, auf dem Brocken 202 Km/h, im Südwesten/Süden oft 120 bis 160 Km/h auf den Bergen 160 bis um 200 Km/h, auf den Alpen-Gipfel sogar über 250 Km/h!

Im Norden wo der Kern von WIEBKE herzog waren es meist nur Sturm/schwere Sturmböen!

Der Orkan WIEBKE war in einigen Regionen teilweise noch stärker als der Orkan VIVIAN!

Die ohnehin stark beschädigten Wälder in Frankreich/ Süddeutschland und den Alpen, durch die vergangenen Orkan DARIA, HERTHA und VIVIAN wurden nun teils großflächig entwurzelt!

Vom Sturm Wiebke geworfener Waldbestand aus Fichte und Douglasie bei Plein (Landkreis Wittlich)

Von Michael Fiegle in der Wikipedia auf Deutsch – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23227044

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In Südwest-Deutschland waren Menschen in Dörfern teilweise von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nicht aus ihren Dörfern hinaus-fahren, weil die Straßen von den entwurzelten Wälder komplett blockiert waren, die Telefon-Leitung waren ebenfalls durch Windböen oder umgestürzte Bäume beschädigt, die Bahn musste in Süd-Deutschland den Zugverkehr fast komplett einstellen.

In West- und Mitteleuropa richteten die Orkane VIVIAN und WIEBKE von 26. Februar bis zum 1. März 1990 bis dahin so große Verwüstungen und Schäden an, was den Menschen bis dahin unbekannt war. Die Ausmaße der Waldschäden erreichte in Europa eine neue Dimension von über 120 Mio.fm Sturmholz in 4 Wochen, davon ca. 70/80 Mio. fm Sturmholz alleine in Deutschland.

Insgesamt zogen von Januar bis März 1990 5 ausgewachsene Orkantiefs über West- und Mitteleuropa/Deutschland:

  1. Orkantief DARIA (25/26. Januar 1990)
  2. Orkantief HERTHA (3/4. Februar 1990)
  3. Orkantief JUDITH (8. Februar 1990)
  4. Orkantief VIVIAN (26/27. Februar 1990)
  5. Orkantief WIEBKE (28. Februar / 1. März 1990)

Dazu gab es noch zusätzlich im gleichen Zeitraum kleinere Sturmtiefs mit 8 bis 11 Windstärken!

Der Gesamtschaden der Sturm-/Orkanserie 1990 lag nach Einschätzung der Münchener Rück bei ca. 16 Mrd. Euro in ganz Europa!

Die Müncherner Rück zu den Schäden/Waldschäden der Orkane 1990 im Vergleich zu den Stürmen 1999 ( Tabellen zu Windstärken und Marktschäden/Sturmholz in Europa )

Die Münchener Rück schreibt dazu:

-Der gesamte versicherte Schaden aus der Sturmserie 1990 liegt auf der Basis der Sturmhaftung 1999 „as if“ bei rund 16 Mrd. € und damit um mehr als 50% über den Belastungen der Assekuranz aus „Anatol“, „Lothar“ und „Martin“. Die 1999 Orkane setzen in ihrer Gesamtheit europaweit also keine neue Rekordmarke für die Versicherungswirtschaft.

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Allerdings muss dazu noch gesagt werden, das die Orkane aus dem Dezember 1999 bzw. der Sturmwinter 1999/2000 in Europa deutlich mehr Sturmholz hinterlassen hat, als die Stürme 1990. Die Sturm-/Orkantiefs Januar bis März 1990 haben in Europa über 120 Mio. fm. Sturmholz geworfen, während die Orkane Dezember 1999 knapp 200 Mio. fm Sturmholz geworfen haben, davon hat der Orkan LOTHAR ca. 180 Mio. fm. an Sturmholz geworfen, wovon 140 Mio.  fm Sturmholz alleine in Frankreich geworfen wurden.

Die nachfolgenden Tabelle zeigt Sturmholz-Mengen in Europa seit 1860:

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Die Münchener Rück schreibt folgendes:

„Stürme in Europa – ein (immer noch) unterschätztes Risiko ?

So oder ähnlich lautete für viele (Rück)versicherer nach den Orkanen „Anatol“, „Lothar“ und „Martin“ im Dezember 1999 eine der zentralen Fragen, nachdem das versicherte Schadensausmaß von insgesamt 10 Mrd. € aus diesen Ereignissen feststand. Dabei waren keine zehn Jahre vergangen, seit die Orkanserie von 1990 mit „Daria“, „Vivian“, „Wiebke“ und fünf weiteren Stürmen ebenfalls in Westeuropa eine Schadensbilanz von annähernd 9 Mrd. € (in Werten von 1990) hinterließ.

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Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schäden der größten Stürme von 1990 und 1999:

Tabellen Zeichnung bei Sturmwetterblog

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Ein Bericht von 1990 aus NRW zu der Sturmserie 1989/1990:

Die Sturmserie 1989/1990 bliebt vielen Menschen in Erinnerung, sind doch innerhalb kürzester Zeit mehrere verheerende Orkane über Europa hinweggezogen. Hier nun die Berichte dazu.

Winter 1989/1990: Es begann mit Stürmen an der Atlantikküste, in England, Schottland, Frankreich, Spanien und Portugal.

Am Wochenende des 16/17.12.1989 forderten Stürme 35 Todesopfer. Sturmböen von bis zu 180 km/h wurden vor der schottischen Küste am Sonntag gemessen, 6 Personen von einem Fischerboot wurden vermisst gemeldet, das Wrack von Polizeitauchern gefunden. An der britischen Küste ertranken zwei 14jährige, als Wellen sie ins Meer rissen. An der Westküste Frankreichs kam ein Kameramann eines Fernsehsenders bei dem Versuch ums Leben, den Sturm zu filmen, sein Auto wurde ins Meer geschleudert. Ein Mann wurde getötet und neun Personen verletzt, als in Villennes-sur-Seine, 20 km westlich von Paris, das Haus eines Golfclubs einstürzte. Vor der bretonischen Küste geriet ein irischer Kutter in Seenot, ein Besatzungsmitglied wurde vermisst.  Trotz Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Km/h konnte die Crew eines spanischen Containerschiffes in der gleichen Region von Hubschraubern gerettet werden. In Spanien kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, in Portugal starb eine Frau unter den Trümmern ihres Hauses, drei weitere ertranken beim Kentern ihres Lastkahns. Weitere Todesopfer sind durch Havarien von Trawlern, einem Autounfall sowie dem Absturz eines Motorseglers zu beklagen. Im Baskenland entfachte der Sturm ebenso wie im südlichen Frankreich schwere Wald- und Buschbrände. Deutschland blieb von diesen Stürmen verschont, jedoch wurden neue Wärmerekorde gemeldet: Freiburg verzeichnet 23°C, Essen immerhin 15°C, und das eine Woche vor Weihnachten.

Es folgt die Serie von Stürmen ab Januar 1990…

(Orkan DARIA)

Donnerstag, 25.01.1990: Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 200 Km/h fegen über weiter Teile West- und Mitteleuropas hinweg und richten schwere Schäden an. Wetterdienste sprechen später vom bisher schwersten Orkan der letzten Jahrzehnte, der insgesamt 80 Menschen das Leben kostete.

In England, Frankreich, Holland kamen 72 Menschen durch sturmbedingte Verkehrsunfälle und umgestürzte Bäume ums Leben. In London fegte der Orkan einen Jumbo von der Startbahn, die Polizei räumte die Lobby des Unterhauses, da das Dach des Parlamentsgebäudes durch Böen beschädigt wurde; eine Million britische Haushalte waren ohne Strom, etliche Eisenbahnverbindungen fielen aus. Überlandleitungen waren gerissen und Hochspannungsmasten umgeknickt, auf dem Ärmelkanal gerieten Schiffe in Seenot. In Nordfrankreich erschlug ein Baukran einen Arbeiter, ein zwölfjähriges Mädchen starb, als eine Mauer des Schulhauses zusammenfiel, in Paluel rissen Böen den Kamin eines Atomkraftwerkes um. Am Wochenende waren immer noch 320.000 Haushalte in Großbritannien und in der Region um die französische Hafenstadt Calais ohne Strom. Der Gesamtschaden des Sturms wurde allein in Großbritannien von den Versicherungen auf etwa 2 Milliarden Pfund (etwa 6 Milliarden DM) geschätzt. Die staatliche Forstbehörde erklärte, etwa 3 Millionen Bäume seien durch den Orkan entwurzelt worden.

Auswirkungen auch in Deutschland: In der Bundesrepublik wurden 8 Menschen getötet, davon 3 in NRW. In Kalkar wurden durch Blitzschlag und Böen bis 12 Bft zwei Masten der 220-kV-Leitung eines im Bau befindlichen AKW’s umgeknickt, im Ruhrgebiet blockierten entwurzelte Bäume und umherfliegende Plakatwände den Feierabendverkehr, die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Auf den Autobahnen forderte die Polizei Autofahrer auf, Parkplätze anzusteuern. Der Sturm riss auch Oberleitungen ab, so daß im Ruhrgebiet etliche Zugverbindungen ausfielen und Fahrgäste auf Busse umsteigen mussten. In Hannover kamen mehrere Wölfe frei, als der Sturm ihr Gehege beschädigte, mehrere Besucher wurden von ihnen gebissen. Bei Dagebüll in Norddeutschland rutschte ein Teil der Deichkrone ab, Katastrophenalarm wurde ausgelöst und 280 Anwohner evakuiert. In der Ostsee sank ein dänisches Küstenmotorschiff. In Münster wurde ein 17jähriges Mädchen im Wartehäuschen einer Bushaltestelle von einer umstürzenden Pappel erschlagen. Ein 55Jähriger Mann wurde in Hagen von Dachteilen erschlagen, als er in sein Auto steigen wollte. In Düren bei Aachen geriet ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug durch eine Windböe in den Gegenverkehr, bei der Kollision kam er ums Leben und zwei Insassen des entgegenkommenden Fahrzeugs erlitten schwere Verletzungen. In Velbert-Neviges zog sich ein Mann schwere Kopfverletzungen zu, als der Wind Teile eines Daches abdeckte und Ziegel durch die Luft wirbelten.

Bis tief in die Nacht leistete die Feuerwehr im Ruhrgebiet Schwerstarbeit. Zahllose Bäume wurden umgestürzt, Plakatwände umgerissen, Dachziegel wirbelten durch die Luft und prasselten auf parkende Fahrzeuge. Abgeknickte Äste versperrten Fahrbahnen, in Duisburg-Rheinhausen drückten die unberechenbaren Böen der Stärke 12 sogar einen Bus von der Fahrbahn, ein Fahrgast wurde bei dem Unfall verletzt. In Mülheim löste der Sturm Wandverkleidungen eines Schulgebäudes, für die Schüler gab es Schulfrei. In Dortmund brach der Verkehr zusammen, auf der B54 lief nichts mehr, der Berufsverkehr stadtauswärts wurde auch hier durch umgestürzte Bäume blockiert, im Dortmunder Stadtteil Berghofen riß der Sturm ein ganzes Dach von einem Wohnhaus, Linienbusse mussten umgeleitet werden. In Bottrop und mehreren anderen Revierstädten wurden Oberleitungen der Bundesbahn zerstört, der gesamte Zugverkehr geriet durcheinander. Allein im Bereich der Bundesbahndirektion Essen verspäteten sich 190 Reisezüge und unzählige S-Bahnen. Eine Passantin geriet auf der B1 unter einen der umgestürzten Bäume und wurde schwer verletzt. Der Ruhrschnellweg bleib bis zum Morgen gesperrt. Drei Menschen mussten aus Autos befreit werden, auf die Bäume und Äste gekippt waren. Als sich das Dach der Dortmunder Polizeipräsidium löste, wurden zwei Feuerwehrleute verletzt. In Witten schlug ein Blitz in die Oberleitung der Strecken nach Dortmund ein, auch hier musste der Zugverkehr umgeleitet werden. In einem Einkaufszentrum in Gelsenkirchen-Buer sorgte Stromausfall für Dunkelheit, findige Händler packten die Weihnachtskerzen wieder aus, sie fanden regen Absatz. Im gesamten Stadtgebiet von Gelsenkirchen war die Feuerwehr innerhalb von 3 Stunden zu 250 Einsätzen ausgerückt. Eine 29jährige Frau wurde von herabfallenden Dachpfannen schwer verletzt. In Hattingen fiel ebenso der Strom aus, Polizei und Feuerwehr registrierten örtliche Unterbrechungen in allen Stadtteilen. In Recklinghausen wurden große Teile des Daches des evangelischen Krankenhauses vom Sturm abgedeckt, die Umgebung wurde gesperrt, um Passanten vor den durch die Luft wirbelnden Dachteilen zu schützen. In Mülheim fiel das Kabelnetz aus, weil die Orkanböen das Leitungsnetz der Post durcheinanderwirbelten, nur noch 8 von 16 Fernsehkanälen waren zu empfangen.

Rechts ein Bild von der B224 bei Dorsten: Auf einer Länge von einem Kilometer knickte der Orkan 15 Bäume um, die Straße musste 5 Stunden lang gesperrt werden.

Bilanz der Opfer allein in NRW: Drei Tote, zahlreiche Verletzte, abgedeckte Dächer, Straßensperren, verspätete Züge und Sachschäden in Millionenhöhe. Die Waldschäden wurden auf 35 Millionen DM geschätzt, insgesamt 3000 Hektar Wald zerstört, eine halbe Million Festmeter Schadholz sind zu beklagen. Die größten Schäden gab es im Hochsauerland und im Siegerland, im Rheinland war vor allem die Nordeifel vom Sturm betroffen, Ostwestfalen und das Bergische Land ebenfalls. ( Die gesamte Waldfläche in NRW beträgt 880.000 Hektar ) Im Duisburger Stadtwald und im Uhlenhorster Wald in Mühlheim gab es schwere Schäden, auf einer drei Hektar großen Fläche stürzten fast alle Bäume um. Wenige Kilometer entfernt wurde die Traglufthalle zerstört, und im Stadtteil Baerl verdrehte der Wind die hölzernen Flügel einer alten Windmühle.

Im Duisburger Stadtgebiet Blackout: Aus zunächst noch ungeklärter Ursache blieben weite Teile der Stadt 40 Minuten lang im Dunkeln – vom Stromausfall betroffen: Telefone, Ampeln, Straßenbeleuchtung und Wohnhäuser. In der am „langen Donnerstag“ gut besuchten Innenstadt tasteten sich die Kunden mühsam voran. Gerüststangen und Bohlen fielen von einem  eingerüsteten 16stöckigen Hochhaus auf der Königsstraße herab. Die Ursache des Stromausfalls wurde später ermittelt: Im Freileitungsnetz des Stromversorgers hatten Seilschläge einen Kurzschluss ausgelöst. Um 19:08 Uhr gingen in fast daraufhin in fast allen Stadtteilen die Lichter aus: In Wohnhäusern, Büros, Geschäften und Straßen wurde zappenduster, die Telefone waren tot, Straßenbahnen standen, der Hauptbahnhof stand still. nur in wenigen Kaufhäusern und Konzernzentralen sorgten Notstrom-Aggregate für spärliches Licht. Erst gegen 20:37 Uhr kehrte der Strom auch in die letzten Stadtteile zurück, in der City bereits schon um kurz vor halb neun. Polizei und Feuerwehr waren mit allen verfügbaren Fahrzeugen im Einsatz, die Zentralen verzeichneten pausenlose Notrufe, dennoch wurde niemand schwer verletzt, so ein erstes Fazit. Die Atmosphäre während des Stromausfalls sieht gespenstisch aus: Menschen bewegen sich vorsichtig auf der Königsstraße, hier und da flackern Lichter von Fahrrädern auf, die Leuchten wiegen sich im tosenden Wind. Vor dem eingerüsteten Calderoni-Hochhaus sammelt sich schnell eine Menschenmenge. Bedrohlich wirken die flatternden Geräusche der Schutzplanen, dann sperrt die Feuerwehr den davorliegenden Averdunk-Platz ab, weil herabfallende Teile für Fußgänger lebensgefährlich sein können. Die Stimmung in den Geschäften ist seltsam – Mitarbeitet haben Kerzen angezündet, Türen verschlossen; in größeren Kaufhäusern sorgen Notstromaggregate für etwas Beleuchtung, Kassen funktionieren jedoch nicht, Passanten trauen sich jedoch nicht nach draußen. Der Hauptbahnhof liegt in totaler Finsternis, Autos der Bahnpolizei leuchten in die Halle hinein, auf den Bahnsteigen stehen die Züge, die Strecke wurde durch Oberleitungen versperrt. Bis 21:00 Uhr waren 300 Feuerwehrleute pausenlos im Einsatz, insgesamt 500 Einsätze waren bis dahin schon geleistet, ein Ende nicht abzusehen. In den Krankenhäusern herrschte Ruhe, auch hier erhielten Notstromaggregate den Betrieb aufrecht. Sämtliche Monteure des Stromversorgers waren die ganze Nacht im Einsatz. Die B8 im Süden der Stadt war voller Autos, die sich aneinanderreihten, weil auch hier etliche Bäume umgestürzt waren, auch Taxis kamen nicht voran. Im Duisburger Süden fiel der Strom ganze 2 Stunden aus, mehr als 1 Stunde länger als in der Innenstadt. Viele Familien zündeten Kerzen an und machten sich bei einer Flasche Wein einen gemütlichen Abend. Erhebliche Schäden gab es auch an der Neubautrasse der A59, der Untergrund wurde durch den Orkan abgetragen.

[ Anm. des Autors: Ich war zu dieser Zeit 19 Jahre alt und wir wohnten im Duisburger Süden, der Stromausfall betraf also auch uns; wir lebten in einer Hochhaussiedlung direkt an der A59 und konnten nicht nur unseren eigenen Stromausfall, sondern auch den kompletten an der Autobahn und der gegenüberliegenden Anlage der Deutschen Bundesbahn ausmachen; wir zündeten ebenfalls Kerzen an, die Stimmung war gespenstisch, Fenster konnten wir nicht öffnen, weil der Sturm ums Haus fegte, auf dem Balkon flog herum, was nicht gesichert war; auf der Rückseite des Blocks, der wie ein rundes Omega angeordnet war, wirbelte der Sturm immer wieder mit erhöhter Wucht durch; feinen Sprühregen, zeitweise auch stärker werdend, peitschte der Wind gegen die Fenster; immerhin ermöglichte uns ein batteriebetriebenes Radio die Verbindung nach draußen; ich wohnte ja zusammen mit meinen älteren Bruder noch bei meinen Eltern, und wir setzten uns im Esszimmer zusammen und redeten, spielten Karten, warteten auf das Ende des Stromausfalls ]

(Orkan Hertha)

Der zweite Orkan kam am Wochenende vom 03.02. auf den 04.02.1990: Schwere Stürme hielten schon seit mehr als einer Woche über Großbritannien an, Zentrum des Tiefs am Freitag, 02.02.1990 über Schottland, und schon am 01.02.1990 waren Böen von über 200 Km/h über Irland und die britische Westküste gejagt. Schwere Regenfälle gingen über die Grafschaften Worcestershire und Herefordshire nieder, wo die Flüsse Severn und Wye über die Ufer traten, es kam zu ausgedehnten Überschwemmungen.

Das Wochenende dann brachte den zweiten Orkan über Mittel- und Westeuropa: In Frankreich starben allein mindestens 23 Menschen, in der Bundesrepublik 6 Menschen, Dutzende wurden verletzt. In Frankreich maß der Sturm Windgeschwindigkeiten von über 180 Km/h, auf der Seine schlugen die Wellen wie am Meer, so die Überschrift damals. In der BRD waren waren vor allem Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern betroffen. Am spektakulärsten aber war  wohl der Schaden an der berühmten Kathedrale von Chartres zu beklagen, wo Orkanböen zwei Löcher in das Dach rissen – mehrere, 200 kg schwere Kupferplatten flogen auf die Straße. In der Bundesrepublik entwurzelte der Sturm tausende von Bäumen, vier Menschen wurden allein von Bäumen erschlagen, zahlreiche Autofahrer wurden vom Sturm überrascht und in Unfälle verwickelt. Hausdächer wurden abgedeckt, Oberleitungen und Antennen rissen ab, Schilder, Baugerüste und Dachziegel wirbelten durch die Luft und beschädigten Autos. Erst vor einer Woche war der erste Orkan über West- und Mitteleuropa gezogen und kostete 90 Menschen das Leben, so die neueren Angaben. Diesmal war insbesondere Paris betroffen, Menschen haben sich nicht erinnern können, einen solch schweren Sturm je erlebt zu haben – die Seine schlug Wellen wie am Meer, der Eifelturm schwankte und zwei Glaskuppeln des Industrie- und Technikmuseums La Villette gingen zu Bruch. Wie schon an der Kathedrale von Chartres wurden auch an den Dächern der Kathedrale von Chalons-sur-Marne und des Hauptquatiers der Pariser Feuerwehr starke Beschädigung ausgelöst. Der Zoo im Bois de Vincennes und der Sonntags gut besuchte Park du Luxembourg wurde geschlossen, mehrere alte Bäume waren umgestürzt. Ein Jumbo der PanAm unterbrach seinen Start am Ende der Piste rechtzeitig, nachdem der tosende Wind zwei Meter von einem Flügel abgerissen hatte. Die meisten Todesopfer waren durch fallende Bäume, Windböen, die sie von der Fahrbahn wehten sowie, in den Städten durch herumfliegende Reklametafeln zu beklagen. Auf das Dach eines Hauses in Villecresnes in Val-de-Marne stürzte eine 200 Jahre alte Zeder und tötete ein 18jähriges Mädchen, in Rosny-sous-Bois bei Seine Saint-Denis wurde eine ältere Frau von einem Fensterladen erschlagen, in Ergue-Guaberic bei Finistere starb ein Mann bei der Reperatur einer Antenne auf dem Dach, von dem er heruntergeweht wurde. In Villeneuve-Saint-Georges bei Val-De-Marne wurde eine 15köpfige Jugendgruppe durch Schnittwunden verletzt, als die Fensterfront eines Schwimmbades eingedrückt wurde und Glasscherben durch die Halle flogen. In der Bretagne waren alle großen Städte betroffen, Nantes zum Beispiel war, einige andere Orte waren vom Stromausfall betroffen., insgesamt waren über 2 Millionen französischer Haushalte ohne Strom. Nach dem Sturm musste sich die französische Regierung mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen, weil trotz Vorwarnungen der Wetterdienste keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren und durch Sorglosigkeit ein Teil der vielen Toten verursacht wurden. Die Regierung antwortete mit dem Argument, dass die immensen Auswirkungen im Landesinneren nicht vorauszusehen waren, zudem hätten viele Menschen gegen die elementarsten Vorsichtsregeln verstoßen. Zugegeben wurde allerdings, dass Frankreich ein besseres System für Unwetter-Vorwarnungen benötige und der Informationsfluss zur Bevölkerung verstärkt werden müsse. Besonders schwere Schäden verursachte der Orkan auch im Schloss von Versailles und dem weitläufigen Park. Zahlreiche Fenster gingen im Schloss zu Bruch, Teile der Bleidächer wurden abgedeckt, im Park wurden mehr als 600 Bäume entwurzelt. In Großbritannien war es bereits seit 1 Woche durch den Sturm und Überschwemmungen zu Schäden gekommen. In Gloucester nordwestlich von London war das gesamte Wochenende in Alarmbereitschaft, der Fluss Severn, der durch die Stadt fließt, hatte mit 5 Metern über normal seinen höchsten Stand seit 22 Jahre zu vermelden und flussaufwärts war er schon 2 Tage zuvor über die Ufer getreten, weite Landstriche der Grafschaft Gloucestershire und Worcester wurden überflutet.

100 Ortschaften im polnischen Bezirk Stettin waren ohne Strom, und in Häfen von Stettin und Swinemünde musste die Arbeit der Ladekräne wegen starker Windböen eingestellt werden.

Der Südwesten und Westen Deutschlands war vom Sturm hierzulande am meisten betroffen, während der Norden und Berlin weitgehend verschont blieben. Die Windböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von 160 Km/h, und sorgten für zahlreiche Verletzte. Ein 36 jähriger Mann kam in Frankfurt ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte, ein 29jähriger Feuerwehrmann kam beim Wegräumen von entwurzelten Stämmen ums Leben, als er von einem Baum erschlagen wurde. In Sachsenhausen erlitt ein Rentner einen tödlichen Herzschlag, als direkt vor ihm ein Baum auf die Straße stürzte, in Bad Kissingen und Kaiserslautern wurden 2 Autofahrer durch umstürzende Bäume getötet, in der Nähe von Koblenz raste ein Fahrer in einen Stamm und sein Beifahrerin erlitt tödliche Verletzungen. Über 1 Million DM Sachschaden verursachte der Sturm im Kreis Offenbach, als während eines Handballspiels im Ort Dreieich-Götzenhain eine Sturmböe das Dach der Sporthalle, in der sich zu dem Zeitpunkt 100 Zuschauer befanden, abriss. Der Rhein-Necker-Raum war diesmal noch schwerer betroffen als beim ersten Orkan.

Anfang Februar dann der dritte Sturm: Zunächst beherrschten warme, vorfrühlingshafte Temperaturen den Monatswechsel, mit Temperaturen von bis zu 15°C erinnerte die Jahreszeit nicht an den Winter.

Meteorologen sagten dann für Donnerstag, den 8.2.1990 den nächsten Sturm voraus, mit Windgeschwindigkeiten von 80 bis 100 Km/h sollte er über NRW ziehen, an knackig-kalten Winter glaubte niemand von ihnen mehr in diesen Tagen. Wie schon die beiden Winter vorher wird auch der von 1990 in der Bilanz ehr milder sein, so sagte man – die Ostsee eisfrei, die Nordsee warm, mildes Klima über Russland. Für eine Umstellung benötigt das Wetter an die 1 bis 2 Wochen, doch es gibt kaum etwas, was dafür sprach: Bis zu 15°C in den Innenstädten, am vergangenen Montag mit 13°C in Essen sogar der wärmste 5. Februar seit Beginn der Messung vor 80 Jahren. Verantwortlich dafür ein Tief über dem Atlantik, welche warme Luft aus dem Süden mit kalter aus Ostgrönland vermischt und Sturm entstehen lässt, der wiederum die warme Luft sehr schnell nach Mitteleuropa weht, in Verbindung mit Dauerregen. Meteorologen bezeichnen diese Lage nicht als ungewöhnlich, schon in den 70’er Jahren gab es eine Serie ungewöhnlich warmer Winter. Allerdings belastet die milde Witterung viele Menschen, insbesondere ältere haben mit Kreislaufprobleme zu kämpfen, es gibt mehr Schlaganfälle und Herzinfarkten.

Der neuerliche, dritte Sturm fegte zuvor über die Britischen Inseln, in der Nacht zum Mittwoch tobte er mit Windgeschwindigkeiten von 160 Km/h über Südwest-England und Wales, viele Bahndämme wurden überflutet, hohe Lastwagen mussten in der Grafschaft Gloucestershire nordwestlich von London einen 100-km-Umweg in Kauf nehmen, weil eine Brücke über den Fluss Severn wegen des Sturms gesperrt wurde. Luftkissen- und Tragflügelboote hatten ihren Fährbetrieb auf dem Ärmelkanal eingestellt. Viele Briten mussten das durch ihre beschädigten Dächer hereinlaufende Regenwasser mit Eimern und Lappen auffangen, da die Dachdecker voll ausgelastet waren und mehrere Tage für neue Aufträge benötigten.

In NRW raste der Sturm mit bis 160 Km/h durch Land, hier gab es zwei Todesopfer. In Hürth bei Köln wurde ein Radfahrer von einer Windböe gegen einen LKW geschleudert und tödlich verletzt; bei Gütersloh wurde ein Arbeiter vom Dach geweht, er war sofort tot. Auf der Autobahn Würzburg-Fulda (A7) warf der Sturm einen LKW um.

Am 12. Februar 1990 erneuter Sturm: Das Wetteramt Essen kündigte für NRW Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 80 Km/h an, in der Nacht zu Montag soll der Sturm mit 120 Km/h übers Land gefegt sein.

Regen und Temperaturen um 5 bis 7°C sind angesagt, in den Mittelgebirgen jedoch Temperatursturz, Sauerland und Eifel meldeten Frost und Schneefall, in den Hochalpen wurde es richtig winterlich: Ein Schneesturm mit Temperaturen von 12 Grad unter Null brachte gute Aussichten für Wintersportler. Kehrseite: Lawinengefahr. Am darauffolgenden Mittwoch brachten die Orkanböen in Mittel- und Süddeutschland Millionenschäden, ebenso wie in Österreich, dort waren Alpentäler von der Außenwelt abgeschnitten, Skilifte wurden stillgelegt. Zeit fürs Aufräumen bleibt kaum, für den Donnerstag erwarten die Experten den nächsten Sturm. Der ADAC meldete für Österreich 11 Pässe wegen erhöhter Lawinengefahr gesperrt, am Mittwoch mussten die Zufahrten zu den Arlbergorten Stuben, Rauz, Zürs und Lech gesperrt werden. In den französischen Alpen kamen vier Menschen durch Lawinen Leben, das Schweizer Unter-Engadin wurde von der Außenwelt abgeschnitten. In der gesamten Alpenregion kam es zu vielen Unfällen auf verschneiten Straßen und Autobahnen, in Tirol fielen allein innerhalb von 24 Stunden zwischen 15 und 90 Zentimeter Neuschnee.

(Orkan Vivian)

Montag, 26. Februar 1990 – ein etwas anderer Sturmbericht. Karneval 1990 – eigentlich ein Ereignis, wie es jedes Jahr stattfindet, wenn die Jecken das Zepter für ihre 5. Jahreszeit in die Hand nehmen. Im Februar 1990 jedoch unter anderen Vorzeichen und kämpfend mit den Unbilden der Natur.

Am 26. Februar 1990 kam Vivian übers Land. In der Bilanz wird man nachher von 64 Toten europaweit sprechen, die Folge von „Vivian“, dem Orkan der mit bis zu 150 km/h über Europa fegte. In der Reihenfolge ist es offiziell der vierte Orkan innerhalb von 4 Wochen, der kleinere Sturm vom 8. Februar nicht mitgerechnet.

Vivian verursachte Schäden großen Ausmaßes: Europaweit Millionenschäden, im Ruhrgebiet endete der Rosenmontagszug im Gewitterhagel und Hamburg bereitet sich auf eine schwere Sturmflut vor. Der Orkan hinterließ entlang der Küsten und auf dem Festland sowie auf den Britischen Inseln eine Schneide der Verwüstung, die meisten Todesopfer wurden im Inselreich gezählt, 12 Menschen kamen dort ums Leben, viele Schulen blieben dort geschlossen. In Deutschland riss der Sturm fünfzehn Menschen in den Tod, und auch aus Frankreich, Belgien, Holland, Irland und der Schweiz wurden Todesopfer gemeldet. In Belgien riss der Sturm alleine vier Menschen in den Tod. Eine 30jährige Frau starb beim Einsturz des Till-Eulenspiegel-Museums in Damme, in Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) und auf einer Baustelle des DDR-Atomkraftwerkes Greifswald stürzten Kranführer aus 40 und 60 Metern Höhe in den Tod, als der Sturm ihre Geräte umwarfen. Im Duisburger Hafen wurde ebenfalls ein Kran umgeweht, der Fahrzeugführer erlitt schwere Verletzungen. Die Orkanböen knickten Bäume wie Streichhölzer, mehrere stürzten auf Autos und erschlugen die Insassen und zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Im westfälischen Steinfurt stürzte eine Mittelalterliche Kirche ein und viele Orte waren Stundenlang ohne Strom. In Straßbourg wurden 20 Menschen zum Teil schwer verletzt, als eine von einer Sturmböe abgeknickten 20-Meter-Platane auf einen vollbesetzten Linienbus stürzte. In Magdeburg wurde eine Frau unter einer einstürzenden Mauer begraben, in vielen Orten der DDR wurden Freileitungen beschädigt, es kam zu Stromausfällen. Zu erheblichen Behinderungen kam es im Schiffsverkehr: Die Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln sowie auf Elbe und Weser mussten eingestellt werden, in Emden und Bremerhaven rissen rissen sich zwei große Frachter aus ihren Vertäuungen los, mehrere Schiffe gerieten bei dem Unwetter in der aufgewühlten Nordsee in Seenot. Die Fähre zwischen Liverpool und Belfast war in der Nacht zu Montag wegen der schweren See zur Umkehr gezwungen, alle weiteren Überfahrten wurden bis auf weiteres abgesagt. Die niederländische Fluggesellschaft KLM sagte 15 Kurzstreckenflüge ab.

Viele traditionelle Rosenmontags-Umzüge mussten aus Sicherheitsgründen abgesagt werden – In Düsseldorf und Bonn fiel das närrische Treiben dem Unwetter ebenso zum Opfer wie in vielen Revierstädten, allein in Bottrop machten sich 20.000 Karnevalisten trotz der Unbilden der Natur auf den Weg zum Umzug. In Mainz setzte er sich pünktlich in Bewegung, in Köln jedoch mit zweistündiger Verspätung und in stark abgespeckter Form. Veranstalter mussten in Zusammenarbeit mit der Polizei viele Umzüge absagen, „die großen Aufbauten stellen bei einem solchen Sturm für die Menschen auf dem Wagen und am Straßenrand ein unkalkulierbares Risiko dar“, so die Begründung eines Polizeisprechers. Dort, wo die Umzüge stattfanden, waren es weit weniger Teilnehmer als in den Jahren zuvor, in Köln wurden die Pferde ebenso wie größere Prunkwagen in den Ställen belassen.

Lange Gesichter gab es bei den Gänsereitervereinen in Höntrop und Sevinghausen: Zum ersten mal seit 1969 musste das traditionelle Gänsereiten in Wattenscheid vom freien in die Halle verlegt werden. Die Dorstener Karnevalisten sagten: „Das ist noch nie dagewesen“, als sie ihren Umzug absagen mussten, nachdem morgens auf dem Weg zum Prinzen-Aufwiegen bereits ein Wagen umgekippt war. Dort wollte man den abgesagten Zug an einem noch nicht festgelegten Tag im April oder Mai nachholen. Zerrissene Schirme statt tanzender Pappnasen, leergefegte Straßen statt schunkelnder Narrenmassen auch in Herne, wo der Umzug weitgehend ins Wasser fiel. In Dortmund sagte der Festausschuß den Rosenmontagszug gegen 12:55 Uhr ab, denn Sturmböen hatten schon etliche Bäume entwurzelt und Plakatwände aus Verankerungen gerissen. Die B1 musste dort mehrere Male für kurze Zeit gesperrt werden – Tausende warteten vergeblich an der Zugstrecke. Etliche Motivwagen in Velbert wurden schon bei der Aufstellungsparade von den Böen zerfetzt, wegen der vielen Arbeit jedoch, die die Vereine in die Vorbereitungen investiert haben, sollte der Zug am 3.03.1990 auf dem Forumsplatz nachgeholt werden. „Närrische Blumenpracht“ in Gelsenkirchen, sie wurde ebenfalls vom Winde verweht. Gegen 12:36 Uhr stand fest: Der Zug wird nicht rollen. Die Enttäuschung stand dem Festkommitee und den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben. In Essen wurde der Umzug kurz vor 13:00 Uhr abgesagt, auch der zweite Zug in Essen-Kupferdreh wurde abgesagt. In Recklinghausen hatten die Verantwortlichen bis zum Schluss gehofft,, doch dann fällte der Sturm am Versammlungspunkt einen Baum, der auf einen Wagen des Elferrates stürzte, verletzt wurde zum Glück niemand, der rekordverdächtige Umzug mit 2 km Länge startete auch hier nicht. In Mülheim wurde ein Teil der 50 verschiedenen Festwagen, die eigentlich durch die Innenstadt ziehen sollte, schon auf dem Sammelplatz zerlegt und der Plan, den Zug am Dienstag nachzuholen, scheiterte ebenfalls. In Hattingen rollte der Zug, jedoch waren es diesmal nur 10.000 Zuschauer und einer abgespeckte Version der teilnehmenden Gruppen. In Düsseldorf musste der Zug abgesagt werden, mehrere Wagen waren umgekippt und vollkommen zerstört. In Duisburg hatte der Karnevalsprinz Peter V. Tränen in den Augen, als der Zug abgesagt wurde. bei der Einsatzleitung hatten sich Meldungen über herabfallende Dachziegel und Schornsteine gehäuft, im Polizeifunk war die Rede von „tieffliegenden Ziegeln“. Heftige Regenschauer und peitschende Windböen sorgten für das Ende der karnevalistischen Träume. Viele von weit her angereiste Gruppen aus Oberschleißheim in Bayern, Winterthur in der Schweiz, aus Belgien und den Niederlanden marschierten rasch Richtung Innenstadt zum „Närrischen Heerlager“, das dort vorzeitig begann. „So viele Monate Arbeit können doch nicht einfach von einem ‚hergewehten‘ Sturm weggefegt werden“, so die Stimme von manchen Wagenbauer. Kurz vor 13:30 Uhr noch einmal der Anruf beim Wetteramt Essen, „die Windböen bleiben weiterhin unberechenbar“ und der Zugleiter musste dann endgültig die Wagen zum Stehen bringen. Das erste Mal seit 1962, seit der Sturmflut von Hamburg, das es keinen richtigen Karnevalszug gab.

Die Schäden in Duisburg wurden als vermutlich höher als Ende Januar beim ersten Orkan bilanziert, im Duisburger Norden waren seit elf Uhr bis in den späten Nachmittag hinein Polizei und Feuerwehr im pausenlosen Einsatz unterwegs. Ein Dutzend Fahrzeuge wurde durch Dachtrümmer teilweise total beschädigt, manche PKW wurden durch Betonstücke auf „Metermaß“ zusammengequetscht, in einem Fahrzeug saß noch ein Verletzter. In der Hamborner Straße an der Abtei ragte plötzlich ein dicker Ast in die Stube, die acht Meter hohe Linde hatte sich aus dem Bürgersteig gelöst und war auf das gegenüberliegende Haus gestürzt. An der naheliegenden Abfahrt der A2 blockierten acht umgestürzte Bäume die Fahrbahn, in Wehofen lag ein Baum quer über der Straße, an einer Hochspannungsleitung, die beschädigt wurde, wurden in Walsum „Blitze“ gesichtet, in Marxloh sperrte die Polizei eine Straßenecke ab, nach dem der Sturm die Leuchtreklame eines Warenhauses abgerissen hatte und spitze Plastikstücke herunterfallen ließ. Hochfeld kippte der Sturm einen Verladekran auf dem Gelände der Kupferhütte um, der Kranführer wurde schwer verletzt, der Ausleger beschädigte zusätzlich ein Schiff, das am Kaiufer vertäut war. Am Dienstag um 11:50 Uhr waren erstmals alle Fahrzeuge der Duisburger Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr, auf den Wachen, jedoch dauerte die Ruhe nur 30 Minuten. Dann hatte wieder eine Böe einen dicken Baumstamm auf eine Fahrbahn gestürzt. Über 400 Einsätze wurden aufgezählt, bis zu 270 Leute waren im Einsatz, und selbst das eigene Dach der Feuerwehrwache III in Hamborn war beschädigt. In der Duisburger-Beecker Theodor-König-Schule musste der Unterricht bis zum darauffolgenden Montag abgesagt werden, das Flachdach des Gebäudes wurde zum Teil abgerissen, Regenwasser zog in die Isolierung und die Deckenverkleidung löste sich in den Klassenräumen, inzwischen in vielen Räumen der Schule, wo das Wasser durchgesickert war. Abgerissene Lüftungsstutzen, Bleifüße der Blitzableiter und Dachpappe bildeten die verstreute Abfallmasse, die mehrere LKW Ladungen umfasste. Zurück zur Gesamtsituation in Europa: Ein Wetterexperte sagte, dass Sturm im Winter normal sei, aber nicht viermal in vier Wochen. Ein Klimaforscher meinte, dass die Serie von Stürmen noch 20 Jahre lang andauern könnte, ein britischer Professor ermittelte einen Zyklus von jeweils 100 Jahren, die Windböen könnten, gemessen an den Statistiken sogar noch schlimmer werden und Geschwindigkeiten von 270 Km/h erreichen. Der Forscher hatte Wetterinformationen der vergangenen 600 Jahre aus Schiffsdokumenten, privaten Tagebüchern und anderen Papieren gesammelt. Die bisher verheerensten Stürme wurden danach in Großbritannien im Dezember 1703 registriert, möglicherweise gegen Ende eines solchen 100jährigen Zyklus, damals starben rund 8000 Menschen. Die Ursachen seien noch nicht erforscht, so der Experte, es wird für möglich gehalten, dass Turbulenzen auf der Sonne in irgendeiner Weise dafür verantwortlich sind. Über den direkten Zusammenhang zwischen Sonnenturbulenzen und Erdklima ist noch nicht viel bekannt. Die Sturmflut an der deutschen Nordsee blieb zwar aus, doch in den Niederlanden wurde bei schweren Orkanböen am Dienstag-Abend wieder Alarm gegeben, die Behörden erwarten die schlimmste Sturmflut seit drei Jahrzehnten. Auch über München und Bayern fegte ein Sturm hinweg und in der Schweiz warfen Orkanböen Waagons des Glacier-Express und eines zweiten Personenzuges auf dem Oberalp-Pass (Kanton Uri) um, mehrere Menschen wurden dabei verletzt. An der nordwalisischen Küste wurde der gesamte Ort Colwyn mit seinen 2000 Einwohnern über 1,50 m hoch überflutet, die gerettet werden mussten, hunderte Einwohner wurden von Soldaten, Feuerwehrleuten und freiwilligen Helfern nachts in Sicherheit gebracht, nachdem turmhohe Brecher eine 100 Meter lange Bresche in die Küstenverstärkung geschlagen hatten. Hubschrauber der Royal Air Force waren im Einsatz, Fischerboote und Kähne brachten 400 Menschen, die in den am ehesten bedrohten Ortsteilen wohnten, in Sicherheit. Die Helikopter flogen 37 ältere und gebrechliche Menschen aus, andere mit ein wenig Habe, was tragbar war, wurden durch kniehohes Wasser geführt, und wegen Unterkühlung und Schocks wurden viele in Krankenhäuser gebracht. In einem Gemeindehaus sowie in Schulen und Altenheimen wurden Notlager für über 1000 Menschen eingerichtet, viele wurden auch von Freunden und Verwandten aufgenommen. Eine Anwohnerin berichtete: „Es war entsetzlich. Mit 15 Leuten waren wir vier Stunden in einem Büro eingeschlossen und die Wellen dröhnten gegen die Tür.“

Die Einwohner des Dorfes Dagebüll in Nordfriesland lebten unterdessen weiter in Angst vor der nächsten Flut: „Wenn der Orkan letzte Nacht nicht gedreht und weiter aus Südwesten geweht hätte, dann wäre der alte Deich diesmal mit Sicherheit gebrochen“, so Stimmen aus dem Ort an der Nordseeküste. Erst bei der Flut am 26. Januar war die Befestigung (im Jahr 1724 erbaut) mit 120.000 Sandsäcken geflickt worden und würde nach Angaben der Bewohner einer schweren Flut mit extremen Wasserständen nicht mehr widerstehen können. Vorsorglich wurden in dem Ort über 100 Menschen in Sicherheit gebracht, als das Wasser gegen 2 Uhr nachts über die Deichkrone schwappte. Auch auf Helgoland hatte die Sturmflut Millionenschäden verursacht, der Turm der evangelischen Kirche wurde großflächig beschädigt. Die Landungsbrücke, über die im Sommer der Personenverkehr abgewickelt wird, war teilweise abgesackt, die Befestigung des Südstrandes der Insel waren fast komplett zerstört und man rechnete mit Sandverlusten von 350.000 Kubikmetern auf der Düne. Ein Lokal in Wenningstedt auf Sylt stand nach dem Sturm nur noch 3 Meter von der Kante des Roten Kliffs entfernt, im Ort Kampen forderten die Stürme schon bisher zwischen 14 und 16 Meter Sand und Felsen; erst am Montag angereiste Feriengäste in der Gegend mussten wieder abfahren.

(Orkan Wiebke)

Donnerstag, 01.03.1990: Nachdem am vorangegangenen Tag noch „Vivian“ weiterhin Schäden in Europa angerichtet hatte, nachdem die Orkane der letzten Wochen allein in NRW an jedem zweiten Haus leichte, an jedem vierten Gebäude größere Schäden angerichtet hatte, drohte nun der nächste Orkan – „Wiebke“.

Meteorologen warnten am Mittwoch vor orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Km/h, betroffen diesmal hauptsächlich die Mitte und der Süden von Deutschland. Langanhaltende Niederschläge, je nach Höhe und Region als Regen oder Schnee, sollten damit einhergehen.

Als „Wiebke“ dann in der Nacht zum Donnerstag über Europa hinwegfegte, hinterließ der Orkan eine Schneise der Verwüstung erneut waren 15 Tote zu beklagen, allein vier davon in der Bundesrepublik. Vom Atlantik her kommend wehte der Sturm mit bis zu 200 Km/h über Nordfrankreich, Belgien, Holland und die Bundesrepublik hinweg und zog dann in den Süden der DDR und nach Österreich weiter, über dem Mittelmeer tobte er sich dann aus. Allein in dieser Woche waren schon 79 Menschen in Europa zu Tode gekommen, die Schäden in der Bundesrepublik gingen inzwischen in die Milliarden. Hundertausende kamen am Donnerstag zu spät zur Arbeit, „Wiebke“ richtete vor allem in Bayern und Hessen riesige Schäden an. In Bayern wurden Lastzüge von Autobahnen gedrückt, in mehreren Orten brachen Kirchtürme zusammen, Stromleitungen wurden zerfetzt, Waldgebiete regelrecht umgemäht; im ganzen Land gab es schulfrei. In Hessen waren am Donnerstag unzählige Bäume umgestürzt, Straßen blockiert, auf Autobahnen Frankfurt-Mannheim lagen die Stämme kreuz und quer über der Fahrbahn, auch die meisten Züge im Bundesland fielen wegen blockierter Gleise aus.

In Bayern, wo diesmal der Schwerpunkt der Schäden lag, kam der Verkehr fast vollkommen zum Erliegen und ganze Landesteile waren am Morgen ohne Strom, die Kinder bekamen schulfrei. Auf der Autobahn Fulda-Würzburg schleuderte eine Orkanböe einen LKW mit radioaktiver Ladung von der Fahrbahn, erste Messungen ergaben zum Glück kein Austreten von Strahlung. Über den 1493 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald fegte der Orkan mit Böen um 200 Km/h hinweg, danach gab es noch heftigere Böen, die allerdings nicht mehr nachvollzogen werden konnten, weil ein Blitz in den Turm der Wetterstation eingeschlagen war und den Windmesser außer Gefecht gesetzt hatte.

In den meisten Städten des Ruhrgebiets wurden dagegen trotz Böen von bis zu 140 Km/h weniger Sturmschäden gemeldet als bei den vorhergehenden Orkanen. „Wir haben hier die stärksten Böen in ganz NRW gemessen, aber merkwürdigerweise ist das Ruhrgebiet glimpflich davon gekommen“, so das Wetteramt Essen. Eine Erklärung war, dass schon bei den vorherigen Orkanen viel zu Bruch gegangen war. Auch die Anzahl der Einsätze spiegelt dies wieder: Die Gelsenkirchener Berufsfeuerwehr zählte 60, am Montag zuvor waren 180 und zusätzlich war noch die freiwillige Feuerwehr nötig. Allerdings wurde gemeldet, dass diesmal sogar große völlig gesunde Bäume umgeweht wurden. „Da haben nun schon mehrere Orkan dran gerüttelt, so das die Wurzeln locker waren“, so ein Sprecher der Essener Feuerwehr. Viele Glasscheiben gingen in dieser Nacht zu Bruch, so manche große Fläche hielt den Böen nicht stand, in einem Wohnzimmer in Duisburg flogen Fenster und Mobiliar beim Glasbruch bis zu drei Meter weit, ein einziges Chaos offenbarte sich.

In anderen Landesteilen gab es jedoch wieder Tote, in Monschau in der Eifel wurde ein Mann der freiwilligen Feuerwehr von einem umstürzenden Baum erschlagen, ebenso ein Waldarbeiter in Aschaffenburg. In Mönchengladbach erlitt ein Frührentner einen Herzinfarkt beim Versuch, sein Dach zu reparieren, er stürzte ab und starb. Am Düsseldorfer Flughafen donnerte das Vordach des Frachtzentrums auf einen Parkplatz und beschädigte viele Autos. Bei Kleve und Wesel ging zeitweise das Licht aus und Telefone standen still – Leitungen waren vom Wind zerfetzt und die Hauptvermittlung der Post bei Sturmschäden zeitweise außer Betrieb gesetzt.

In Duisburg tobte sich der Orkan besonders im Stadtteil Neudorf aus – allein in der denkmalgeschützten Einschornsteinsiedlung in der Richard-Wagner-Straße verursachte er Schäden von insgesamt 200.000 DM. Die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr waren in der Nacht total überlastet, Hausdächer wurden abgedeckt, umgestürzte Bäume gefährdeten Frühaufsteher, Gebäudeteile fielen auf die Straße und Reklametafeln drohten umzukippen und mussten abgesichert werden. Ein Anwohner wurde von herabfallenden Dachziegeln verletzt, die Zahl der beschädigten Autos lag noch nicht vor. Die Schäden im Wald sind immens, aber noch nicht absehbar zu diesem Zeitpunkt – Jogger wurden vorsorglich vor herabstürzenden Ästen und umkippenden Bäumen gewarnt. In einem haus wurde ein Gästezimmer unter Wasser gesetzt, als der Wind teile des Daches abtrug, es halfen nur noch Planen und Eimer, um das Wasser zu sammeln.

Andere Mehrfamilienhäuser, deren Dächer aus Holz, Torf und Teer hergestellt waren, hatten keine Chance, Brocken und Bretter flogen hundert Meter weit, die Gärten sind verwüstet, ein Wust von Brettern und abgebrochenen Antennen offenbarte sich, die Aufräumarbeiten dauerten mindestens drei Tage.

Die Bilanz zog man später auch im Duisburger Stadtwald – der Windbruch würde noch für zehn Jahre Folgeschäden zeigen. Der Bestand wurde gegenüber den Orkanen der vergangenen Woche noch einmal um 50 % dezimiert, viele alte Bäume, teilweise aus dem 18. Jahrhundert, waren nicht mehr zu retten. Zusätzlich wurden aber auch viele jüngere Bäume ab 30 Jahren geschädigt, konnten sich nach dem vielen Regen auf dem weichen Untergrund nicht mehr genug halt verschaffen. Der ökonomische Schaden ist auch groß, denn nur Bäume mit einem Stammdurchmesser von mindestens sieben Zentimetern könnten wenigstens noch als Industrie- oder Brennholz verkauft werden; auch unzählige Baumkronen sind bei „Wiebke“ beschädigt worden – die betroffenen Bäume müssen gefällt werden, da ohne genügend Laubreservoir keine Überlebensfähigkeit gegeben ist. Dennoch ist Duisburg relativ glimpflich davon gekommen, große Schneisen wurden nicht geschlagen, maximal 100- Quadratmeter Löcher wurden gemessen, zudem gibt es im Bestand nur 10 % an windempfindlichen Nadelhölzern, Laubbäume waren wegen ihrer geringen Blätterzahl um diese Jahreszeit vor dem Sturm gefeit. Allerdings wird die endgültige Schadensbeseitigung noch Jahre dauern, wobei ergänzend zu bemerken ist, dass ein gesunder Wald die Stürme besser überstanden hätte.

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Die Windböen der Stürme DARIA, HERTHA und VIVIAN/WIEBKE

 

Windböen Orkan DARIA (25/26. Januar 1990)

http://www.mtwetter.de/

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http://www.mtwetter.de/

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Windböen Orkan HERTHA (3. Februar 1990)

http://www.mtwetter.de/

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Windböen Orkan VIVIAN (26/27. Februar 1990)

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http://www.mtwetter.de/

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Windböen Orkan WIEBKE (28. Februar / 1. März 1990)

http://www.mtwetter.de/

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http://www.mtwetter.de/

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Die Stürme 1990 im Vergleich zu anderen Stürmen

Die Sturm-/Orkantiefs von 1990 stellen, neben den Orkanen 1999, im 20. Jahrhundert eine Ausnahme dar. Zwar gehören die 90er Jahre zu dem windigsten Jahrzehnt im gesamten 20. Jahrhundert, aber es gab ebenso in den 60er und 70er Jahren großen Stürme über Europa hier sei die Sturmserie aus dem Februar/März 1967 zu erwähnen, als eine Riehe von Stürmen in West- und Mitteleuropa große Schäden anrichtete, nur gab es damals nicht ganz so hohe Windgeschwindigkeiten, wie bei den Stürmen 1990.

Die außergewöhnliche Sturmserie 1703 überragt jedoch in ihrer Stärke noch weit die Stürme von 1990 und 1999, da es damals in West-Europa wohl im Binnenland zu extremen Orkanböen von über 250 Km/h gekommen ist und es verbreitet Schäden und Verwüstungen gegeben hat.

Ein ausführlicher Bericht zu der großen Sturm-/Orkanserie von 1703:

https://sturmwetterblog.wordpress.com/der-grosse-sturm-von-1703-und-andere-schwere-stuerme-und-orkane/

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Ein weitere sehr schwerer Orkan zog am 6. Januar 1839 besonders über Westeuropa und traf Irland mit voller Wucht, es wurde ein minimaler Luftdruck von 918 hpa errechnet und Orkanböen von ca. 250 Km/h, es gibt Berichte aus Irland, das selbst Gras von Deichen herausgerissen wurde vom Sturm und Tiere durch die Luft flogen!

Auch im Jahre 1737 gab es eine Riehe schwerer Stürme in Europa. der Klimaforscher Hubert Lamb, der auch historische Stürme untersuchte, kam zu dem Ergebnis, das es im 13. und 14. Jahrhundert in Europa oft Orkane in der Stärke von LOTHAR oder noch mehr Wind.

Ein wärmeres Klima könnte starke Stürme begünstigen

Durch das wärmere Klima könnten extreme Stürme auftreten, wenn die Kälte sich wie in den letzten Jahren wieder bei Grönland/Kanada fokussiert und damit auf dem Nordatlantik eine positive NAO produziert, die in Europa mit einer Westlage schwere Stürme und Orkane bringen könnte.

Wann genau solche extremen Orkane entstehen, kann man nicht genau sagen, aber seit 2013 hat die Aktivität starker Stürme wieder zugenommen:

  • Oktober 2013 – Orkantief Christian
  • Dezember 2013 – Orkantief Xaver
  • Dezember 2013 – Orkantief Dirk
  • März 2015 – Orkantief Niklas
  • Oktober 2017 – Sturmtief Xavier
  • Oktober 2017 – Orkantief Herwart
  • Januar 2018 – Orkantief Burglind
  • Januar 2018 – Orkantief Friederike
  • März 2019 – Sturmtief Eberhard

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Besonders die Sturmsaison 2017/2018 war die stärkste Saison seit 2006/2007 in Europa und gehört damit zu den stärksten Sturm-Saisons der letzten 50 Jahre. Sturm- und Orkantiefs verursachten ab September 2017 bis Ende Januar 2018 über 3,5 Mrd. € Schäden!

Ein Bericht zu der Sturmsaison 2017/2018:

https://sturmwetterblog.wordpress.com/2018/03/21/rueckblick-auf-die-sturm-orkansaison-2017-2018/

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Und auch die Sturmsaison 2018/2019 war stark, wenn auch fast nur auf dem März 2019 fokussiert, so war der März 2019 der windigste März-Monat seit 25 Jahren. Es gab eine Serie von Sturmtiefs mit Orkanböen bis ins Flachland und knapp 1 Mrd. € Sturmschaden!

Bericht zur Sturmserie im März 2019:

https://sturmwetterblog.wordpress.com/2019/03/23/maerz-2019-hatte-die-meisten-stuerme-seit-25-jahren/

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Nun könnte es sein, das in den nächsten Jahren ein neuer Höhepunkt von Stürmen erreicht wird, da seit 2013 die Sturm-Aktivität, im Gegensatz zu den Vorjahren, wieder zugenommen hat, zu der Ansicht kam auch der deutsche Wetterdienst:

Der DWD schrieb am 19.01.2018:

Die aktuelle Sturmsaison wurde am 14. September 2017 mit Sturm Sebastian ungewöhnlich früh eröffnet. Am 05. Oktober folgte Sturm Xavier und am 31. Oktober bereits der nächste schwere Sturm namens Herwart, der regional eng begrenzt sogar an die Windgeschwindigkeiten von Kyrill heran reichte. Am 2. Januar sorgte Sturm Burglind für Schäden in der Südhälfte Deutschlands und nun folgte mit Friederike einer der schwersten Stürme des vergangenen Jahrzehnts. Die Häufung von schweren Stürmen ist in dieser Saison schon auffällig. Doch was ist der Grund dafür?

Die Ursache dafür ist, dass seit dem Herbst eine Westwetterlage vorherrschend war. Dabei ziehen Tiefdruckgebiete in rascher Abfolge vom Nordatlantik meist von Island kommend über die Nordsee nach Südskandinavien und beeinflussen mit ihren Ausläufern Mitteleuropa. An der Südflanke dieser Tiefdruckgebiete bilden sich bei großen Temperaturgegensätzen immer wieder Randtiefs. Diese können sich dann zu Sturmtiefs entwickeln. Voraussetzung für eine aktive Sturmsaison ist also eine Westwetterlage, die über einen längeren Zeitraum stabil bleibt. Dies war auch Anfang der 90er Jahre der Fall, wo es in diesem Zeitraum ebenfalls zahlreiche große Stürme gab. Mit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Zahl der Westwetterlagen und damit auch die Anzahl der Stürme deutlich abgenommen. Erst in der jüngeren Vergangenheit ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, oder ob es sich dabei nur um eine kurze Episode handelt, ist allerdings noch ungewiss.

https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/1/19.html

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Wann wird es wieder zu einer extremen Sturmserie in Europa kommen ?

Somit müssen wir vorerst abwarten, wie stark die Stürme im Herbst/Winter 2019/2020 und die Jahre danach werden. Ich halte neue schwere Orkane für möglich, so dass eventuell die Stürme aus den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts übertroffen werden. Eine Zunahme von Gewitter/Starkregen in den Sommer-Monaten ist dagegen in den letzten Jahren deutlich zu beobachten, man kann aber sagen wenn wir die letzten 30 Jahre an Stürmen zusammen rechnen, das es stärkere Stürme gab es in den 50 Jahren vor 1990. Die nächsten Jahre und Jahrzehnte zeigen dann ob durch das wärmere Klima eventuell sogar Stürme von der Stärke des 13/14. Jahrhunderts oder des 18. Jahrhunderts erreicht werden.

Links zu der Sturmserie 1990 von Kachelmannwetter und Naturgewalten:

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Beitragsbild: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=446205

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Dieser Bericht wurde anno Sommer 2019 von Sebastian T. (Sturmwetterblog) geschrieben und dient zur Forschung historischer Sturm- und Wetterereignisse.

2 Antworten auf “Ungewöhnliche Sturm-/Orkanserie im Winter 1989/1990”

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