Unwetter Sommer 2014 : Ein Rückblick ( Pfingstunwetter „ELA“ und Sturzflut NRW )

Der Sommer 2014 gestaltete sich in Deutschland überwiegend wechselhaft, oft war es schwülwarm mit heftigen Gewitterlagen oder Starkregenlagen. Kurzzeitig gab es auch Hitzewellen.

Link zum Bericht (Pfingstunwetter ELA 2014): https://sturmwetterblog.wordpress.com/2020/12/12/pfingstunwetter-ela-2014-erlebnis-bericht-einer-historischen-unwetterserie/

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Ein Merkmal des Sommers 2014 waren seine derart heftigen Gewitter, diese tobten besonders über West- Nordwestdeutschland, sowie im Raum Sachsen, Hessen und teile von Nordbayerns.

Die heftigsten Unwetter waren das berühmte Pfingstunwetter mit dem Namen ELA welches am 9/10.Juni.2014 von Benelux über NRW bis Niedersachsen zog, auch teile Hessens waren betroffen.
Und das Rekordartige Starkregen-Unwetter was am 28/29.Juli.2014 das Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet heimsuchte mit Niederschlagsmengen von fast 300mm pro Qm Regen in 7 Stunden !!!

Doch der Reihe nach.

Die Gewittersaison startete im Jahr 2014 sehr früh, bereits Mitte April 2014 gab es in teilen Deutschland heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel.
Am 30.April.2014 zogen heftige Gewitter über das nördliche Ruhrgebiet, von Hagen bis Hamm gab es vollgelaufene Keller, Hagel und umgestürzte Bäume. In Ahlen/Dolberg schlug der Blitz in einen Bauernhof ein, die Scheune brannte vollständig nieder.

Weitere Gewitter folgten am 9.Mai.2014 und am vom 26-28.Mai.2014, dabei gab es besonders in Bayern und Sachsen heftige Unwetter mit Starkregen. Auch über der Mitte Deutschlands kam es zu Starkregen mit Überschwemmungen.
Nach kurzeitiger Stabilisierung des Wetters, zogen am 4.Juni.2014 einzelne kräftige Gewitter über Westdeutschland, aber ohne größere Folgen.

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Historische Unwetterserie vom 8-11.Juni. 2014 durch Pfingst-Unwetter ELA

Die Wetterlage stellte sich ab dem 5. Juni.2014 auf Südwest um. Es wurde heiße Luft nach Mitteleuropa geführt. Bereits ab dem 7. Juni.2014 wurde die Luft energiereicher und die Schwüle und der Taupunkt stiegen von Frankreich und Benelux her deutlich an.
Am Samstag den 7. Juni.2014 gab es über Westeuropa schon heftige Unwetter mit Großhagel und Starkregen, auch über Westdeutschland machte sich eine Zone mit Warmfrontbewölkung bemerkbar, es war sehr schwül und mit 33°C heiß.
Die heftigen Unwetter über Frankreich deren Wolkenhöhe teilweise an die 15 km Grenze kratzten, konnte man vom NRW, Niedersachsen problemlos durch Wetterleuchten sehen, da die Wolken dort sehr hochreichend waren.

Die ersten Gewitter erreichten Sonntag Vormittag den 8. Juni. 2014 das westliche Münsterland und Niedersachsen, dort gab es Starkregen, Hagel und Sturmböen, die Schäden waren meist Moderat.

Der 8 .Juni. 2014 zeigte sich Deutschland -Weit sehr heiß. Über Niedersachsen bis Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zogen immer wieder kleine Gewitterzellen, die teilweise unwetterartig ausfielen mit Hagel und schweren Sturmböen, es gab umgestürzte Bäume und Schäden durch Hagel.
In NRW blieb es den Sonntag tagsüber meist ruhig, da hinter dem Gewitter was morgens über das Münsterland zog, kühle Luft ausfloss (( Coldpool )).

Erst Abends stiegen schwüle und Cape Werte ( J/kg = Energie für Gewitter ) von Frankreich und Benelux her extrem an. Die ersten heftigen Unwetter gab es dort bereits. Aus Paris und Belgien wurden gegen Mitternacht Hagel von 10 cm Durchmesser gemeldet.

Wieder konnte man die Gewitter von Westdeutschland Problemlos beobachten, deren Wolkenhöhe sich erneut auf 15 Km steigerte. Um 2 Uhr , also schon am 9. Juni.2014 zogen die ersten Gewitter am Niederrhein auf Richtung Münsterland, es gab größeren Hagel, Starkregen und Sturmböen. Sehr heftig waren die Gewitter rund um Brüssel mit Groß-Hagel und Starkregen. Diese zogen vom Niederrhein Richtung Ruhrgebiet und verursachten ein Blitzintensives Gewitter, welche sweiter nach Ostwestfalen zog, teilweise mit Starkregen.

Die Luft am Morgen des 9. Juni. 2014 ( Pfingst-Montag) war extrem Schwül die Cape Werte lagen von Frankreich, Benelux und Westdeutschland auf über 2000 J/kg sie steigerten sich bis zum Abend auf über 3500 J/Kg was sehr selten der Fall ist.
Neue Unwetter bildeten sich von Holland bis zum Münsterland mit orkanartigen Böen, Starkregen ( 30mm ) und Hagel, diese Unwetter zog bis zum Mittag zur südlichen Nordsee.
Am Montag-Mittag den 9. Juni. 2014 bildeten sich über Westdeutschland und Benelux und besonders über Zentralfrankreich heftige Gewitterzellen. Im Sauerland kam es zu Groß-Hagel bis 5 cm und Starkregen, auch um Köln gab es Hagel und Gewitter.

Um ca. 15 Uhr war es extrem schwül und mit 33°C sehr heiß. Die Unwetter über Zentralfrankreich zogen weiter Nordostwärts und verstärkten sich nun weiter, es wurden wieder mehrere Superzellen registriert. Dort verursachten sie Großhagel mit 10 cm Durchmesser und schwere Sturmböen >90 Km/h.
in NRW war es Nachmittags nach den letzten Unwettern sonnig und extrem schwül.
Bereits am Späten Nachmittag haben sich die Gewitter von Frankreich bis Belgien vorgearbeitet und sich zu einer Linie organisiert. Die Unwetterzentralle gab für Belgien und NRW Stufe Rot/Violett vor Gewittern heraus.
In Belgien gab es durch die Unwetterlinie die schon in Frankreich Hagel und Sturm brachte, große Schäden.

Die Wolke des Unwetters wuchs weiter an sie errichte 600Km Durchmesser über ganz Benelux und NRW bis Hessen, Niedersachsen.

Die Unwetterfront erreichte Deutschland. Im Raum Aachen und am Niederrhein gab es orkanartige Böen bis 120 Km/h dazu heftigen Starkregen ca 30 mm. Auch weiter Richtung Holland waren an die Unwetterlinie heftige Gewitter gebunden.
Durch die hohen Cape Werte und Temperaturen verstärkte sich das Unwetter. Fast der gesamte Niederrhein wurde nun von ihr erfasst, es gab verbreitet Orkanböen mit ca. 140 Km/h, im Raum Düsseldorf dürften sogar Böen bis 200 Km/h aufgetreten sein !!!
Dazu heftigster Wolkenbruch mit 40 mm und Hagel !!!
Äste flogen durch die Luft, Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt !!!
Dieses Monster Unwetter zog weiter auf das Ruhrgebiet,Münsterland und Ostwestfalen zu. Das Ruhrgebiet wurden ebenfalls von Orkanböen mit über 150 Km/h getroffen, das Münsterland mit Orkanböen von 120 Km/h und Ostwestfalen bis runter zum Sauerland ca. 100 Km/h !!!

Fast ganz NRW war nun betroffen., sowie das südöstliche Niedersachsen. Es nun ca. 22 Uhr, in Dortmund wurden 120 km/h erreicht dazu Hagel und Starkregen.

In NRW wurden am Montagabend und in der Nacht zum 10. Juni.2014 über 100.000 Blitze registriert !

Der Niederhein und das Ruhrgebiet waren verwüstet, es ging nichts mehr ! Viele Straßen waren unpassierbar ! Stromleitungen Zerfetzt. Dächer abgedeckt. In Düsseldorf war JEDE Straße mit Bäumen und Ästen übersät.

Die Feuerwehr, Polizei und THW waren in NRW überfordert ! Die Bahn registrierte noch nie so viele Schäden. Es gab mindestens 6 Tote, fast 100 Verletzte und 650 Mio. € Schäden ! Und dies durch ein Gewitter-Unwetter !

Die Feuerwehr in Hamm war im Dauereinsatz wegen dem Unwetter!

Am schlimmsten waren das Ruhrgebiet und der Niederrhein betroffen ! Die Bahn fuhr hier teilweise 1 Woche nicht. Aber auch im Münsterland, Ostwestfalen und dem Sauerland richtete das Unwetter ELA große Schäden an.
Im meiner Stadt fuhr die Feuerwehr über 100 Einsätze, überwiegend durch umgestürzte Bäume , abgerissene Stromleitungen und Blitzeinschläge.

In Düsseldorf und dem Ruhrgebiet dauerten die Aufräumarbeiten mehrere Tage. Die Feuerwehr in Düsseldorf rückte 5000 mal aus !!!

In NRW wurden über 31.000 Einsätze durch das Unwetter ELA registriert. Solch ein Unwetter gab es in NRW Jahrzehnte nicht, teilweise waren die Schäden größer als nach Winter-Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007. Es wurden 80.000 Festmeter Sturmholz in NRW gemeldet durch ELA !!!

Das Unwetter ELA zog weiter nach Niedersachsen und Brandenburg, selbst hier gab es noch Starkregen und Sturmböen, erst kurz vor Polen löste sich der MCS/MCC ( Gewittercluster ) auf.

Die Windböen des Pfingstunwetters!

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Der Gewitter-Komplex (MCS(MCC) mit extremen Orkanböen von über 140 km/h in Düsseldorf!

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Beim Pfingstunwetter gab es verbreitet 80 bis 140 Km/h in NRW, einige Downburst wie hier in Essen können sogar über 150 Km/h erreicht haben!

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Der Gewitter-Komplex hat eine hohe Energie, es gab neben Sturm und Orkanböen auch extrem viele Blitze. Auf den Straßen flogen Ästen, Mülltonnen und andere Utensilien herum, wie hier in Castrop-Rauxel zu sehen:

Von Frankreich kamen aber schon neue Gewitter. Der 10. Juni. 2014 war in NRW ein Tag des Aufräumens, an den Bahnhöfen herrschte Chaos, die Feuerwehren hatten gut zu tun und selbst die Bundeswehr rückte aus.

In der Nacht zum 11. Juni. 2014 zogen neue Unwetter über Deutschland, die aber nicht so heftig waren wie ELA. Es gab Starkregen und Hagel. Nach dem 11.Juni. 2014 kehrte stabile Kühle Nordluft ein.

Die nächsten Unwetter zogen vom 7. bis zum 12. Juli. 2014 besonders über Westdeutschland ! Erneut gab es schwere Sturmböen, Hagel und Starkregen.

Vom 20/21. Juli.2014 gab es wiederum heftigen Daueregen und Gewitter in Teilen Deutschlands.

Die nächste Rekordartige Unwetterserie ereignete sich vom 28. bis zum 30.Juli. 2014
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Wolkenbruch und Unwetter NRW (28/29.Juli.2014 )

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Am Montag den 28.Juli. 2014 befand sich Deutschland und Benelux erneut in einer Schwer-Gewitterlage ! es gab langsam ziehende Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen. Sturm oder Orkan war diesmal nicht von Relevanz.
Immer wieder zogen heftige Gewitter vom nördlichen Ruhrgebiet zum Münsterland. Gegen Abend des 28. Juli. 2014 wurden in der Stadt Münster schon über 100 mm Regen gemessen.
Von der Soester Börde/Sauerland entwickelten sich immer wieder neue Unwetter. Es schüttete wie aus Eimern.
Ich selber konnte NUR 20 Meter weit schauen, so stark war der Regen, mit einer brachialen Lautstärke !!!

Dazu heftige Gewitter !!! Um Münster wurden Abends ca. 23 Uhr schon 240 mm Regen registriert, auch die umliegenden Städte wurde geflutet mit 100 mm Regen. In meiner Stadt versanken ganze Stadtteile, die Feuerwehr rückte 700 mal aus, so etwas gab es vorher noch NIE !

In Münster und Greven war überall Landunter ! Die Leute mussten ihre Wohnungen verlassen um nicht zu ertrinken. Im nördlichen Münsterland wurden 292 mm Regen registriert in 7 Sunden. Ein Deutschland-Weiter Rekord für die Zeit in 7 Stunden.

Münster und Greven und Nachbarstädte versanken im Chaos, die Region hatte noch nie zuvor solche Unwetterfluten erlebt.

Die Folge :
2 Tote, Schäden in mehreren Millionen und Verletzte, Über 7000 Feuerwehr Einsätze! Und das nur 7 Wochen nach dem Gewitter-Orkan ELA vom 9/10. JUNI. 2014.

So einen heftigen Regen gab es in Deutschland und in NRW seit Beginn der Wetteraufzeichnung noch nicht.

Nur einen Tag später gab es in Köln, im Kreis Warendorf und in Ostwestfalen wieder heftige Unwetter mit Starkregen.

Die nächsten Unwetter gab es am 10. August.2014, es gab aber nur gebietsweise Sturm und Gewitter, dafür ein Tornado verdacht in Südwestdeutschland ! Mit größeren Schäden.

Bis Mitte September 2014 gabe es dann einzelne Gewitter die auch mal kräftiger waren. Am 18. September. 2014 formierte sich dann noch mal eine Starkregen und Gewitterlinie über NRW bis Belgien wo es teilweise wieder zu heftigem Starkregen kam.
Im Bereich Dortmund, Bergkamen, Hamm und Lünen gab es wieder nach dem schon am 28/29.Juli.2014 dort zu Überschwemmungen kam, erneut zu heftigen Überschwemmungen in Hamm mussten Bewohner des Stadtteils Herringen mit Booten aus den Häusern gerettet werden. Bergkamen rückte die Feuerwehr über 200 mal aus um Keller und Wohnungen leer zu Pumpen. Auch in Dortmund gab es vollgelaufene Keller.

Am nächste Tag ( 19.September .2014 ) gab es erneut Gewitter mit Starkregen und heftigen Blitzen, so auch am 20. September .2014 wo es auch über Sachsen zu heftigen Gewittern kam !

Die nachfolgenden Wochen wurden dann kühler und der Sommer 2014 verabschiedete sich, um den Herbst Einlass zu gebieten.
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Fazit:

Der Sommer 2014 war vor allem in NRW aber auch in anderen teilen Deutschland sehr Unwetterträchtig !

Die heftigsten Unwetter waren .: Pfingstunwetter ELA vom 9/10. JUNI. 2014 ! mit 6 Toten, 650 Mio. € Schäden 100 Verletzten und Orkanböen bis über 150 Km/h sowie 100.000 Blitzen. Es waren die heißesten Pfingsten ( 38°C ) seit Wetteraufzeichnung.

Hierzu mehr auf Unwetterzentrale.de ( siehe Unwetterereignisse )

Das andere Heftige Unwetter war am 28/29. JULI. 2014, wo in Münster, Coesfeld, Warendorf, Hamm und Essen sowie teile Ostwestfalens von Rekordregen heimgesucht wurde mit knapp 300 mm Regen in Münster. In Hamm waren es 100mm Regen und in Greven 150 mm Regen. Die Orte dazwischen bekamen ca. 40 bis 60 mm Regen ab.

Sehr hohe Sachschäden, 2 Tote und viele Obdachlose durch die Flut. Der Sintflutartige Monsum Regen wurde begleitet von heftigen Gewittern und stürmischen Böen in Münster. Es wurde ein neuer Deutschland Rekord ( Regen ) in Münster aufgestellt.

In meiner Stadt hatte die Feuerwehr durch den Unwetter Sommer 2014 fast 1000 Einsätze ! Auch ein Rekord, wie mir die Feuerwehr bestätigte. Auch die Schäden in meiner Stadt waren enorm, besonders durch die Gewitterflut vom 28/29. Juli.2014.

Damit geht der Sommer 2014 in die Wettergeschichte ein. Der DWD hatte auch bei der Vergebung von Unwetterwarnung fast einen neuen Rekord zu Verbuchen. 2002 gab es wegen der Elbeflut ein paar mehr Unwetterwarnungen !

Ja, nur der Sommer 2002 kann in Sachen Unwetter/Starkregen dem Sommer 2014 das Wasser reichen. Damals, 2002 gab es in Berlin /Brandenburg ebenfalls einen Gewittersturm plus die Starkregenfälle in Süd- und Ostdeutschland von Juli bis August 2002.

Ebenfalls viele Unwetter/Starkregen gab es 2013, 2008 und 2003 sowie 1994. Jedes Jahr bietet eigentlich heftige Unwetter.

Auch der Sommer 1992 war ähnlich Schadensträchtig wie 2002 und 2014 ! Die Jahre ( 1992, 2002, 2013 und 2014 ) sind auch somit die heftigsten Unwetter/Gewtter-Sommer der letzten 30 Jahre !

Und es wird nicht lange dauern bis der nächste heftige Unwetter-Sommer hier Einzug hält.

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Geschrieben Sturmwetterblog

2 Antworten auf “Unwetter Sommer 2014 : Ein Rückblick ( Pfingstunwetter „ELA“ und Sturzflut NRW )”

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