Herbst zu kalt oder warm, Einfluss auf den nachfolgenden Winter ?

In vielen Diskussionen der meteorologischen Langfrist-Vorhersage, werden immer wieder die Herbst-Monate als Indiz für mögliches Winterwetter ( Dezember, Januar und Februar ) herangezogen.

So ist oft davon zu lesen das einem warmen Oktober ein kalter Winter folgen würde. Dann gibt es die September-Regel, die besagt, das nach einem zu warmen September ( +2,0k nach 1961-1990 ) ein zu warmer Winter folgt, umgekehrt soll ein zu kalter Winter auf einen kühlen/kalten September folgen.

Das ist nun aber nicht immer so und wird zunehmend durch die Klima-Veränderung als Indikator für einen nachfolgenden Winter immer fragwürdiger.

Der September war 2017 überwiegend ein von Westwetterlagen geprägter Monat und lag genau im Durchschnitt seiner Temperatur. Letztes Jahr 2016 war der September Rekord-Warm, der nachfolgenden Winter war aber kein deutlich zu warmer Winter, sondern lag in Deutschland im Durchschnitt, selbst wenn der Süden des Landes mehr Winter-Wetter in Form von Schnee und Frost erleben durfte als der Norden wo es kaum Frost oder Schnee gab, zumeist bestimmten großräumige Hochdruckgebiete das Winterwetter 2016/2017.

Westwetterlagen gab es nicht so oft und diese beschränkten sich auf die letzte Februar-Woche 2017 bis in den März 2017 hinein.

Nach den ebenfalls Rekord-Warmen September 1999 und 2006 folgten in beiden fällen heftige Westlagen-Winter, die besonders 1999/2000 durch heftige Orkane wie Anatol, Lothar, Martin und Kerstin großen Schaden in Mrd. Höhe verursachten und in Europa die Infrastruktur und große Waldbestände zerstörten! Das Sturmtief Ginger zog sogar noch Ende Mai 2000 über Westeuropa mit zahlreichen Sachschäden.

Auch im Winter 2006/2007 gab es wieder heftige Stürme und Orkane. Die heftigsten tobten damals im Januar 2007 ( Franz, Per und Kyrill ) es wieder viele Schäden und auch große Verwüstungen in den Wäldern vor allem durch die Stürme Per und Kyrill.

Auch Hochwasser war in beiden Wintern ein Thema. Der Winter 2006/2007 war zu dem der wärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit +4,2k nach 1961-1990!

 

Aber auch nach kühlen September gab stürmische Mild-Winter wie etwa 2013/2014 wo es vor allem in Westeuropa zu großen Sturm- und Hochwasserschäden kam, der Winter fiel zudem in ganz Europa erheblich zu mild aus.

Somit können zu warme oder kalte Monate nicht direkt auf nachfolgenden Winter gedeutet werden. Vielmehr sollten Langfrist-Meteorologen auf die Boden-Druckverteilung in Europa, Kanada, Grönland und Russland schauen, welche Großwetterlagen dort vorherrschen und ob die Herbst-Monate meridional oder atlantisch geprägt waren, oder beides zusammen.

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Der Herbst 1989 war auch meist von Westlagen geprägt, wenn auch keine sehr warmen Herbst-Monate zu verzeichnen waren. Folgte ab Dezember 1989 bis März 1990 eine schwere Sturm- und Orkan-Serie ( Daria, Vivian und Wiebke ) die so nur 1999/2000 wieder auftrat.

 

Diesen Herbst 2017/2018 ist es meist so, das wir sehr viele Westlagen mit Sturm/Orkan im Norden des Landes hatten, während der Süden meist meridional geprägt war. So ähnlich war es auch im Herbst 1983, auch der Winter 1983/1984 war sehr stürmisch!

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Warmer Oktober nun Mild oder Kalt-Winter ?
Nun ist es so das ein zu milder Oktober, in der Mehrheit ein nachfolgenden warmen atlantischen Westwinter hervorbrachte.
Weil warme Oktober mit gestörter Zirkulation, meist kalte Winter nach sich zogen.
Der Oktober 2005 war z.B. ein Kandidat mit gestörter Zirkulation!
Warum ?
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Weil der Oktober 2005 durch überwiegend warme meridionale Südströmungen so warm wurde. Es gab fast durchgehend auf Grönland und dem Nordatlantik Hochdruckgebiete oder hohes Gepotential, und über Russland zeichnete sich schon nördlich tiefes Geopetntial ab.
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Der Oktober 2005 war Nord-Hemisphärisch gesehen durch eine gestörte Zirkulation zustanden gekommen.
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Hier eine Beispiel Karte wie die Druckverteilung im Oktober 2005 oft ausgesehen hat:
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Der nachfolgende Winter 2005/2006 war ja dann auch ein kalter Winter mit ganz wenigen Westlagen.
Der warme Oktober 1995 ebenfalls ähnlich vom Muster aufgebaut wie 2005. Hohes Geopotential über Grönland, Hochdruck von Mitteleuropa bis ins südliche Russland und vor Großbritannien ein paar Tiefs mit kurzen Vorderseiten.
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Die Oktober 1961, 1966, 1989, 2001, 2006, 2013, 2014 waren dagegen von überwiegend tiefen Geopotential über Grönland und dem Nordatlantik geprägt, so das die nicht wie ein Sandwich zwischen Grönland-Hoch und Mittelmeer-Hoch eingebettet sind ( 1995/2005 ) sonder durch den Jet durchziehen können bis nach Russland, wo dieses Jahr ebenfalls kein Hoch ist. Das Sturmtief Xavier ist bis nach Russland gezogen.
Hier ein Beispiel vom Bodendruck 1989:
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Zwar gab es auch in den Jahren 1961, 1966, 1989, 2001, 2016, 2013 und 2014 zu einem Grönland-Hoch, aber das war immer nur kurz, da sich mal mehr mal weniger das Geopotential vom Nordpol nach Kanada wanderte.
Diese genannten warmen Oktober, sind hauptsächlich durch einen aktiven Atlantik geprägt worden, und waren die Vorläufer eines Westwinters.
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In die ebenfalls gleiche Schiene mit den üblichen Abweichungen fällt der Oktober 2017 und nach den Modellen wird er sich den Jahren 1961, 1966, 1983, 1989, 2001, 2006, 2013 und 2014 einreihen.
Das hohe Sturm-Potential des Früh-Herbstes ist wie einige schon feststellten sehr auffällig. Ja es kann noch bis Dezember so weiter gehen und im Dezember mit Binnenland Orkanen ein Höhepunkt erfahren, der danach einen kalten Winter einleitet.
Auch das ist möglich.
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Vom Wetter-Verhalten hat der diesjährige Früh-Herbst viel mit 1961, 1983 und 1989 gemeinsam.
Nur das wir diesen Herbst 2017 gleich zwei heftige Stürme hatten mit Orkanböen bis ins Flachland 90 bis 135 Km/h, sowie über 150 Km/h an der Küste. Das bisher kein Früh-Herbst seit den 60er Jahren des 20.Jahrhunderts geschafft.
Ich gehe davon aus, das wir einen Winter bekommen der irgendwo zwischen 1961/1962, 1983/1984 oder 1992/1993 liegen wird, mit dem Potential eines kurzen heftigen Wintereinbruchs aus Nord !
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Und einem noch größeren Potential zu heftigen Binnenland Orkanen mit fürchterlichen Schäden und Verwüstung, auch gehe ich von einem großen Hochwasser-Potential aus, welches nach langer Zeit an Rhein und anderen Flüssen in Westdeutschland zu starken Überschwemmungen führen kann.
Der Winter 2014/2015 hatte viel Sturm besonders im Norden, genauso der Winter 2013/2014 im Süden meistens eher ruhiger, die beiden letzten Winter 2015/2016 und 2016/2017 waren dagegen sehr ruhige Kandidaten, es gab meist Inversionslagen oder antizyklonale Südwestlagen, und meist nur moderate Stürme.
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Dieser Herbst 2017 beginnt schon ganz anders als 2015 und 2016. Viel dynamischer und energetischer.
Dieser Winter 2017/2018 wird irgendetwas großes oder mehrere große Sachen auf Lager haben. Schlimme Orkane und Hochwasser.
Ein Waccy Phänomen ist nicht in Sicht und ein dickes Betonhoch über Russland inklusive kälte ist auch nicht auszumachen.
Der Winter wird alles andere als langweilig werden vom Wetter, das spürt man irgendwie, so wie ich letztes Jahr schon Anfang Oktober spürte, als ich die langweiligen Wetterkarten des Oktobers 2016 sah, das es ein sehr zäher Inversionslagen Winter würde.
Ich habe jetzt erstmal die Liste der September ( 20. August bis 10. Oktober ) vor Sturmwinter aktualisieren. Denn der Orkan Xavier gehört noch in den Zeitraum.
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Hier noch mal die Liste ( aktualisiert ) der September vor Sturmwintern mit überwiegenden Westlagen mit Temperatur-Abweichung ( 1961-1990 ):
Der Zeitraum bezieht sich vom 20. August bis zum 10. Oktober, sollte ein Wind und Sturm-Ereignis außerhalb des Septembers stattgefunden haben wird es mit August oder Oktober angegeben!
SEPTEMBER
– 1961 —> Sehr windig mit Sturmböen im Westen um den 7. des Monats.
( + 3,0  K )
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– 1966 —> Windig mit schweren Sturmböen in der 1. Hälfte des Monats.
( – 0,1 K )
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– 1975 —> Stürmschich um den 15. des Monats, Sturm mit orkanartigen Böen vom 25. bis zum 28. des Monats, Anfang Oktober sehr windig.
( + 2,2k )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1983 —> Sehr windig Anfang des Monats, mit schweren Sturmböen im Südwesten und im Norden, sehr windig Ende des  Monats, um den 7. Oktober sogar einzelne schwere Sturm- und Orkanböen !
( 0,4 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1989 —> Ende August schwerer Sturm im Norden, mit Orkanböen ! Teils windig Mitte des Monats, und Anfang Oktober Sturm im Norden.
( + 1,1 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1993 —> Windig um Mitte des Monats.
(- 1,1 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1994 —> Stürmisch um Mitte des Monats.
( – 0,1 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1996 —> Sturmböen in der Westhälfte Ende August, windig Ende des Monats/Anfang Oktober.
( – 2,4 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 1999 —> Sehr windig mit einzelnen Sturm- und schweren Sturmböen Anfang Oktober.
( + 3,5 K )
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………
– 2001 —> Vom 7. bis zum 12. des Monats im Norden sehr windig mit einzelnen schweren Sturm- und orkanartigen Böen an der Küste, nochmals sehr windig im Norden Anfang Oktober.
( – 1,5 K )
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– 2006 —> Windig Anfang des Monats, um den 3. Oktober orkanartige Böen und einzelne Orkanböen im Süden um den 7. Oktober windig mit Sturmböen im Norden.
( + 3,6 K )
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– 2013 —> Windige Phase vom 10. bis zum 20. des Monats, sowie Anfang Oktober.
( 0,0 K )
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– 2014 —> Um den 22. des Monats windig mit Sturmböen im Norden, um den 7. Oktober sogar schwere Sturmböen an der Küste und auf der Nordsee dazu im Norden windig.
( + 1,6 K )
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– 2017 —> Sehr windig Anfang des Monats mit Sturmböen im Norden am 11. des Monats, am 13. des Monats Sturmtief mit Sturm- und schweren Sturmböen in der gesamten West- und Nordhälfte, an der Küste Orkanböen über 120 Km/h vereinzelt um 150 km/h, im Süden auch windig mit einzelnen Sturmböen ! Am 14. des Monats immer noch stürmische Böen und Sturmböen im ganzen Land. Anfang Oktober windige Westlage mit heftigen Schnellläufer Orkan von der Holland/Nordsee bis nach Polen. Dieser brachte schwere Sturm und Orkanböen von 90 bis 135 Km/h im Flachland und 130 bis 178 km/h im Bergland.
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Hier möchte ich einmal untersuchen, ob überhaupt was dran ist, das einem zu warmen November-Monat ein kühler/kalter Winter folgt.
Zu warme November vor Mild/Westwintern:
  • November 1992 = Stürmischer West-Winter folgte !
  • November 1994 = Warmer Sturm/Hochwasser Winter folgte !
  • November 2000 = Warmer Winter folgte !
  • November 2003 = Gemischter Winter mit Schnee/Hochwasser/Sturm folgte !
  • November 2006 = Rekord-Mild/Sturm/Orkan Winter folgte !
  • November 2014 = Mild-Winter/Sturm folgte !
  • November 2015 = Sehr milder Winter folgte !
Zu warme November vor Kalt/Schneewintern:
  •  November 2002 = kühler Winter folgte !
  •  November 2008 = kühler Schnee Winter folgte !
  •  November 2009 = Sehr kalter Schneewinter folgte !
  •  November 2012 = Kühler Winter mit Schnee folgte !
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Wenn wir uns mal die November Monate vor den übrigen Kalt/Schneewinter bis zu den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ansehen, so liegen diese meist im Durchschnitts-Bereich, mal etwas zu warm mal etwas zu kalt. Ebenso liegen einige November-Monate vor Westwinter im Durchschnitts-Bereich, so das ein warmer November nicht für einen kühlen meridionalen Winter als Beweis steht. Da milde November öfter einen milden Winter brachten.
Wie sieht es mit kalten November vor West/Sturmwintern aus ?
Zu kalte November vor Mild/West-Wintern:
  • November 1966 = Milder Sturm-Winter folgte !
  • November 1989 = Sehr milder Orkan-Winter folgte !
  • November 1993 = Milder Sturm-Winter folgte !
  • November 1997 = West-Winter folgte !
Zu kalte November vor Kalt/Schneewintern:
  • November 1962 = Rekordkalter Jahrhundertwinter folgte !
  • November 1980 = Schneewinter folgte !
  • November 1985 = kühler Winter mit Schnee folgte !
  • November 1995 = Kalter Schneewinter folgte !
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Auch ein kalter November kann vor Sturm- und Westwintern, sowie vor Schnee- und Kaltwintern auftreten. Ein leichtes erhöhtes Potential könnte ein wärmerer November sein für einen Mildwinter sein, da hier gleich sieben milde Westwinter folgten.
Aber auch das ist nur Spekulation, da wir anhand der warmen und kalten November- Listen sehen können, das der November kein eindeutigen Trend für einen Winter ob kalt oder warm sein kann.
Die übrigen November Monate die nicht in den Listen auftauchen lagen meist alle im Mittel oder waren zu warm/kalt vor durchschnittlichen Wintern.
Was aber deutlich auffällt das seit der Jahrtausend-Wende warme November zugenommen haben! Und warme November sogar mehrheitlich vor warmen Winter aufgetreten sind, wie wir es ob in der ersten Liste sehen können, so traten warme November vor der Jahrtausendwende vor warmen Winter nur Zeitweise auf.
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Nun wird kein Langfrist-Meteorologe sagen können ob der nachfolgende Winter 2017/2018 zu nass und stürmisch wird oder zu trocken und kalt.
Eine Tendenz die auch die Untersuchung den Wind/Sturm- Faktors ( 20. August bis 10. Oktober ) mit berechnet hat, könnte der nachfolgende Winter 2017/2018 ein sehr stürmischer Winter werden in etwa so wie:
  • 1961/1962
  • 1966/1967
  • 1975/1976
  • 1983/1984
  • 1989/1990
  • 1992/1993 
  • 1996/1997 oder 2013/2014 !
Aber auch einige starke Nordlagen mit Schnee ( besonders im Alpenraum ) und leichtem Frost sind möglich.
Es kann natürlich auch zu einen anderen Wetterverlauf im nachfolgenden Winter kommen.
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Sturmwetterblog

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